Alles muss versteckt sein [Rezension]

25 Nov

Autor: Wiebke Lorenz
Titel: Alles muss versteckt sein
Seitenzahl: 352
ISBN: 978-3-89667-469-2
Verlag: Blessing

Zum Inhalt:

Marie hat Zwangsgedanken und befindet sich als Patientin in einer geschlossenen Psychiatrie, denn sie hat ihren Freund getötet, auf bestialische Weise. Zumindest glauben das alle, auch Marie. Erinnerungen an die Nacht in der es geschah hat sie keine. Aber wer soll es sonst gewesen sein?

Keiner kann und will ihr helfen, an ihrer Schuld besteht ja keinerlei Zweifel. Einzig ihr behandelnder Arzt in der Psychiatrie hört ihr zu und will mit ihr zusammen die Erinnerungslücken schließen.

Meine Meinung:

„Was, wenn du eines Tages aufwachst und entdeckst, dass in dir ein Monster lebt? Und sosehr du dich auch bemühst, es lässt sich nicht vertreiben oder beherrschen, es hat von dir Besitz ergriffen und lässt dich nicht mehr los. Was tust du dann?“ (Seite 9/10)

Thriller lese ich ja generell sehr gerne. Diesen hier auch, obwohl oder gerade weil er so anders ist, als die meisten, die ich bisher gelesen habe. Es gibt hier keinen wahnsinnigen Serienkiller, der mordend durch eine Großstadt zieht und dabei einen Ermittler oder gar ein Ermittlerduo rund um die Uhr mit seinen Taten beschäftigt.

Nein, in diesem Thriller geht es um eine ganz normale Frau in den Dreißigern mit einem absolut normalen, durchschnittlichen Leben. Zumindest war es das, bis zu jenem schicksalhaften Tag, als sie das erste Mal von ihren Zwangsgedanken heimgesucht wird, und natürlich bis zu dem Mord. Aber selbst dadurch wirkt Marie irgendwie nicht unsympathisch. Sie ist einfach eine Frau, die das alles selbst nicht versteht, und eben kein Serienkiller. Während des Lesens habe ich dadurch eher Mitleid für Marie empfunden und mit ihr gelitten.

Das Buch startet im Hier und Jetzt in der Psychiatrie. Durch Maries Erinnerungen und Gespräche mit ihrem Arzt wird aber auch die sehr wichtige Zeit vor dem Mord geschildert. Nach und nach wird alles aufgedeckt, zumindest so weit, wie Maries Erinnerungen es zulassen. Der Sprachstil ist dabei sehr gut und flüssig zu lesen. Der Psychiatrie-Alltag kommt in dem Buch nicht zu kurz, er wird aber auch nicht unnötig in die Länge gezogen. Maries Gewaltfantasien sind gut beschrieben und schockierend, weil sie so real wirken, auf sie und auch auf den Leser.

Vor dem Lesen habe ich mir die Frage gestellt, was man schon von einem Thriller erwarten kann, bei dem der Mörder von Anfang an feststeht. Nach dem Lesen kann ich nur sagen: Sehr viel! Die Autorin hat sich einiges einfallen lassen und die Frage was nun wirklich in jener Mordnacht geschah wird erst auf den letzten Seiten endgültig geklärt. Das Ende hätte ich so nie für möglich gehalten und war positiv überrascht, da ich einige Seiten zuvor, bei der vermeintlichen Auflösung, noch dachte: Das soll‘s nun gewesen sein? und fast ein wenig enttäuscht war.

Ein guter Thriller, der ohne Serienkiller auskommt, bei dem das Cover hält, was es verspricht.

SaFi

2 Antworten to “Alles muss versteckt sein [Rezension]”

  1. Textverliebt. 27. November 2012 um 00:18 #

    Hallo SaFi,

    schöne Rezi! Ich denke ich werde das Buch auch mal lesen.

    Ich hab einen Bericht gesehen, aus welchen Gründen das Buch entstanden ist. Falls Du ihn noch nicht kennst, habe ich hier zumindest die Textfom für Dich gefunden. Gänsehaut pur!

    http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/sendung/hr/2012/25112012-depression-100.html

    Viele Grüße
    Katharina ♡

    Gefällt mir

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