Crossfire. Versuchung [Rezension]

10 Jan

7

Heute gibt es mal etwas Neues bei den Bookwives. Wir haben vom Heyne Verlag 2 Exemplare von „Crossfire. Versuchung“ zum Vorablesen und Rezensieren bekommen – vielen Dank noch mal an dieser Stelle. Und da dachten wir uns, es wäre ja mal ganz spannend, wenn wir beide zur selben Zeit das gleiche Buch lesen und mal schauen, was dabei so rauskommt. Hier nun das Ergebnis …

Crossfire.Versuchung

Autor: Silvia Day
Titel: Crossfire. Versuchung
Seitenzahl: 416
ISBN: 978-3-453-54558-8
Verlag: Heyne
: 14. Januar 2013

Der Inhalt

Die Uniabsolventin Eva Tramell tritt ihren ersten Job in einer New Yorker Werbeagentur an. An ihrem ersten Arbeitstag stößt sie in der Lobby des imposanten Crossfire-Buildings mit Gideon Cross zusammen – dem Inhaber. Er ist mächtig, attraktiv und sehr dominant. Eva fühlt sich wie magisch von ihm angezogen, spürt aber instinktiv, dass sie von Gideon besser die Finger lassen sollte. Aber er will sie – ganz und gar und zu seinen Bedingungen. Eva kann nicht anders, als ihrem Verlangen nachzugeben. Sie lässt sich auf ein Spiel ein, das immer ernster wird, und entdeckt ihre dunkelsten Sehnsüchte und geheimsten Fantasien.

Die Story

SaCre

Die Geschichte ist aus Evas Sicht geschrieben. Die Beziehung zwischen Eva und Gideon ist „sehr impulsiv und emotional, direkt und roh“. Das beschreibt es sehr gut. Es gibt jede Menge Ups and Downs, Probleme und Lösungen.

Umrahmt wird die Beziehung der beiden noch durch weitere, wichtige Charaktere: Cary, Evas bestem Freund, ihrer Mutter und ihrem Stiefvater. Gideons Familie, zu der er eine wirklich seltsame Beziehung hat. Seine Ex-Verlobte und jetzt gute Freundin. Das alles birgt großes Potenzial für weitere Probleme und verzwickte Situationen. Ihr (Liebes)Leben spielt sich in der Öffentlichkeit ab, da Gideon eine kleine Berühmtheit ist. Früh gerät auch Eva dadurch ins Rampenlicht. Das ist für sie eine neue Situation. Ihrer Mutter und ihrem Stiefvater gefällt das gar nicht. Sollten Journalisten nun in Evas Vergangenheit wühlen, könnten sie unschöne Dinge zutage fördern.

Die Geschichte nimmt im Laufe des Buches weiter Fahrt auf. Sie ist komplex und mir taten sich immer wieder neue Dinge auf. Ich konnte das Buch nicht gut aus der Hand legen, da ich immer wieder wissen musste, wie es weiter geht.

SaFi

Was sich zwischen Eva und Gideon im Laufe der etwas mehr als 400 Seiten abspielt, hat mich manchmal doch ein wenig verwundert. Aber auch wenn ich nicht immer verstehen konnte, warum und vor allem was die beiden in bestimmten Situationen taten, konnte ich es aus ihrer Perspektive aber doch nachvollziehen – meistens zumindest.

Der Verlauf der Geschichte ist spannend und das Buch entwickelte sich von Seite zu Seite immer mehr zu einem wahren Pageturner. Eva und Gideon haben sich nicht nur gegenseitig von dem Moment an, als sie sich das erste Mal durch Zufall trafen, in ihren Bann gezogen, das gleiche haben sie auch mit mir gemacht. Ich wollte einfach immer wissen, was sich als nächstes zwischen den beiden entwickelt, in dieser impulsiven Beziehung. Es gab viele Konfrontationen, Missverständnisse und andere Begebenheiten, die für Spannung sorgten – selbst dann, wenn so manche Situation doch wieder auf die altbekannte Weise endete.

Wenn ich nicht wüsste, dass es noch zwei weitere Bücher dieser Reihe geben wird, könnte dieser erste Teil gut für sich alleine stehen, denn das Ende wäre somit ein schönes offenes Ende, bei welchem der Fantasie keine Grenzen gesetzt sind. Aber so bin ich natürlich mehr als neugierig, wie es mit Eva und Gideon weitergeht.

„Diesen Blick kannte ich – der schaute mir immer aus meinem Badezimmerspiegel entgegen, kurz bevor ich mit einem Mann ins Bett ging. Mein Ich-will-ficken-Blick.“
(Seite 15)

Die Hauptcharaktere

SaCre

Eva ist jung, attraktiv, sportlich. Zusammen mit ihrem besten Freund, dem bisexuellen Cary, lebt sie in einer WG. Sie hat einen neuen Job bei einer Werbeagentur und eine aufstrebende Karriere vor sich. Sie hat Schlimmes erlebt in ihrer Kindheit. Was das ist, erfährt man auch im Laufe der Geschichte. Sie weiß, was sie will und hat Erfahrung – sowohl mit Beziehungen, als auch mit Sex. Hier und da neigt sich auch schon mal zu etwas Eifersucht. Stellenweise hat sie so (re)agiert, wie ich es in der Situation auch gemacht hätte. Daher konnte ich mich sehr gut in sie hinein versetzen.

Gideon ist 28 Jahre alt und der Geschäftsführer von Cross Industries. Er ist von Anfang an „Mr. Dunkel & Gefährlich“. Er ist attraktiv, zielstrebig, sehr geradlinig und vor allem kontrollsüchtig. Außerdem hat er jede Menge Geld und dadurch auch Macht. In seiner Vergangenheit ist auch ihm Furchtbares widerfahren. Was es ist, erfahren wir aber in diesem Buch erst einmal nicht…

SaFi

Im Trailer zum Buch ist folgender Satz zu lesen: „Ein Mann, eine Frau, zwei verletzte Seelen.“ Und er passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge.

Bei ihr erfährt man direkt in diesem ersten Teil der Trilogie, was ihrer Seele Schaden zugefügt hat. Bei ihm müssen wir – hoffentlich nur bis zum zweiten Teil – warten, um mehr von ihm zu erfahren. Aber so ist das nun mal bei Fortsetzungen. 😉

Eva lernt man während des Lesens sehr gut kennen. Ihre Gedanken, Wünsche und Ängste werden gut geschildert. Seite um Seite erfährt man mehr von dieser jungen Frau, die schon so viel Schlimmes erlebt hat.

Gideon konnte ich, aufgrund der Tatsache, dass das Buch aus Evas Sicht geschrieben ist, nicht so ganz greifen. Trotzdem lernte ich ihn dank Evas Beobachtungen, Einschätzungen und Beschreibungen gut kennen und konnte mir einen Eindruck davon machen, wie er tickt.

Beide haben sie ihre Eigenheiten. Mal brechen sie aus ihren gewohnten Verhaltensmustern aus, fallen dann aber auch wieder in diese zurück und handeln genauso, wie ich es erwartet hätte. Insgesamt fand ich beide recht sympathisch, weil sie sehr real wirkten.

Notiz am Rande: Im Laufe der drei „SoG“-Bücher bin ich – ja, ich muss es gestehen – Christian Grey-Fan geworden. Aber Gideon klopft bereits an die Tür und hat auch schon einen Fuß halb drin. Im Doppelpack gefallen mir die beiden, also Eva und Gideon, aber jetzt schon ein wenig besser als Ana und Christian, weil sie irgendwie echter wirken.

„In aller Ruhe drehte er sich zu mir um, und wieder umspielte jenes unheimliche Lächeln seine sündhaften Lippen. Die nonchalante Gelassenheit brachte mich erst recht in Rage. >>Zu mir hingezogen? Das ist doch ein viel zu harmloses Wort für …<< Er deutete auf uns beide, >>… das hier.<<„
(Seite 52)

Der Schreibstil

SaCre

Der Stil der Autorin ist gut und lässt sich sehr gut lesen. Er ist direkt, umgangssprachlich und passt zur Geschichte. Das macht das Ganze authentischer und man kann sich hervorragend in die Situationen hineinversetzen.

Als Eva Gideon zum ersten Mal sieht, gehen ihr Gedanken durch den Kopf wie „hat der einen geilen Arsch“ oder „ob der auch gut bestückt ist?“. Wenn ich das jetzt mal so sagen darf, ohne jemandem irgendwelche Illusionen zu rauben: das ist halt das, was wir Frauen denken! 🙂

SaFi

Der Schreibstil ist sehr gut gelungen, wie ich finde. Angenehm und flüssig zu lesen.

Die Sprache, die die beiden im Allgemeinen und während ihrer Liebesspiele sprechen, passt zu ihnen. Sie sind beide nicht auf den Mund gefallen. Sie reden direkt, manchmal auch ein wenig vulgär, aber durchaus auch liebevoll und normal miteinander. Gideon hat zudem großen Gefallen daran, auch im Alltag ein wenig versauter zu sprechen, als das vielleicht üblicherweise der Fall ist.

„Da verdunkelte sich sein Blick. Er senkte die Stimme, die nun einen intimen Klang annahm. >>Romantik gehört nicht zu meinem Repertoire, Eva. Aber dafür kenne ich tausend Möglichkeiten, Sie zum Orgasmus zu bringen. Lassen Sie es mich Ihnen zeigen.<<“
(Seite  53)

Der Sex

SaCre

Hier geht es um „normalen“ Sex. Aber was ist schon „normal“? Es liegt wohl immer im Auge des Betrachters. Der Sex, den die beiden hier praktizieren, ist zumindest in meinen Augen als „normal“ einzustufen – ohne, dass er langweilig ist. Die beiden brauchen keine großen Hilfsmittel, sie fallen einfach übereinander her, wie und wo sie Lust drauf haben, und die Gelegenheit sich bietet. Es fallen die Worte, die man so kennt. Worte, die umgangssprachlich benutzt werden. Beide haben eine große, sexuelle Energie. Die Häufigkeit, Ausdauer und Anzahl der Orgasmen finde ich manchmal aber doch ein bisschen übertrieben.

SaFi

Irgendwie war ich doch positiv überrascht, dass der Sex so normal ablief. Sie fallen in vielen Situationen einfach so übereinander her – egal wo und wann-, haben eine Kondition, die fast ein wenig übernatürlich wirkt und die Wörter Orgasmus und Garantie bilden bei ihnen geschlossen eine Einheit, aber alles in allem ist der Sex an sich halt recht alltäglich.

„Da fiel mir der unergründliche Blick auf, mit dem Gideon mich betrachtete. Auf einmal war ich von wilder Lust und zitternder Angst erfüllt. Ich hatte keine Ahnung, wohin das mit Gideon noch führen würde … Nur dass, auch wenn ich es wollte, ich es nicht mehr aufhalten konnte.“
(Seite 156)

Die Bewertung

SaCre

Ich wollte es eigentlich nicht. Und doch gibt es Parallelen, die mich dieses Buch mit „Shades of Grey“ vergleichen lassen. Die beiden Hauptdarstellerinnen sind sehr unterschiedlich, haben aber eins gemeinsam: die Macht, die sie über die vermeintlich stärkeren Männer haben! Auch wenn es ihnen nicht so bewusst ist… Auch die Herren haben einige Parallelen in ihren Charakterzügen, der Arbeit und dem Geld, dass sie beiden sich erarbeitet haben.

Trotzdem ist „Crossfire“ kein Abklatsch von „Shades of Grey“. Es ist eine eigenständige Geschichte/Trilogie. Es gibt einige Parallelen, aber auch viel Neues. Da „Crossfire“ nach „80 Days“, „Shades of Grey“ usw. publiziert wurde, kommen Leser wohl nicht umhin, ihre Vergleiche zu ziehen. Das ist auch legitim. Leider könnte diese Vielzahl der erotischen Mainstream-Literatur zu einer Reizüberflutung der Leserschaft führen.

Mir hat das Buch gut gefallen. Die Geschichte hatte hier und da mal für mich kleinere Schwächen. Aber ich habe das Buch an 2 Abenden durchgelesen – und das spricht für sich! Ich bin sehr gespannt, wie es weiter geht. Welche Geheimnisse werden sich wohl noch auftun?

4 Herzen


SaFi

„Crossfire“ muss sich meiner Ansicht nach zwar dem Vergleich mit „Shades of Grey“ stellen, brauch diesen aber nicht zu scheuen. Beispielsweise gibt es durch die Milliarden, die beide Männer schon in jungen Jahren auf dem Konto haben, die Häufigkeit des Sexes und der Orgasmus-Garantie die eine oder andere Parallele, trotzdem wirkt es nicht so, als hätte Sylvia Day bei EL James abgeschrieben. Dafür sind die jeweiligen Beziehungen einfach zu unterschiedlich, schon in der Basis. Und auch die Charaktere unterscheiden sich doch sehr, vor allem in Bezug auf Eva und Ana.

Dass eine der beiden Reihen am Ende wahrscheinlich die Nase ein wenig vorne haben wird, ist nicht auszuschließen. Festlegen kann ich mich da aber natürlich noch nicht. Nach diesem ersten Teil von „Crossfire“ kann ich lediglich sagen, dass er mir sehr gut gefallen hat. Von der Geschichte an sich und den Charakteren vielleicht sogar ein bisschen besser als „SoG“. Aber dieses kleine Plus wird dadurch wettgemacht, dass „solche“ Bücher für mich nichts Neues mehr sind, da ich „Shades of Grey“ und „80 Days“ gelesen habe. Und dieses Neue hat gerade bei „SoG“, zu Anfang der über uns hereinrollenden Erotik-Bücher-Flut, zumindest für mich, auch ein wenig den Reiz ausgemacht. Was jetzt nicht heißen soll, dass Crossfire keinen Reiz hat – ganz im Gegenteil. 🙂

4 Herzen

Eine Antwort to “Crossfire. Versuchung [Rezension]”

  1. Evy 16. Juni 2014 um 12:44 #

    Die Bücher sollen besser sein, habe ich gelesen…. als Shades of Grey xD Aber die Sprache ist oft ein Problem – meistens wirkt sie zu porno.

    Gefällt mir

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