Mary, Tansey und die Reise in die Nacht [Rezension]

12 Feb

Mary, Tansey und die Reise durch die Nacht

Autor: Roddy Doyle
Titel: Mary, Tansey und die Reise in die Nacht
Seitenzahl:
240
ISBN: 978-3-570-15471-7
Verlag:
cbj
Empfohlenes Alter: ab 12 Jahren

Zum Inhalt:

Im Moment findet Mary alles gar nicht leicht: Ihre liebe, witzige, wunderbare Großmutter Emer liegt im Sterben. Deshalb hat Mary überhaupt keinen Nerv, sich mit der altmodisch wirkenden Fremden zu unterhalten, die sie eines Tages einfach so anspricht. Doch schnell stellt sich heraus, dass diese Tansey niemand Geringeres als die Mutter von Emer ist – also Marys seit langem tote Urgroßmutter. Als Geist ist sie gekommen, um zusammen mit ihrer sterbenden Tochter sowie Mary und deren Mutter Scarlett ein letztes großes Abenteuer zu erleben. Gesagt – getan! Mit Scarlett am Steuer begeben sich die vier Frauen aus vier Generationen auf eine unvergessliche, letzte gemeinsame Reise in die Nacht… (Quelle: cbj)

Meine Meinung:

Im ersten Augenblick könnte man fast ein wenig enttäuscht sein, wenn man während des Lesens feststellt, dass das, was auf dem Buchrücken zu lesen ist, im Prinzip schon die ganze Geschichte ist und die Reise selbst nur einen kleinen Teil ausmacht – man könnte es sein, muss es aber nicht.

Denn im Grunde geht es gar nicht um die Reise an sich, da verwirrt der deutsche Titel (Originaltitel: A Greyhound of a Girl) ein wenig. Im Vordergrund stehen vielmehr die Fragen: Warum taucht Tansey auf einmal auf? Wo geht die Reise hin? Wieso hat die Reise dieses Ziel? Und die Antworten auf diese Fragen stecken voller Gefühl, Liebe und auch Humor, und machen dieses Buch so lesenswert und besonders.

Roddy Doyle ist es ganz wunderbar gelungen, ein an sich trauriges Thema gar nicht mehr so traurig wirken zu lassen. Dennoch gibt es auch sehr viel Tiefgang in dieser bezaubernden Geschichte. Ich hatte bereits nach den ersten Seiten einen dicken Kloß im Hals, musste wenige Sätze später aber auch schon wieder schmunzeln. Und so ging es eigentlich auch die ganze Zeit weiter.

Die vier Hauptdarstellerinnen in diesem Jungendbuch sind trotz der Kürze des Buches sehr liebevoll und detailliert gezeichnet – auch wenn vieles zwischen den Zeilen steht. Besonders gut gelungen ist ihm das bei Mary, dem vorlauten, witzigen und klugen 12jährigen Mädchen.

Sprich mit keinen Fremden, schoss es ihr durch den Kopf. Das hatte sie schon früh gelernt.
>>Aber das ist doch dämlich<<, hatte sie vor ein paar Jahren gesagt.
>>Warum ist das dämlich?<<, hatte ihre Mutter gesagt.
>>Wusstest du, wer Dad war, als du ihn kennenlerntest?<<
>>Natürlich nicht.<<
>>Also war ein Fremder.<<
>>Aber …<< (S. 15)

Dieses Buch steckt voller Emotionen. Der Grund für Tanseys Erscheinen und für ihr Verweilen war einfach nur ergreifend und schlichtweg zu Herzen gehend. Aber im Grunde gilt das für das ganze Buch. Ich könnte diese Rezension vollpacken mit tollen Dialogen, Aussagen und Gedankengängen, die mich zum Weinen und Lachen brachten – manchmal sogar zur gleichen Zeit.

Ein wirklich tolles Buch über Trauer, Abschied, die Angst vor dem Tod und der Liebe zwischen Müttern und Töchtern.

Sehr zu empfehlen, auch wenn man selbst schon lange wesentlich älter als 12 Jahre ist. ♥

5 HerzenSaFi

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