Kuss der Sünde [Rezension]

25 Feb
Kuss der Sünde
Autor: Lara Wegner
Titel: Kuss der Sünde
Seitenzahl:
240
ISBN: 978-3-864431-22-7
Verlag:
Sieben Verlag
Veröffentlichung: Januar 2013
Leseprobe
 
 

Zum Inhalt:

Paris in den 1780er Jahren. Viviane Pompinelle und Olivier Brionne haben eines gemeinsam: Ein wohlgehütetes Geheimnis. Sie ist eine begnadete Diebin, er ein begnadeter Fälscher.

Doch unterschiedlicher könnten zwei Menschen auf den ersten Blick kaum sein. Sie kommt aus gutem Hause, ihre Familie ist selbst im Schloss der Königin Marie Antoinette gern gesehen. Er ist ein Lebemann und führt ein scheinbar sorgloses Leben im sündigen Paris.

Unweigerlich werden die Leben der beiden miteinander verbunden, als sich am Hofe ein Skandal um ein gestohlenes Halsband anbahnt …

Meine Meinung:

Mon Dieu.

Dieses Buch irgendwo einzuordnen fällt mir ziemlich schwer. Aber um mal einen Versuch zu starten: „Kuss der Sünde“ ist eine Liebesgeschichte vor historischer Kulisse mit mystischen Elementen und gespickt mit knisternder Erotik. Und dieser letzte Punkt hat mich beim Lesen doch sehr überrascht. Nie im Leben hätte ich vom Klappentext her darauf schließen können, dass es in diesem Buch dermaßen datailliert und auch recht häufig zur Sache gehen könnte. Darüber war ich zunächst zwar etwas verwundert, gestört hat es mich aber nicht. So oder so ähnlich wird es zur damaligen Zeit wohl im Sündenpfuhl Paris (und nicht bloß dort) zugegangen sein und es passte gut in diese Geschichte. Eine Geschichte, die mir nach anfänglichen Zweifeln doch sehr schnell sehr gut gefallen hat.

„Jetzt bist du jedenfalls zurück. Das wird ein Spaß“, krähte Justin.
Sicher, ein gewaltig großer Spaß, bis der Ernst der Lage die Familie einholte. Obwohl die Fakten vom Gegenteil sprachen, schienen sie an eine Besserung glauben zu wollen. Allen voran Grandmère Claude, die, nachdem sie dem Abbé den Verlust seiner Schnupftabakdose ersetzt hatte, steif und fest darauf beharrte, es sei an der Zeit, sich der Familienpflicht zu stellen. Worin diese bestand, konnte Viviane an zwei Fingern abzählen. Heirat und ein tadelloser Ruf.
Ersteres galt es abzuwenden, letzteres würde wohl ein Wunschtraum bleiben. Sie sollte schleunigst dafür sorgen, den Schaden zu begrenzen. (S. 10)

Aus immer abwechselnden Sichtweisen und mit einer tollen Sprache, die nicht gänzlich auf französische Ausdrücke verzichtet, die aber alle gut zu verstehen sind, selbst wenn man manche davon nicht kennt, inszeniert Lara Wegner eine tolle Geschichte voller Intrigen, Lust, Verrat und Liebe, die sich im Kern um die sogenannte Halsbandaffäre dreht.

Die Charaktere sind allesamt sehr detailliert ausgearbeitet. Viviane und Olivier haben es mir richtig angetan. Beide machen im Laufe des Buches eine große Wandlung durch, wobei in Hinblick auf Olivier lange Zeit nicht ganz eindeutig ist, ob diese Wandlung tatsächlich stattgefunden hat, oder nur eine weitere Fälschung seinerseits ist.

„Es gab Männer von vielversprechendem Aussehen, die sich zu einer Enttäuschung entwickelten. Es gab den umgekehrten Fall, bei dem wenig ansprechende Männer eine Frau überraschen konnten. Und zuletzt gab es Männer wie ihn. Extrem attraktiv, beachtlich bestückt und erfahren darin, dieses Stück zum größtmöglichen Vergnügen einer Frau einzusetzen.“ (S. 18)

Was am Anfang noch relativ zusammenhanglos auf mich wirkte, hat mich schnell in einen (Lese)Bann gezogen. Ich habe förmlich drauf gelauert, wann es endlich zur ersten Begegnung zwischen Viviane und Olivier kommen wird und wie es dann weitergehen würde. Die Hoffnung auf ein schier unmöglich erscheinendes Happy End wurde im Laufe der Geschichte immer mal wieder geschürt und dann wieder zur Nichte gemacht. Wie es dann letztendlich ausgegangen ist? Das werde ich hier wohl kaum verraten. 😉

„Kuss der Sünde“ lässt sich in viele Schuladen einsortieren. Vorrangig ist es aber eine klassische und vor allem tolle Liebesgeschichte mit vielen, für mich teils neuen und unerwarteten, Elementen, die definitiv lesenswert ist und mir tolle Lesestunden beschert hat. Ich schwake bei der Bewertung zwischen 4 und 5, runde aber gerne zur vollen Punktzahl hin auf.

5 HerzenSaFi

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