Irgendwo ist immer jemand, der dich liebt [Rezension]

27 Feb

Irgendwo ist immer jemand, der dich liebt

Autor: Pierre Szalowski
Titel: Irgendwo ist immer jemand, der dich liebt
Seitenzahl:
288
ISBN: 978-3-570-10156-8
Verlag:
C. Bertelsmann
Veröffentlichung: 29. Oktober 2012
Leseprobe
 
 

Zum Inhalt:

An Weihnachten kehrt der einst zum Teufel gejagte Eishockeyprofi Martin „Ladouce“ Ladouceur nach Montreal, und somit in seine alte Heimat und zu seinem alten Verein, zurück.

Er steigt als einziger Gast im besten Hotel vor Ort ab und trifft dort auf den Sohn des Zimmermädchens Louise. Nach und nach wächst in Ladouce der Verdacht, dass dieser Junge sein Sohn ist, und so richtet er für ihn ein Weihnachtsfest aus.

Aber erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt …

Meine Meinung:

Weihnachten lag zwar zu dem Zeitpunkt, als ich dieses Buch las, genau drei Monate zurück, aber das tat dieser schönen Geschichte keinen Abbruch. Ich sehe dieses Buch nicht als klassisches Weihnachtsbuch. Für mich ist es eher ein Winterbuch. Und solange es draußen noch kalt ist (und im besten Fall auch noch Schnee fällt, so wie bei mir ;)), kann man mit diesem Buch völlig weihnachtsunabhängig gemütliche Lesestunden verbringen.

Ladouce entwickelt sich im Laufe des Buches vom groben, feierwütigen Eishockeyprofi zum warmherzigen, freundlichen Möchtegern-Papa. Anfangs war mir dieser ziemlich ungehobelte Kerl alles andere als sympathisch. Mit seinen Erinnerungen an jene Nacht vor sieben Jahren, die das Ende seiner damaligen Zeit in Montreal bedeutete, hat er auch nicht gerade zum Gegenteil beigetragen.

Sieben Jahre zuvor, in seiner fünften Saison bei den Canadiens, hatte Martin Ladouceur nach der vierten Niederlage seiner Mannschaft in Folge in diesem Hotel einen Rekord aufgestellt. Er hatte drei Jeroboam-Flaschen Dom Pérignon und zwei Liter Chivas Regal Royal Salute getrunken, ein King-Size-Bett zerbrochen, die Toilette verstopft, den Teppichboden mit Zigarettenstummeln verwüstet und dadurch Gesamtkosten von 10.529 Dollar und 45 Cent verursacht, Steuern und Service nicht inbegriffen. (S. 13/14)

Wie das Leben aber nun mal so spielt, kann sich in sieben Jahren vieles, wenn nicht gar alles, ändern. Das muss sich auch Ladouce eingestehen, nachdem er sich unverrichteter Dinge wieder auf den Weg ins Hotel machen muss, weil sein ehemals bester Freund ihn abgewiesen hat. Und nachdem er dann dem kleinen Jungen begegnet, den er für seinen Sohn hält, setzt bei Ladouce eine Veränderung ein.

Was ihm an diesem Heiligabend widerfuhr, davor hatte er sich schon immer gefürchtet. Nicht weil er es erwartete oder gar herbeisehnte, sondern weil man es ihm immer prophezeit hatte.
>>Wart’s nur ab, Ladouce, irgendwann steht du allein da. Mutterseelenallein.<< (S. 46)

Sehr gut gefallen haben mir in diesem Buch die Nebendarsteller. Allen voran Maxime, der Portier des Hotels, der vom Direktor Höchstselbst dazu auserkoren wurde, dafür zu sorgen, dass sich so etwas wie vor sieben Jahren nicht noch einmal ereignet. Diesen Auftrag nimmt er, wie so ziemlich alles, ein wenig zu ernst und hat mich mit seinen Äußerungen immer wieder zum Schmunzeln gebracht. Bei Ladouce und allen anderen sorgte er mit seinem Verhalten eher für das Gegenteil.

>>Ich habe meine Strategie noch einmal überdacht. Sie haben die Japaner von Osten angegriffen und dabei völlig den Westflügel außer Acht gelassen. Damit Sie Ihre Mission erfolgreich abschließen können, schicke ich Ihnen Charles-David zur Verstärkung. Laut Tarifvertrag darf er keine Betten machen, daher habe ich ihn angewiesen, Ihren Wagen zu schieben. Außerdem wird er die Schlachtordnung der Kimonos und das Orchideenbombardement überwachen. Er wird mein drittes Auge sein, eine Art Laserkamera oder, besser noch, ein eingeschleuster Spionagetrupp. Nennen Sie mir bitte Ihre Position, damit er sich unverzüglich an seinen Zielort begeben kann. Kommen.<< (S. 153)

Die Geschichte ist sehr schön geschrieben. Leise Töne, die zu Herzen gehen, wechseln sich ab mit Dialogen, die an Humor uns Sarkasmus kaum zu überbieten sind. Die Geschichte bietet vom Verlauf her zwar keine großen Höhepunkte, braucht diese aber auch nicht um überzeugen zu können.

4 HerzenSaFi

Kommentare? Immer her damit! :-)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: