Das Haus in der Löwengasse [Rezension]

29 Sep

Autor: Petra Schier
Titel: Das Haus in der Löwengasse
Seitenzahl: 352
ISBN: 978-3-499-25901-2
Verlag: rororo

 

 

Zum Inhalt:

Pauline Schmitz, 23 Jahre jung und ohne Familie, steht im Jahre 1823 mittellos und verunsichert in den Straßen von Köln. Sie hat bis vor wenigen Tagen als Gouvernante für die Kinder der Familie Buschner in Bonn gearbeitet. Doch der Hausherr war der Ansicht, dass ihre Pflichten ihm gegenüber auch noch in einem anderen Bereich liegen würden. Als dessen Gattin davon Wind bekam, wurde Pauline mit nicht mehr als einer kleinen Reisetasche und einer Fahrkarte für die Postkutsche nach Köln auf die Straße gesetzt.

Da Pauline keine Referenzen vorzuweisen hat, findet sie zunächst nur eine Anstellung als Magd im Haushalt der Familie Stein. Die ungewohnte, harte Arbeit ist anfangs nicht ganz einfach für Pauline, doch sie beißt sich durch. Eines Tages begegnet sie dann während ihrer Arbeit dem Textilfabrikanten Julius Reuther.

Von diesem Zeitpunkt an ändert sich alles – für Pauline und für Julius.

Meine Meinung:

Nicht nur Pauline hat in der Vergangenheit Dinge erlebt, die mir fast die Sprache verschlagen haben, auch Julius hatte es nicht immer leicht. Durch die Schilderungen und Rückblicke während der Geschichte bekam ich einen guten Eindruck von dem, was die beiden erlebt haben. Da auch die Charaktere der beiden wunderbar detailreich beschrieben wurden, konnte ich mir Seite für Seite ein besseres Bild von ihnen machen. Die liebenswerte, für ihr Alter sehr reife Pauline, und der so unnahbar scheinende, aber dennoch herzensgute Julius sind mir durchaus ans Herz gewachsen. Auch die Nebenrollen wurden in ihrer Beschreibung alles andere als vernachlässigt – so lernte ich alle wichtigen Personen sehr gut kennen.

Ein ebenso gutes Bild konnte ich mir von der damaligen Zeit machen. Der harte Alltag der Mägde und die Regeln der höheren Gesellschaft wurden sehr gut dargestellt, ohne abgedroschen zu klingen. Ich kenne mich zwar nicht besonders gut aus mit dem frühen 19. Jahrhundert, doch auf mich wirkte alles gut recherchiert und somit glaubwürdig.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, er war flüssig zu lesen und sehr bildhaft. Die Gefühle, Gedanken und Handlungen von Pauline und Julius wurden gut nachvollziehbar dargestellt. Und obwohl dieses Buch eine klassische Liebesgeschichte ist, war es zu keinem Zeitpunkt kitschig.

Ich war von der ersten Seite an richtiggehend gefesselt von der Geschichte, die sich rund um Pauline und Julius entwickelte, und habe mich jedes Mal gesträubt, wenn ich das Buch aus der Hand legen musste. Es war nie langweilig zu lesen, was sich im Leben der beiden ereignet hat, auch wenn manches durchaus vorhersehbar schien. Aber die Autorin hat es verschadenden, gute und überraschende Wendungen einzubauen – somit ging die Spannung nie verloren. Ab einem gewissen Zeitpunkt wurde es dann noch dramatischer als es ohnehin schon war, und die Frage, ob es ein Happy End geben wird oder nicht, wurde erst auf den letzten Seiten beantwortet.

Dieses Buch hat mich vollkommen überzeugt – ich habe nichts zu bemängeln. Eine wunderbare und dramatische Liebesgeschichte vor historischer Kulisse, bei der ich zum Schluss traurig war, dass ich nicht mehr weiterlesen konnte.

SaFi

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