Lügen auf Albanisch [Rezension]

31 Dez

Lügen auf Albanisch

Autor: Francine Prose
Titel: Lügen auf Albanisch
Seitenzahl:
320
ISBN: 978-3-570-58511-5
Verlag:
carl’s books

 

 

 

Zum Inhalt:

Lula, gerade aus Albanien in Amerika angekommen, möchte unbedingt die heißbegehrte Green Card bekommen.

Unterstützung bekommt sie dabei von ihrem Anwalt und ihrem Chef. Alles scheint gut zu laufen, bis Lula von albanischen Landsmännern um einen Gefallen gebeten wird…

Meine Meinung:

Das Buch verspricht „eine wunderbar humorvolle Immigrationsgeschichte mit witzigen Dialogen und schrägen Charakteren…“ und teilweise kann ich dieser Aussage des Buchrückens zustimmen.

Ich muss zugeben, dass ich sicherlich nicht alle witzigen Dialoge und Spitzfindigkeiten richtig verstanden habe, von denen es zugegebenermaßen jede Menge gibt.

Vielleicht, weil mir stellenweise das nötige Wissen fehlte, diese richtig verstehen zu können, weil ich weder Albanerin noch Amerikanerin bin. Vielleicht, weil in manchen Aussagen doch ein wenig zu viel Bissigkeit steckte und ich sie nicht als lustig empfinden konnte. Vielleicht lag es auch an einer Mischung aus beidem. Was jetzt aber nicht heißen soll, dass ich nur kopfschüttelnd über diesem Buch gesessen habe und mich fragte, wie man so was schreiben kann – ich habe auch herzlich gelacht. Hier mal Beispiele für alle drei Varianten. Wobei ich es offenlasse, auf welche was zutrifft.

„Lula wappnete sich. Winziger Gefallen konnte bedeuten, nach Dubai und zurück zu fliegen, beide Strecken Holzklasse, mit Dutzenden Kondomen voller Heroin im Arsch.“ (S. 41)

„Kein Wunder, dass zwischen albanischen Männern und Frauen so viel Bitterkeit bestand. Das war die albanische Version von Aschenputtel. Was machst du, wenn ein Mädchen dich nicht leiden kann? Du schüttest ihr Säure ins Gesicht und bezahlst dann für die Schönheits-OP.“ (S. 116)

„Lula sagte: >Wenn Hoxha und Milosevic ein Baby hätten und das Baby ein Junge wäre, sähe es aus wie Dick Cheney.<“ (S. 127)

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Immer mal wieder kommen ellenlange, verschachtelte Sätze vor, die für eine gewisse Auflockerung sorgen. Im Großen und Ganzen war die Geschichte, die aus Lulas Sicht erzählt wird, gut und flüssig zu lesen. Die ersten Seiten haben mich ein wenig verwirrt, weil erst mal mit vielen Sprüngen die Vergangenheit aufgerollt wird. Das kommt zwar auch im weiteren Verlauf noch des Öfteren vor, dann aber im Rahmen der eigentlichen Handlung, was für mich dann nicht mehr so verwirrend war.

Der Verlauf der Geschichte nahm immer mal wieder Wendungen – teilweise zu erahnende, teilweise unerwartete, teilweise absurde. Insgesamt fand ich die Story anfangs etwas zu langatmig, in der Mitte gut und spannend und das Ende einen guten Abschluss.

Die versprochenen schrägen Charaktere gibt es durchaus in diesem Buch. Mit ihnen verhält es sich aber ähnlich, wie mit den witzigen Dialogen. Teilweise gut gelungen, teilweise ein wenig überzogen.

Der Titel hätte fast nicht besser gewählt werden können. Lügen, egal ob groß oder klein, sind fester Bestandteil von Lulas Leben in den USA.

Francine Prose erzählt in ihrem Buch eine hauptsächlich komische, aber auch berührende und spannende Geschichte, die mich leider nicht vollkommen überzeugen konnte.

Vielen Dank an den carl’s books Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

3 Herzen

SaFi

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