Vier Beutel Asche [Rezension]

22 Jan

Vier Beutel Asche

Autor: Boris Koch
Titel: Vier Beutel Asche
Seitenzahl:
384
ISBN: 978-3-453-26834-0
Verlag:
Heyne
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren

Zum Inhalt:

Jan trauert um seinen besten Freund Christoph. Dieser wurde nachts auf dem Fahrrad von einem entgegenkommenden Auto erfasst und starb.

In der Nacht, in der Christoph 17 Jahre alt geworden wäre, möchte Jan ihn an seinem Grab besuchen. Doch er ist nicht der Erste, der diesen Gedanken hat, und auch nicht der Letzte. Mitten in der Nacht stehen auf einmal vier Freunde von Christoph, die bislang nicht sehr viel miteinander zu tun hatten, an dessen Grab und beschließen, ihm seinen letzten Wunsch zu erfüllen und seine Asche im Meer zu verstreuen.

Meine Meinung:

Freundschaft, Liebe, Trauer, Reue, Hass. Die Gefühle in diesem Jugendroman von Boris Koch könnten kaum unterschiedlicher sein. Genauso wie die Jugendlichen, die sich auf den langen Weg zur französischen Atlantikküste machen – frei nach dem Motto:

„Was würdest du für einen Freund tun?“ (Buchrücken)

Jan wirkt auf der einen Seite, mit seinen doch recht erwachsenen Ansichten und Gedanken, sehr reif. Auf der anderen Seite merkt man aber auch deutlich, dass er eben noch ein Teenager ist. Er schwankt ständig zwischen seiner Wut auf den Autofahrer und der Wut sich selbst gegenüber, weil er seine eigentlich gewollte Rache bislang nicht ausüben konnte.

Selina leidet sehr unter dem Verlust ihres festen Freundes. Zu diesem Leid gesellt sich nach und nach aber auch Zweifel. Denn irgendwie wird sie das Gefühl nicht los, dass Christoph sie mit Lena betrogen hat. Was sonst hätte die beiden verbinden können?

Maik gibt sich die Schuld an Christophs Tod. Von ihm hatte er schließlich das Fahrrad, mit dem er in der Unfallnacht unterwegs gewesen war. Und dieses Fahrrad hatte kein Licht. Seine Schuldgefühle lassen ihn sogar an Selbstmord denken.

Lena passt auf den ersten Blick so gar nicht in die Runde der trauernden Freunde. Während die anderen drei zumindest schon mal hin und wieder miteinander zu tun hatten, weiß keiner so wirklich, was Lena mit Christoph verband.

Das Buch ist wirklich schön geschrieben und gut zu lesen. Die Geschichte wird aus der Sicht von Jan erzählt. Durch seine Gedanken an die Vergangenheit wird deutlich, was die beiden Jungs so lange miteinander verband und was ihre Freundschaft ausgemacht hat. Zudem erfährt man durch jeden der vier Teenager im Laufe der Geschichte, wie jeder einzelne von ihnen Christoph zum ersten Mal begegnet ist. So wird nach und nach deutlich, was diese Jungendlichen mit Christoph verband, und somit nun auch sie verbindet, obwohl sie sich gegenseitig bislang nicht als Freunde betrachteten.

„Mitten auf dem Parkplatz bildeten wir einen Kreis, der mathematisch gesehen natürlich auch ein Viereck sein konnte. Wir waren vier Punkte, es kam darauf an, wie man uns verband. Wie, das wusste ich nicht, aber wir waren verbunden.“ (Seite 143)

Die Reise steckt natürlich voller Überraschungen und unerwarteten Ereignissen. Auch zwischenmenschlich verschiebt sich während der gemeinsamen Zeit so einiges.

Was erleben Sie auf ihrer Reise? Was entwickelt sich zwischen den vieren? Und zu guter letzt die alles entscheidende Frage: Können sie ihren Plan in die Tat umsetzen? Auf diese Fragen werde ich hier und jetzt selbstverständlich keine Antworten geben. Lest das Buch einfach selbst, um es herauszufinden – es lohnt sich!

4 HerzenSaFi

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