Beuteschema [Rezension]

21 Feb

1 Buch - 2 MeinungenAutor: Neal Baer & Jonathan Greene
Titel: Beuteschema
Seitenzahl: 384
ISBN: 978-3-442-37921-7
Verlag: Blanvalet
: 21. Januar 2013

Beuteschema

Zum Inhalt

Der jungen forensischen Psychiaterin Claire Waters gelingt, was niemand zuvor geschafft hat: Sie findet Zugang zu dem psychisch kranken Straftäter Quimby und bringt seine grauenvolle Kindheit ans Licht, aufgrund ihres Gutachtens wird der Mann aus der Psychiatrie entlassen. Kurze Zeit später entdeckt die Polizei die Leiche einer Prostituierten. Entsetzt erkennt Claire Quimbys Opferprofil – doch sie hat keine Beweise für seine Schuld. Dann häufen sich die Morde…

Die Story

SaCre

Dr. Claire Waters musste als Kind mit ansehen, wie ihre damals beste Freundin Amy entführt wurde. Sie hat auch als Erwachsene an diesem Thema zu knabbern, fühlt sich immer noch schuldig, da sie nicht helfen konnte. Nun betreut Sie Todd Quimby im Gefängnis Rikers Island. Sein Fall und seine Vergangenheit bringen bei ihr auch immer wieder Gedanken an Amy und ihr „Versagen“ zutage. Nachdem Quimby aus der Haft entlassen wird, geschehen einige Morde. Mit Hilfe von Nick Lawler, NYPD, versucht sie, ihn zu finden. Doch er scheint den beiden immer einen Schritt voraus. Plötzlich wird die Situation immer verzweigter. Dinge, die vorher in keinem Zusammenhang standen, scheinen sich langsam wie ein Puzzle zusammen zu fügen.

Die Story hat mir gut gefallen. Im Buch passiert viel und es gibt einige unterschiedliche Handlungsstränge. Die Ideen, die hinter allem stecken, finde ich gelungen.

SaFi

Eigentlich ist die Story eine runde Sache. Schnell ist man in der Geschichte drin und begibt sich zusammen mit Claire und Nick auf Spuren- bzw. Quimby-Suche. Schön fand ich den Bruch nachdem der eigentliche Fall bereits abgeschlossen schien. Was darauf jedoch folgte war mir ein wenig zu weit hergeholt. Hätte das Buch sich nur mit diesem einen Fall beschäftigt, hätte ich es wahrscheinlich besser gefunden.

>>Sie sind die Psychiaterin?<<, fragte er halbherzig.
Er sah ihr in die Augen. Claire dachte an die erste Lektion, die sie in ihrem Praxisjahr als Psychiaterin gelernt hatte: Einem Patienten, der den Blick senkt oder zur Seite schaut, ist alles scheißegal. Wer einem in die Augen sieht, will Hilfe. Es ist wie bei einem Rendezvous, beide Seiten schätzen einander ab. (Seite 24)

Die Hauptcharaktere

SaCre

Zum einen haben wir hier die junge Dr. Claire Waters. Sie tritt ihren ersten Fall im Rikers Island Gefängnis an. Sie muss im Laufe der Geschichte viel ertragen. Bei der ein oder anderen Szene hätte ich mir noch etwas mehr Emotionen von ihr gewünscht. Dass, was sie in ihrer Kindheit erleben musste, hat sie geprägt und beeinflusst sie noch heute. Das kommt gut rüber und wird von den Autoren sehr gut immer wieder eingebunden.

Die männliche Hauptperson ist Nick Lawler. Ein verwitweter Polizist. Er hat ebenfalls mit persönlichen Problemen zu kämpfen, geht aber in seinem Job voll und ganz auf. Zwischen ihm und Claire scheint sich ganz langsam und leicht etwas anzubahnen, tiefergehende Gefühle vielleicht. Doch diese sind hier bisher nur im Ansatz erkennbar. Nick ist Claire, die er beschützen will und muss, gegenüber voll und ganz Polizist und Profi. Ein Mann mit leicht abgerundeten Ecken und Kanten. 🙂

SaFi

Die weibliche Hauptperson, die forensische Psychiaterin Claire Waters, ist jung, gutaussehend und steht am Anfang einer vielversprechenden Karriere. Ihr Sprungbrett soll Todd Quimby sein. Dies ist auch der Fall, aber ganz anders, als Claire es sich hätte träumen lassen. Im Prinzip ist ihre Vergangenheit – das Verschwinden ihrer besten Freundin im Kindesalter, das ihr auch in der Gegenwart immer noch zu schaffen macht – gut in die Geschichte integriert, aber gerade zum Ende hin war es mir damit dann doch etwas zu viel.

Nick Lawler, ein junger Polizist, mit einer ebenfalls unschönen Vergangenheit, übernimmt den Part der männlichen Hauptfigur. Seine Karriere lief nicht immer so wie gewünscht, aber dank der neuen Mordserie kann er zu seiner alten Einheit zurückkehren – wenn auch wahrscheinlich nicht für lange Zeit. Er war mir von Anfang an richtig sympathisch, der typische Retter in der Not und Beschützer in allen Lebenslagen.

Sehr gut gefallen hat mir auch die Darstellung von Todd Quimby. Mit nüchternen Worten ist es den Autoren Baer und Greene gelungen, das Bild eines zutiefst verstörten Mannes zu zeichnen, der für seine Gräueltaten in der Vergangenheit zwar verantwortlich ist, aber vielleicht auch gar keine andere Wahl hatte.

>>Ihr Vater hat sie gezwungen, ihm beim Onanieren und beim Sex zuzuschauen. Ihre Mutter hat sie gezwungen, sich anzusehen, wie sie ihn erschossen hat. Diese Erfahrungen haben Sie zu jemandem gemacht, der gern zuschaut. Der gern schockiert. Der gern Leute ansieht und sie zwingt, ihn anzusehen. So wie Sie mich die ganze Zeit ansehen, seit wir hier zusammen sind.<< (Seite 42)

Der Schreibstil

SaCre

Der Schreibstil des Autorenteams gefällt mir gut. Die Story liest sich sehr gut. Orte und Handlungen sind so beschrieben, dass man sich hinein versetzen kann. Der Schreibstil hat dazu geführt, dass das Buch mir doch gefallen hat (wenn auch nicht als Thriller).

SaFi

Das Buch ist gut und flüssig zu lesen. Die Sichtweisen und Schauplätze wechseln öfters mal. Ich hatte trotz der komplexen Story keine Probleme, den Geschehnissen zu folgen.

Der Thrill

SaCre

Tja, schwierig. Der Thrill ist hier für mich leider gar nicht vorhanden. Es geschehen so einige Dinge im Laufe der Geschichte. Aber richtige Spannung kommt dabei leider für mich überhaupt nicht auf. Das Buch könnte für mich auch als Unterhaltungsliteratur eingestuft werden.
Gut herausgearbeitet ist hier die Polizeiarbeit, sowie alle Themen, die sich mit Forensik, Psychotherapie und dem Drumherum beschäftigen. Das konnte man so auch von dem Autorenteam, die zusammen am Krimiformat „Law and Order: Special Victims Unit“ gearbeitet haben und mehrfach mit Emmys und einem Golden Globe ausgezeichnet wurden, erwarten. Doch etwas mehr Thrill, Spannung und Nervenkitzel hätte ich mir hier durchaus gewünscht.
Dieses Buch könnte man meiner Meinung nach besser als Krimi vermarkten.

SaFi

Wenn ich ehrlich bin, habe ich nicht viel Thrill in diesem Buch entdecken können. Das Buch ist spannend, keine Frage. Aber so richtig schön thrillig ist es nicht, wie ich finde. Dafür hat einfach zu viel von dem gefehlt, was einen richtig guten Thriller für mich ausmacht: Nervenkitzel.

Gut gefallen hat mir die detailreiche Schilderung der verschiedenen Parts wie Polizeiarbeit, Forensik und Rechtsmedizin. Der fehlende Thrill konnte dadurch allerdings nicht wettgemacht werden. Für mich war es eher ein Krimi. In etwa so, als würde ich eine Folge „Law & Order: Special Victims Unit“ schauen. 😉

Die Bewertung

SaCre

Wie schon gesagt fehlte mir hier der Thrill. Und das ist das, was einen Thriller ausmacht. Das Buch hat mich unterhalten und ich konnte es wirklich gut lesen. Aber der Kick hat mir gefehlt. Von daher:

3 Herzen

SaFi

Ich muss zugeben, dass ich etwas mehr erwartet hatte. Die Geschichte an sich hat mir zum Großteil zwar gut gefallen, für einen richtigen Thriller fehlte mir aber der Nervenkitzel. Sollte es von dem Autorenduo ein weiteres Buch mit Claire Waters und Nick Lawler in den Hauptrollen geben, würde ich es sicherlich lesen. Was dann aber hauptsächlich an den beiden interessanten Charakteren liegen würde.

3 Herzen

Kommentare? Immer her damit! :-)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: