Kirschroter Sommer [Rezension]

8 Jan

Kirschroter Sommer

Autor: Carina Bartsch
Titel: Kirschroter Sommer
Seitenzahl: 458
ISBN: 978-3000358210
Verlag: Schandtaten Verlag

Zum Inhalt:

Die 23jährige Emely studiert Literaturwissenschaften in Berlin. Die Zeit der Trennung von ihrer besten Freundin hat bald ein Ende, denn Alex zieht für ihr Studium ebenfalls nach Berlin. Aber die Tatsache, dass Alex dann bei ihrem etwas älteren Bruder Elyas wohnen wird, lässt Emely jetzt nicht gerade Freudensprünge machen.

7 Jahre ist es nun her, dass sie ihn zuletzt gesehen hat. Und sie hätte auch gänzlich darauf verzichten können, ihn jemals wieder zu sehen, denn sie hasst ihn aus tiefstem Herzen. Zum Glück ist da aber noch Luca, der unbekannte E-Mail-Schreiber, der sie auf andere Gedanken bringt.

Und plötzlich kommt Schwung in ihr bis dahin recht normales Studentenleben…

Meine Meinung:

Carina Bartsch erläutert auf ihrer Homepage, warum und wieso sie diesen Roman geschrieben hat:

„Wenn ich eine Liebesgeschichte lese, dann will ich auch wissen, warum die beiden Hauptcharaktere sich ineinander verlieben und was denn so toll an den Personen ist. Wenn da von Seelenverwandtschaft die Rede ist, möchte ich das als Leser auch spüren können und nicht nur das Wort für diese übersinnliche Art der Zuneigung vor die Nase gesetzt bekommen. Die Phase des ineinander Verliebens realistisch und nachvollziehbar darzustellen, war für mich somit die allererste Grundlage, noch bevor ich überhaupt mit dem Schreiben zu »Kirschroter Sommer« angefangen habe. Eine Geschichte muss man nicht nur lesen, man muss sie spüren.“ (www.carinabartsch.de)

Nach dem Lesen des Buches kann ich nur sagen: Ja, da hat sie nicht ganz unrecht und ja, es ist ihr sehr gut gelungen. So gut, dass ich die knapp 500 Seiten an einem Tag verschlungen habe.

Ich empfand dieses Buch als erfrischend normal. Keine übertriebene Story, keine übergezeichneten Charaktere. Die Geschichte bietet nicht jede Seite große Höhepunkte oder Atemraubende Wendungen – sie lebt von ganz unterschiedlichen, toll niedergeschriebenen Gefühlen und in erster Linie von Emely und Elyas. Und genau das macht dieses Buch aus, wie ich finde. Normale Menschen, normale Situationen, normale Gefühle.

Das Buch ist gut und flüssig zu lesen, die Sprache passt gut zu jungen Erwachsenen. Die beiden liefern sich jede Menge amüsante Wortgefechte – frei nach dem Motto: Was sich liebt, das neckt sich!? – jedoch aus völlig unterschiedlichen Gründen.

Auch wenn Elyas seine wahren Absichten hinter coolen Sprüchen verbarg, schien doch recht schnell klar zu sein, was er wirklich wollte. Emely hingegen merkt nur langsam, dass sich da irgendwas zwischen ihnen und vor allem bei ihr selbst verändert. Ich konnte sehr gut nachempfinden, wie sich Emely nach und nach in Elyas Gegenwart gefühlt haben muss. Nicht zu wissen, was da eigentlich los ist, mit ihren komischen Gefühlen, wo sie doch immer der festen Überzeugung war, auf Elyas gut und gerne für den Rest ihres Leben verzichten zu können.

„Ich konnte leider nicht leugnen, dass Elyas schon seit je her eine gewisse Wirkung auf mich ausübte. Doch bislang hatte ich das allein seinem unverschämt guten Aussehen zugeschrieben. Es war nicht leicht, seinen türkisgrauen Augen und seinem hübschen Gesicht zu widerstehen – von dem Rest seiner Erscheinung ganz zu schweigen.
Aber solange die von ihm ausgehen Anziehungskraft auf sein Äußeres reduziert gewesen war, hatte ich keine Probleme, standhaft zu bleiben. Meine Augen ließen sich vielleicht blenden, doch mein Verstand war nicht so leicht zu täuschen. Sollte ich jetzt allerdings auch noch anfangen, mit seinem Charakter zu sympathisieren, hatte ich definitiv ein ernsthaftes Problem …“ (S. 255)

Emely mit ihrer aufgeweckten, direkten, liebevollen Art muss man einfach gern haben. Sie macht es sich selbst aber teilweise alles andere als leicht und oft hatte ich das Gefühl, dass sie sich mit ihrem Sarkasmus und ihrer Ironie nicht nur Elyas in den Weg stellt, sondern auch ein wenig sich selbst im Weg steht. Ebenso wie mit ihrer Angewohnheit grundsätzlich erst mal an allem zu zweifeln, was Elyas von sich gibt. Nachdem ich dann aber wusste, was damals vorgefallen war, konnte ich ihre Einstellung gut nachvollziehen.

Elyas nahm ich als Leserin ganz anders wahr als Emely. Ich fand es einfach nur süß, wie er immer wieder Emelys Nähe suchte, auch wenn ihr das mächtig gegen den Strich ging. Was ich aus ihrer Sicht aber durchaus auch verstehen konnte. Manchmal habe ich mir gedacht: Mensch, jetzt sag ihr doch einfach das Offensichtliche. Aber das hätte nicht zu ihm gepasst und auch nicht zu dem Buch. Bei vielen anderen jungen Frauen hätte er sich wahrscheinlich nicht mal halb so viel Mühe geben müssen, um an sein Ziel zu kommen.

Die großen Fragen, die sich durch das Buch ziehen, sind u. a.: Wer ist Luca? Was ist damals zwischen Emely und Elyas passiert? Finden Emely und Elyas zusammen? Auf manche dieser Fragen bekommt man während des Lesens eine Antwort, auf andere nicht. So bleibt das Ende der Geschichte offen und ich freue mich auf den zweiten Teil „Türkisgrüner Winter“.

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Carina Bartsch bedanken, die mir ihren tollen Debütroman zur Verfügung gestellt hat.

5 Herzen

SaFi

2 Antworten to “Kirschroter Sommer [Rezension]”

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