Der Sarg [Rezension]

10 Feb

Der Sarg

Autor: Arno Strobel
Titel:
Der Sarg
Seitenanzahl: 384
ISBN: 978-3-596-19102-4
Verlag: FISCHER Taschenbuch

Zum Inhalt:

Die Kölner Zeitungen werden von der Meldung dominiert, dass eine junge Frau tot aufgefunden wurde – in einem Sarg. Hauptkommissar Bernd Menkhoff nimmt die Ermittlungen auf.

Eva erwacht in einem Sarg. Wie sie dahin gekommen ist, weiß sie nicht. Panik ergreift sie, sie versucht ihrem Gefängnis irgendwie zu entkommen, aber das scheint unmöglich zu sein. Und doch ist sie auf einmal wieder in ihrem Haus. Nur ein Traum? Aber wo kommen dann ihre Verletzungen her?

Meine Meinung:

Was mir bereits nach wenigen, der schön knapp gehaltenen, Kapitel positiv aufgefallen ist, waren die ständigen Perspektiv- und Schauplatzwechsel. Vor meinem inneren Auge läuft zwar grundsätzlich ein Film ab während ich ein Buch lese, aber diese Art der Erzählung verstärkte den Effekt noch zusätzlich und hat mir sehr gut gefallen.

Arno Strobel hält sich nicht mit langen, einleitenden Worten auf. Man ist als Leser sofort mittendrin und spürt förmlich am eigenen Leib, wie die Luft in dem Sarg, in dem Eva eingesperrt ist, immer knapper wird und Evas Panik ergreift von einem selbst Besitz.

„Sie wand sich, versuchte sich umzudrehen, noch immer hustend, schaffte es nicht. Sie verschluckte sich, drohte zu ersticken. Einem epileptischen Anfall gleich zuckten ihre Gliedmaßen unkontrolliert, knallten in einem unregelmäßigen Stakkato gegen die Wände und den Deckel. Sie verlor in ihrer panischen Raserei komplett die Orientierung, wand sich und schlug mit aller Kraft nach allen Seiten.“ (S. 11)

Die Story ist gut durchdacht, befasst sich mit einem interessanten Thema und ist so richtig schön thrillerlike. Anfangs scheint alles sehr verworren zu sein und wenig Sinn zu machen. Nach und nach werden Fährten gelegt, Vermutungen angestellt, Hintergründe beleuchtet. Irgendwann kommt dann der Punkt, an dem man sich denkt: Na klar, so muss es sein. Bei mir war es zwar der Fall, dass sich eine meiner Vermutungen, die ich während des Lesens angestelle, bewahrheitet hat, andere dafür aber nicht. So ging die Spannung dennoch nie verloren und das Ende und vor allem die Auflösung haben mich sprachlos gemacht.

Nach und nach wird man in das Leben der einzelnen Protagonisten eingeführt. Man erfährt so einiges von Eva und auch von Menkhoff, der wohl schon in mindestens einem anderen Thriller von Arno Strobel den Ermittler darstellt. Ich kann mich dazu nicht weiter äußern, da dieser Thriller – Asche über mein Haupt – mein erster von Arno Strobel war. Das wird sich nach diesem Pageturner aber definitv ändern.

>>Warum fesselt er ihre Handgelenke, lässt ihnen aber so viel Platz, dass sie sie ein gutes Stück in alle Richtungen bewegen können?<<, überlegte Reithöfer laut. (S. 106)

All die Dinge, die ich von einem richtig guten Thriller erwarte, habe ich in „Der Sarg“ vorgefunden. Ein gut umgesetztes Thema gepaart mit einem perfiden Killer, einem sympathischen Ermittler, der aber keineswegs 08/15 ist, einer Story, die von Anfang an fesselt und einem furiosen Ende mit durchaus schockierender Auflösung.

Für mich definitiv ein Must-Read-Thriller.

5 HerzenSaFi

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