Heavy Cross [Rezension]

7 Feb

Heavy Cross

Autor: Beth Ditto
Titel: Heavy Cross
Seitenzahl:
208
ISBN: 978-3-453-26675-9
Verlag:
Heyne

Zum Inhalt:

Sie ist der aufregendste und ungewöhnlichste Star der Pop-und Modeszene. Mit ihrer Band Gossip dominiert sie weltweit die Charts mit einer ganz eigenen Mischung aus Punk und Soul. Und die Fashionwelt von Karl Lagerfeld bis Kate Moss feiert sie als neue Stil-Ikone. Doch hinter all dem Glamour versteckt sich eine unsagbar traurige Kindheit und Jugend, in der Armut, Hunger und Missbrauch an der Tagesordnung waren.

Meine Meinung:

Ich mag zwar die Musik ihrer Band Gossip, viel wusste ich von Beth Ditto bislang aber nicht. Zuerst war ich überrascht, dass sie eine Autobiografie geschrieben hat. Das schien mir irgendwie nicht so recht zu ihr zu passen, aber ich wurde eines besseren belehrt.

„Die knallharte Lebensgeschichte einer außergewöhnlichen Frau.“ (Klappentext)

Was mir richtig gut gefallen hat, war der fehlende jammernde Unterton. Beth Ditto will sich nicht beklagen über das, was ihr schreckliches zugestoßen ist. Ändern kann sie es ja eh nicht mehr. Vielmehr sieht sie die Geschehnisse als Teil ihres Selbst an. Und das finde ich bewundernswert. Denn meiner Meinung nach hätte sie durchaus allen Grund sich zu beklagen.

„Damals gab es nicht viele Dinge, die ich mein Eigen nennen durfte. Ich hatte nicht mal ein Bett, und oft durchsuchte ich morgens Jane Anns Kommode nach einem sauberen BH und Unterwäsche. Aber das T-Shirt gehörte mir, und ebenso die Figur darauf: eine Sängerin.“ (S. 16)

Ihre Kindheit war alles andere als schön oder leicht und vor allem eines nicht: kindgerecht. Schon früh musste sie im Haushalt ihrer Mutter bzw. ihrer Tante, zusammen mit den anderen Kindern, die Pflichten der Erwachsenen übernehmen. Ihre Mutter war fast ohne Unterlass auf der Jagd nach einem neuen Mann, ihre Tante war zu krank, um sich um ihre Kinder und den Haushalt zu kümmern.

Dazu kam dann noch ihre Andersartigkeit. Sie war schon als Kind dick, hatte schon früh einen Faible für ausgefallene Klamotten und Make-up und war irgendwie immer der Außenseiter. Als Teenager lernt sie dann ihre Wahlfamilie kennen und die Erfolgsgeschichte der Beth Ditto kommt ganz langsam und allmählich ins Rollen.

„Die Meinung derjenigen, die nicht meine Freunde waren, interessierte mich nicht die Bohne. Mit so einer Haltung wird man natürlich nicht zu jeder Party eingeladen, aber das ist es wert.“ (S. 69)

Beth Ditto nimmt kein Blatt vor den Mund – alles andere würde ja auch nicht zu ihr passen. Ihre Autobiografie ist gut geschrieben, angenehm zu lesen und ist so, wie ich sie einschätzen würde: offen und ein bisschen durcheinander. Die Zeitsprünge tun dem Lesefluss aber keinen Abbruch.

In ihrem Buch beleuchtet Beth Ditto nicht bloß die schrecklichen Erlebnisse vor ihrem Erfolg mit Gossip. Sie beschreibt ebenfalls den Weg hin zu diesem Erfolg, der ihr so nie in den Sinn gekommen wäre. Dabei konnte ich nicht nur sehr viel über die Person Beth Ditto lernen, sondern auch über Musik, Feminismus und eine gesunde Einstellung zum eigenen Körper.

Eine wirklich lesenswerte Biografie, wie ich finde. Und eine bemerkenswerte junge Frau.

„Den Stimmen in eurem Kopf und den Leuten, die euch kleinhalten wollen – sagt ihnen, dass sie sich verpissen sollen. Ihr seid perfekt, so wie ihr seid. Außer der Welt müsst ihr nichts verändern. Also fangt damit an.“ (S. 201)

4 HerzenSaFi

2 Antworten to “Heavy Cross [Rezension]”

  1. Evy 7. Mai 2015 um 12:18 #

    Das klingt richtig gut!

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Trackbacks/Pingbacks

  1. Jahresrückblick 2013 | Dein Buchjahr in 30 Fragen | Bookwives - 31. Dezember 2013

    […] Wenn, dann nur mal eine Biografie. Da hatte ich in diesem Jahr aber auch bloß eine: “Heavy Cross” von Beth […]

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