Verlorene Eier [Rezension]

25 Jan

Verlorene Eier

Autor: Sam Scarlett
Titel: Verlorene Eier
Seitenzahl:
448
ISBN: 978-3-442-37713-8
Verlag:
Blanvalet

Zum Inhalt:

Endlich scheint der Engländerin Angela Huxtable der große Durchbruch als Autorin zu gelingen. Sie hat zwar schon mehrere Bücher veröffentlicht, aber nun soll das große Geld winken – dank einer Lesereise durch die USA.

Hört sich doch gar nicht schlecht an – ist es eigentlich auch nicht. Gäbe es da nicht einen großen Haken an der Sache: Angela Huxtable heißt eigentlich Bill Greefe und ist ein Mann.

Meine Meinung:

Dieses Buch sorgte bei mir für wunderbares Kopfkino. Schon auf den ersten Seiten kamen mir Bilder in den Sinn, die mich herrlich schmunzeln ließen, und die ich für den Rest des Buches immer wieder vor meinem geistigen Auge aufblitzen sah. Ich stellte mir irgendwie eine Mischung aus „Mrs. Doubtfire“, den drei Drag-Queens aus „To Wong Foo“ und zu guter letzt, aufgrund des Namens, Cliff Huxtable (Bill Cosby in der „Bill-Cosby-Show“) vor.

„Gerald grinst mich an. Ich sehe, was er sieht – einen zerknautschten, unrasierten, schlecht gekleideten Mann jenseits des Zenits, der eindeutig zu lang auf dem platten Land gelebt hat. Einen Mann, der sich ein bisschen gehen lassen hat und – ehrlich wahr! – dem Härchen in den Ohren sprießen. So stellt sich unter Garantie keiner Angela Huxtable vor.“ (S. 17/18)

Die Story an sich konnte mich durchaus positiv überraschen. Es wird nicht einfach stumpf dargestellt, wie Bill als Angela durch die USA reist und was ihm/ihr da so alles an Missgeschicken passiert. Ein Teil des Buches beschäftigt sich anfangs erstmal mit der Verwandlung von Bill zu Angela, die er selbstverständlich nicht ohne Unterstützung hinbekommt – und hier kann man schminktechnisch selbst als Frau noch so einiges lernen. 😉 Die Lesereise wird lang genug, aber nicht zu ausführlich dargestellt und selbst danach geht es immer noch weiter. Dieses „Danach“ hat mir irgendwie am besten gefallen, das Ende des Buches war mir dann aber doch zu überzogen.

Abschließend weiß ich nicht so recht, was ich nun von dem Buch halten soll. Auf der einen Seite war es wirklich sehr, sehr witzig. Der sympathische Hauptakteur hat mich durch seine ironische Sichtweise auf sich selbst und den Rest der Welt immer wieder zum Schmunzeln gebracht. Köstlich fand ich die „Gespräche“, die zwischen Bill und Angela stattfanden. Auch alle anderen Charaktere – z. B. Bills/Angelas Agent Gerald oder Caerwen Griffiths (wie spricht man diesen Namen bitte aus?) – und die Geschichte an sich sind alles andere als normal.

Und genau das macht es mir so schwierig dieses Buch für mich irgendwo einzuordnen, in eine Schublade zu stecken. Denn die Geschichte ist zwar sehr witzig aber auch völlig überzogen und total absurd. Dennoch bietet sie auch ein wenig Tiefgang. Gleiches gilt für die Charaktere. Manches war mir aber einfach ein wenig too much. Ich bin da wirklich hin- und her gerissen.

„Es ist ein echtes Übel, eine Frau zu sein, wenn man in Wahrheit ein Mann ist. Meine Füße schmerzen von den hohen Absätzen, die Perücke klebt unangenehm an meiner Kopfhaut, und ich bin nicht sicher, ob der BH die richtige Größe für meine Hühnerfilets hat.“ (Seite 172)

Ein gut und flüssig zu lesendes, in der Ich-Perspektive geschriebenes Buch voller schrägem Humor, das aber sicherlich nicht jedem liegen wird. Es kommt halt darauf an, ob diese doch ein wenig spezielle Geschichte das Komikzentrum des einzelnen Lesers trifft. Bei mir war das, bis auf ein paar Ausnahmen, der Fall.

Letzten Endes entscheide ich mich bei der Bewertung mit drei Herzen zwar für die goldene Mitte – die Tendenz geht aber eher rauf zu vier statt runter zu zwei.

3 HerzenSaFi

2 Antworten to “Verlorene Eier [Rezension]”

  1. Julia 4. Juli 2013 um 15:33 #

    Hey 🙂
    ich habe euch durch die Blanvalet-Challenge gerade entdeckt. Bei mir steht „Verlorene Eier“ noch auf der to-read liste. Es wartet im Regal und bewegt sich leider keinen Zentimeter, nach dem ich eine total negative Rezension gelesen habe.
    Diese hier macht mir jetzt aber Mut. Mal sehen wann ich zu dem Buch greife.
    Liebe Grüße
    Julia

    Gefällt mir

    • bookwives 4. Juli 2013 um 15:54 #

      Hallo Julia,

      nur Mut. 🙂 Unterhaltsam ist das Buch auf jeden Fall.

      LG, SaFi.

      P.S.: Ich habe gerade gesehen, dass du momentan „Furie“ liest. Viel „Spaß“ mit Gretchen. 😉

      Gefällt mir

Kommentare? Immer her damit! :-)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: