Dublin Street {Rezension}

Samantha Young - Dublin Street

Autor: Samantha Young
Titel: Dublin Street. Gefährliche Sehnsucht
Seitenzahl:
 432
ISBN: 9783548285672
Verlag:
 Ullstein

Zum Inhalt:

Jocelyn Butler hat als Kind ihre komplette Familie bei einem schweren Autounfall verloren. Danach war sie in zwei Pflegefamilien. Sie feierte oft und viel, trank Alkohol, nahm Drogen und sagte zu Jungs und Sex nicht nein. Doch mit 18 gab es ein Erlebnis, das sie umdenken ließ.
Schließlich zog sie nach Edinburgh und hoffte, in Ruhe an ihrem Buch arbeiten zu können. Sie zieht in die Dublin Street zu Ellie, einer sehr aufgeschlossenen jungen Frau. Sie fühlt sich wohl in ihrer WG. Doch dann taucht Braden, Ellies Bruder, in ihrem Leben auf.
Beide fühlen sich zueinander hingezogen. Schließlich einigen Braden und Jocelyn sich auf eine ungezwungene Affaire. Es soll keine Gefühle geben, kein Pärchen-Verhalten, kein Klammern, keine Dramen. Wenn es nach ihr ginge, würde es auch wirklich nur bei Sex bleiben. Doch Braden will mehr. Und hier beginnen die Probleme.
Jocelyn ist nicht beziehungsfähig und hat immer noch an dem Tod ihrer Familie zu knabbern. Dann passiert etwas mit Ellie. Und dieses Ereignis bringt noch mehr Unruhe in die „Beziehung“ zwischen Braden und Jocelyn.

„Der Rausch der letzten Monate und die Tatsache, dass ich den Kopf in den Sand gesteckt und so getan hatte, als hätte ich keine bösen Folgen zu befürchten, wenn ich mich darauf einließ, andere Menschen zu lieben, hatten mich dorthin gebracht, wo ich jetzt war. In nur sechs Monaten hatte ich mich in mein neues Selbst verwandelt, und schon wieder war mir der Boden unter den Füßen weggerissen worden.“ (Seite 336/337)

Meine Meinung:

In „Dublin Street“ geht es um Sex – wie in so vielen Büchern zur Zeit. Aber nicht nur. Im Vordergrund steht eindeutig die Geschichte zwischen Braden und Jocelyn. Und die unglaublich komplizierten Charaktere.
Jocelyn hat früh ihre Familie verloren und diesen Verlust nie wirklich verarbeitet. Sie legt in bestimmten Situationen, die sie überfordern, ungewöhliche Verhaltensweisen an den Tag – auch wenn sie ansonsten völlig normal ist. Irgendwann entschließt sie sich tatsächlich dazu, sich professionelle Hilfe zu suchen. Und bei den Sitzungen bei der Psychotherapeutin können wir als Leser sie auch begleiten. Sie ist ein komplexer Charakter. In vielen Situationen verhält sie sich so, wie ich mich verhalten würden. In Situationen, die sie emotional überfordern, reagiert sie völlig unberechenbar. Dann ist sie auch für Braden, ihren reichen Freund, nicht erreichbar. Er versucht alles, um zu ihr vorzudringen und sie bei ihren Problemen und Panikattacken zu unterstützen.

„Braden drehte sich kein einziges Mal um, und das war gut so.
Denn hätte er es getan, hätte er Jocelyn Butler zum ersten Mal seit langer Zeit echte Tränen weinen sehen, und er hätte gewusst, dass ich gelogen hatte. Gelogen wie gedruckt. Jeder, der mich sah, musste sofort erkennen, dass hier gerade ein Herz brach.“ (Seite 345)

Als Leser findet man sich hier in alltäglichen Situationen und Problemen der Protagonisten wieder.  Man kann sich vorstellen, dass das Erlebte Jocelyn tief getroffen und auch in ihren Verhaltensmustern verändert hat. Man leidet auch ein bisschen mit bei ihren Versuchen, sich auf Ellie als Freundin und Braden als Freund einzulassen. Man möchte ihr sogar irgendwie helfen.
Immer weiter entwickelt sich die Beziehung zwischen Braden und Jocelyn. Am Anfang war nur Sex – doch Braden möchte eine feste Beziehung zu ihr aufbauen.
Der Sex kommt hier natürlich nicht zu kurz – ist aber auch nicht der Hauptbestandteil des Buches. Es geht zur Sache, und wir Leser werden dabei mitgenommen. Die Sexszenen sind detailliert und bildlich beschrieben. Aber wir finden hier nichts von BDSM, Handschellen, Swingerclubs oder so.  Es ist also völlig „normal“ – oder wie man das auch immer bezeichnen will… :)

Der Schreibstil der Autorin gefällt und lässt sich gut lesen. Die Sprache passt zur Geschichte – es wird schon mal geflucht oder auch das ein oder andere vulgäre Wort benutzt. Dies macht die Protagonisten und die Geschichte glaubwürdig und stimmig.

Die Liebesgeschichte ist kompliziert und schön. Schwierige Charaktere, die jede Menge Reibung und explosive Stimmung erzeugen. Das macht die Geschichte interessant und lesenswert. Das Buch kann ich also guten Gewissens weiter empfehlen. Es ist wirklich eine schöne Geschichte, die mit prickelnder Erotik gewürzt ist.

Vielen Dank an das Team vom Ullstein Verlag, die mir dieses Buch zum Rezensieren zur Verfügung gestellt haben.

„Während der gesamten Fahrt starrte ich diese große Männerhand an und unterdrückte den Impuls, mich loszureißen. Aber nicht, weil mir das Händchenhalten unangenehm gewesen wäre. Es war schön. Zu schön.  Zu vertraut.“ (Seite 252/253)

4 Herzen

SaCre

2 Comments on “Dublin Street {Rezension}

  1. Ich hab Fountain Bridge gelesen. Der Stil war nich meins, weswegen ich weitere Bücher der Autorin nich gelesen habe. Aber die Mehrzahl der Rezipienten finde das Buch gut – also is es doch eine Blick wert.

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  2. Pingback: {Rezension} Scotland Street. Sinnliches Versprechen (Edinburgh Love Stories #5) | Samantha Young | Bookwives

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