Rachekind [Rezension]

16 Jan

1 Buch - 2 Meinungen

Autor: Janet Clark
Titel: Rachekind
Seitenzahl: 512
ISBN: 978-3-453-40927-9
Verlag: Heyne
: 14. Januar 2013

Rachekind - Janet Clark

Zum Inhalt

Hannas Mann Steve verschwindet spurlos. Hanna ist sich sicher, dass etwas Schlimmes passiert ist, doch niemand glaubt ihr, bis ihre einjährige Tochter Lilou fast entführt wird. Als Lilou sich immer mehr verändert, scheint es, als stehe sie in Kontakt mit ihrem Vater. Hanna begreift, dass dies ihre einzige Chance ist, Antworten zu bekommen, da ihre verzweifelte Suche bislang nur eines zutage förderte: Der Mann, den sie unter dem Namen Steve Warrington kennen und lieben lernte, hat offiziell nie existiert. Sie macht sich auf die Suche nach der Wahrheit und begibt sich dabei in tödliche Gefahr …

Die Story

SaCre

Ein Thriller mit mystischen Elementen. Das hätte ich so nicht erwartet. Das Buch startet mit einem Prolog, der es schon in sich hat. Wobei ich sagen muss, dass ich diesen etwas anders weitergesponnen habe – gut, dass die Autorin hier etwas ganz anderes im Kopf hatte! Der Prolog macht Lust auf Mehr. Und das Mehr kommt sofort in den nächsten Kapiteln. Es passiert allerhand. Steve verschwindet, Lilou ist in Gefahr. Während Hanna auf der Suche nach Steve ist, verhält sich Lilou immer seltsamer. Sie weicht völlig von ihren vorherigen Verhaltensweisen ab; Verhalten, welches für ein Kind in ihrem Alter völlig normal ist. Hier nimmt die Geschichte auch paranormale Züge an. Diese sind aber nicht übertrieben und wirklich fein in das Geschehen integriert. Und immer wenn ich dachte, jetzt kann ich was auflösen, lag ich falsch.

Am Ende gab es ein Finale Furioso, was dem Namen mehr als verdient. Alle Fragen werden hier beantwortet, was ich ebenfalls sehr positiv finde. Am Ende stellt man fest, dass nichts so ist, wie es zu Beginn scheint.

SaFi

Vorab sei gesagt, dass ich vom Klappentext her nicht mit so viel „Übernatürlichem“ gerechnet hätte. Eigentlich hab ich es damit zwar nicht so, aber in diesem Thriller passt das einfach gut zur Geschichte und gibt ihr das gewisse Etwas – man muss sich halt nur darauf einlassen können. Zum Glück ist mir das ganz gut gelungen und im Endeffekt war manches auch gar nicht sooo mystisch, wie es zu Beginn den Anschein hatte. Sonst hätte ich das Buch wahrscheinlich nicht so megagut gefunden.

Nach einem Prolog, der mir bereits klar machte: dieses Buch kann was, ging es erst langsam, dann rasant voran und auf einmal wussten weder Hanna noch ich, was da jetzt eigentlich los ist. Janet Clark legt viele Spuren, führt Hanna und den Leser in die Irre, lüftet zwischendurch mal ein kleineres Geheimnis, nur damit dann kurz darauf schon wieder das nächste Rätsel in Angriff genommen werden kann.

Der Showdown trägt diese Bezeichnung zu Recht. Alles, was ich mir vorher mühsam, Schritt für Schritt, zusammengereimt hatte, löste sich in Luft auf, die wahren Begebenheiten kamen ans Licht und mir klappte, wie auch schon zuvor ziemlich häufig, die Kinnlade runter.

„Mit einem Seitenblick auf Lilou fügte er hinzu: >>Oder wollen Sie lieber nach Hause?<<
>>Sind wir dort sicher?<<
Steins Lächeln verschwand. >>Die Kamera und die Wanze, die jemand dort installiert hat, habe ich zwar entfernt, gelöst habe ich Ihre Probleme aber noch nicht.<< (Seite 166)

Die Hauptcharaktere

SaCre

Hanna war mir von Anfang an sympathisch. Als Leser lernt man sie recht gut kennen und findet schnell ihre Charakterzüge heraus. Ihr Verhalten konnte ich im Großen und Ganzen auch so nachvollziehen. Allerdings fand ich sie fast noch etwas zu gelassen am Anfang… Na gut, sie hatte nicht nur das Problem mit Steve, sondern die Sorge um Lilou. Die war für sie als Mutter wohl größer.

Britta war mir von Anfang an etwas suspekt. Einige Sätze, die sie von sich gab, kamen mir komisch vor. Vom ersten Erscheinen an hatte ich den Eindruck, dass irgendwas mit ihr nicht stimmt.

Bei Marten Stein war ich auch etwas widersprüchlicher Meinung. Ich konnte bis kurz vor Schluß nicht sagen, ob er für mich einer der Guten oder Bösen ist. So ging es mir auch noch mit einigen anderen Personen. Ich war mir nie ganz sicher, wie ich diese einzuschätzen habe. DAs brachte weitere Spannung in die Geschichte.

SaFi

Hanna ist eine ganz normale Frau. Knapp 30, verheiratet und stolze Mutter der kleinen Lilou. Ich habe richtig mit ihr gelitten und versucht mir vorzustellen, was die ganze Sache mit mir angestellt hätte. Dass sie nicht einfach alles auf sich beruhen lassen kann und herausfinden will was passiert ist, war für mich völlig plausibel.

Die Nebendarsteller haben dafür gesorgt, dass ich den meisten von ihnen entweder von Anfang an nicht so wirklich traute oder mit der Zeit meine Zweifel an ihren Handlungen und Absichten bekam und nicht mehr wusste, welches Spiel sie spielen, auf welcher Seite sie stehen – genauso wie Hanna.

Der Schreibstil

SaCre

Was mir als Erstes auffiel: die kurzen Kapitel. Das fand ich recht angenehm. Der Schreibstil der Autorin ist angenehm und sehr gut zu lesen. Sie verwendet keine Wörter, die man erstmal suchen und übersetzen muss, oder ewig lange verschachtelte Sätze. Als Leser kann man also ganz „entspannt“ in die Geschichte eintauchen.

SaFi

Die normale Sprache und die kurz gehaltenen Kapitel, die mir „Kapitel-Leserin“ sehr gelegen kamen, machen den gut zu lesenden und flüssigen Schreibstil aus. Abgerundet wird das ganze durch die toll integrierte Nebenhandlung. Ein wahrer Pageturner.

„Hanna nickte, obwohl sie Steins Worte kaum erfassen konnte. Ihr Kopf fühlte sich an wie Brei, als hätte der Felsbrocken sie getroffen, anstelle des Autos. Steve, Rose, Rob, Steinschlag, Entführung, Erpressung, Heiratsschwindel – in was war sie da nur hineingeraten?“ (Seite 237)

Der Thrill

SaCre

Tja, was soll ich zum Thrill sagen? Ich sitze also völlig unschuldig, alleine zuhause auf der Couch und bin so richtig in der Geschichte drin. Ich leide mit Hanna, die sich verfolgt, beobachtet fühlt. Und hier und da knackt es im Gebälk – bei mir im Wohnzimmer. Passiert nun mal in einem alten Haus. Es ließ mich aber immer wieder mal erschauern. Als aber plötzlich das Telefon klingelte, an einer überaus passenden Stelle im Buch, saß ich senkrecht… Mein Herz! Uff… Das musste ich erstmal verdauen. Es wurde aber nicht wirklich besser… 🙂 Der Thrill ist also mehr als da! Und das vom Anfang bis zum Ende durchgehend. Ohne, dass es an manchen Stellen übertrieben wird. Die Tatsachen, dass man als Leser auch die Personen nicht so richtig zu den Guten oder Schlechten zuordnen kann, verstärkt den Thrill auch nochmal.

SaFi

Hätte an manchen Stellen jemand unerwartet angerufen oder an der Tür geklingelt, hätte ich wahrscheinlich laut aufgeschrien. Nee doch nicht. Vermutlich hätte ich das bei 99% des Buches gemacht. Was passiert wäre, wenn unser Kater auf einmal auf meinen Schoß gesprungen oder irgendetwas runtergefallen wäre, möchte ich mir jetzt lieber nicht vorstellen. Aber es hätte gut und gerne zu einem Herzinfarkt mit 30 Jahren führen können. Was das jetzt alles heißen soll? Ich war absolut gefangen von der eigentlich nie einbrechenden Spannung und der Stimmung, die in diesem Buch herrschte, auch wenn es keine blutrünstigen Metzelszenen gab. Aber die hat „Rachekind“ auch gar nicht nötig.

Die Bewertung

SaCre

Für mich ist das Buch ein wahrer Pageturner. Es begeisterte mich von der ersten bis zur letzten Seite. Samstag Abend fing ich damit an, Sonntag war ich damit durch. Das gelingt mir nicht bei jedem Buch. Ich kann nur jedem Thriller-Fan raten: LESEN!

5 Herzen

SaFi

Kurz und knapp auf den Punkt gebracht: Wenn mich ein Thriller derartig fesselt, dass ich etwas mehr als 500 Seiten an zwei Abenden verschlinge, dann darf dieser Thriller, obwohl ich es sonst nicht so mag, auch gerne ein wenig Mystery im Gepäck haben. Absolute Leseempfehlung!

5 Herzen

4 Antworten to “Rachekind [Rezension]”

  1. bellesleseinsel 17. Januar 2013 um 13:00 #

    Schöne Rezi von Euch. Ich war von dem Thriller auch restlos begeistert.
    LG Isabel

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Trackbacks/Pingbacks

  1. Der Kinderbuch-Lotse | Sei lieb und büße – Jugendthriller - 8. August 2013

    […] Die Geschichte ist spannend und so detailliert und gut erzählt, dass man sich in jeder Szene als Leser mittendrin wähnt. Bis kurz vor Schluss war mir wirklich nicht klar, wer hinter diesen schlimmen Dingen steckt. Und auch die Auflösung brachte die ein oder andere Überraschung für mich. Ich habe das Buch innerhalb eines Tages aufgesogen und nicht aus der Hand gelegt. Für mich ein eben solcher Pageturner wie beispielsweise “Rachekind“. […]

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  2. {Autor empfiehlt Buch} Sommeredition 2014 | Janet Clark | Bookwives - 25. Juni 2014

    […] gelangt ihr zur Übersicht. Ihre Thriller für Erwachsene “Ich sehe dich” und “Rachekind” sind im Heyne Verlag erschienen; […]

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