Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil [Rezension]

4 Mrz
Ich nehme alles zurueck und behaupte das Gegenteil von Juli Rautenberg
Autor: Juli Rautenberg
Titel: Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil
Seitenzahl:
416
ISBN: 978-3-442-38022-0
Verlag:
Blanvalet
Veröffentlichung: 16. Oktober 2012
Leseprobe
 
 
Zum Inhalt:

Endlich! Juli hat nach ihrem Männer-Dating-Marathon nun endlich ihren Traummann gefunden: Konrad. Frisch verliebt geht nun durch das nächste Jahr.

Und das das natürlich nicht ohne diverse Fettnäpfchen, Missverständnisse und andere Merkwürdigkeiten, wie z. B. einem Beziehungsschnittlauch namens Eberhard, vonstattengeht, versteht sich von selbst.

Hier geht es ja schließlich um Juli Rautenberg!

Meine Meinung:

Wer kennt sie nicht? Diese typischen Missverständnisse zwischen Männern und Frauen. Ganz zu schweigen von den grundlegenden Unterschieden, abgesehen von den evolutionären, die dafür sorgen, dass wir zwar nicht immer miteinander können, aber zugegebenermaßen auch nicht komplett darauf verzichten können und wollen.

Bei Juli und Konrad ist das natürlich nicht anders. Sonst würde es dieses Buch ja auch nicht geben. 😉 Die Erzählung setzt 6. November ein, die beiden Frischverliebten sind seit kurzem ein Paar. Und dort, wo andere Bücher aufhören, geht es bei Juli und Konrad erst richtig los. Stufe 1 „Zusammenkommen“ ist erfolgreich abgeschlossen. Nun geht es darum, die nächste Stufe zu bewältigen: Zusammensein. Und vor allem Zusammenbleiben. 😀

„Es hat wirklich überhaupt keinen Sinn, nach einem schönen und vielversprechenden Happy End abzublenden!
>>Juuuli!<< Jetzt reicht’s mir aber gleich. Wieso schreit er denn so? Kann er nicht einfach herkommen? Ich setze mich im Bett auf. >>Was ist denn los?<<
>>Na endlich! Kannst du mal bitte kommen? Klopapier ist alle!<< Ach so. Ja, natürlich. Deswegen wird in der Regel nach dem Happy End abgeblendet.“ (S. 13)

Mit ganz viel Humor und Sarkasmus in Hülle und Fülle lässt uns Juli Rautenberg an ihrem ersten Jahr als Paar mit Konrad teilhaben. Dabei müssen die beiden nicht nur miteinander klar kommen, es gibt auch noch jede Menge andere Störfaktoren – u. a. die Schwiegermutter in spe und die Exfreundin samt Ex-Beziehungskatze. Aber nicht nur von außen wird die Beziehung ständig torpediert, auch im Innern lauern Gefahren. 😉 Nicht zuletzt, weil Mann und Frau ja nun mal ganz unterschiedliche Ansichten und Eigenheiten zu haben scheinen.

„Ich dachte ja immer, dass ich chaotisch wäre, aber Konrad ist so etwas wie der ungekrönte Kaiser des Herumliegenlassens. Wo immer ich auch gehe und stehe, überall erinnert mich eine fallen gelassene Unterhose, eine zerknitterte Tankquittung oder ein halbleer getrunkenes Glas Bier an meinen Liebsten. Ich führe keinen Haushalt, in dem man vom Boden essen sollte, wenn man Angst vor ansteckenden Krankheiten hat. Einen Haushalt kann man meiner Meinung nach auch nur dann vorbildlich führen, wenn man wirklich keine anderen Hobbies hat. Aber Konrad … also, der spielt echt in einer anderen Liga.“ (S. 49)

Wenn man die Hälfte aller Frauen, die dieses Buch gelesen haben und noch lesen werden, in einem Raum zusammenraffen würde und jede einzelne der kuriosen, süßen, lustigen Situationen aus diesem ersten Jahr von Juli und Konrad analysieren würde, dann bin ich mir ziemlich sicher, dass unterm Strich rauskommen würde, dass jede dieser Situationen schon mal in anderen Beziehungen vorgekommen ist. Ob Juli und Konrad nun das Pech oder das Glück hatten, all diese Situationen geballt in einem Jahr zu erleben, darüber kann man sicher streiten. 😉

>>Ist das dein Mutter?<<, frage ich skeptisch. Konrad nickt mit zusammengekniffenem Mund.
>>Und wieso hat sie diesen Fummel an?<<, hake ich skeptisch nach.
>>Kein Wort mehr!<< zischt Konrad und öffnet das kleine Gatter, das uns über einen akkurat angelegten Steinfliesenweg durch den penibel geharkten Vorgarten führt.
>>Hallo, Mama<<, sagt Konrad, und ich bewundere ihn für seine Charaktergröße. Mütterliche Gefühle für diese ausgemergelte Vogelscheuche zu entwickeln, ist wirklich ganz großes Blockbuster-Kino. (S. 69)

Die Geschichte ist kapiteltechnisch in die einzelnen Monate und Tage des Zusammenseins von Juli und Konrad eingeteilt. Dabei wartet auf die beiden, und vor allem auf den Leser, natürlich die eine oder andere Überraschung, aber auch einiges, was vorhersehbar ist. Insgesamt ist es ein sehr unterhaltsames und kurzweiliges Buch, dass sich zügig lesen lässt und auch noch für das Lachmuskeltraining gut geeignet ist.

So, ich muss dann jetzt mal los, und meinem Freund und mir ganz dringend eine Beziehungspflanze kaufen. Wer nicht weiß, was eine Beziehungspflanze ist und wofür diese gut ist, sollte schleunigst dieses Buch lesen.

>>Sollen wir einen neuen kaufen?<< fragte Konrad und streichelte ein einzelnes verdorrtes Exemplar von Eberhards ehemaliger Stängelpracht.
>>Das geht doch nicht!<<, entrüstete ich mich. >>Das war unsere Beziehungspflanze. Die kann man nicht einfach neu kaufen!<< (S. 79/80)

4 HerzenSaFi

Eine Antwort to “Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil [Rezension]”

  1. matthias 4. März 2013 um 15:08 #

    Tja,wer kennt die Mißverständnisse zwischen Männern und Frauen nicht;-).

    Gefällt mir

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