Survive – Wenn der Schnee mein Herz berührt [Rezension]

13 Mrz
047_INK_VS_SURVIVE_F30-Individuell
Autor: Alex Morel
Titel: Survive – Wenn der Schnee mein Herz berührt
Seitenzahl:
256
ISBN: 978-3-86396-047-6
Verlag:
Egmont INK
Veröffentlichung: 10. Januar 2013
Empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Leseprobe
 

Zum Inhalt:

„Liebe Mum,
ich gehe zu Dad. Wir sehen uns auf der anderen Seite. Mach dir keine Vorwürfe. Ich wurde damit geboren, und da lässt sich nun mal nichts machen.
Alles Liebe, Jane.“ (S. 55)

So hatte sich Jane das eigentlich nicht vorgestellt. Statt, wie geplant, Selbstmord begehen zu können, überlebt sie, zusammen mit Paul, als einzige einen Flugzeugabsturz in den verschneiten Rocky Mountains.

Die beiden Teenager sind völlig auf sich allein gestellt. Sie kämpfen sich zusammen durch die Wildnis und den Schnee und kommen sich dabei unweigerlich näher. Und allein Paul ist es dabei zu verdanken, dass Jane zum ersten Mal seit langer Zeit erkennt, dass sie eigentlich nur eines will: Leben.

Der Ausgang dieser Odyssee ist jedoch völlig ungewiss…

Meine Meinung:

„Ich weiß nicht, wohin. Ich bin verloren. Ich werde sterben. Auf diesem gottverlassenen Berg werde ich sterben. Nun gut, ist es nicht genau das, was ich wollte?
Auf einmal weiß ich darauf keine Antwort mehr.
Ist es denn das, was ich wollte? Wollte ich das?“ (S. 66)

Die Geschichte besticht in erster Linie durch ihre Einfachheit. Obwohl das Szenario im ersten Augenblick vielleicht auf haarsträubende Abenteuer hindeuten könnte, geht es schlicht und einfach um das nackte Überleben. Und um Zusammenhalt und Überwindung. Mir persönlich hat diese Schlichtheit gut gefallen. Dadurch wirkte das Buch auf mich nicht wie ein Teenie-Action-Streifen, sondern wie etwas, dass zwei Jugendliche tatsächlich erlebt haben könnten.

Ich muss aber gestehen, dass ich auch irgendetwas vermisst habe. Als ich das Buch zugeklappt habe, dachte ich so bei mir: Wie, schon vorbei? Schade… Ich bin was das angeht wirklich ein wenig hin- und hergerissen. Auf der einen Seite hat mir das Simple zwar, wie bereits erwähnt, sehr gut gefallen, so kann auch noch zwischen den Zeilen vieles lesen, auf der anderen Seite hätten ein paar Seiten mehr dem Buch aber sicherlich auch nicht geschadet. Ich hätte Jane und Paul gerne noch ein wenig besser kennen gelernt, als ich es ohnehin schon getan habe.

>>Na los, auf geht’s<<, sagt er und hebt die Hand, um mit mir abzuklatschen.
>>Abklatschen?<< frage ich. >>Ich werde sterben und du willst mit mir abklatschen?<<
Er schaut für einen Augenblick belämmert drein, dann sagt er: >>Entschuldige. Ich wollte dir nur Mut machen. Denk doch an gestern. Du warst unglaublich. Sei heute auch wieder unglaublich.<< (S. 129)

Paul und Jane sind mir richtig ans Herz gewachsen. Die beiden Teenager haben eine alles andere als schöne und einfache Kindheit gehabt. Sie mussten und müssen noch immer mit schweren Verlusten klarkommen, jeder auf seine Art und Weise. Jane hat bereits zwei Selbstmordversuche hinter sich, Paul versteckt sich hinter coolen Sprüchen und hat ein mehr als schwieriges Verhältnis zu seinem Vater aufgebaut.

Das Band, das die beiden eigentlich von Anfang an miteinander verbindet, wird im Laufe der Zeit immer stärker. Diese immer stärker werdende Zuneigung ist sehr schön und nachvollziehbar beschrieben, wie ich finde. Genauso wie die Wandlung, die Jane im Laufe der Zeit, dank Paul, durchmacht. Und so blieb mir auch schlicht nichts anderes übrig, als mir ein Happy End für die beiden zu wünschen. Ich werde hier aber natürlich nicht verraten, ob das Schicksal es gut mit ihnen meint und ein glückliches Ende für sie bereithält.

„Er hält meine andere Hand in seiner und drückt zurück. Nicht auf eine >>Ich-halte-dich-warm<<-Art, sondern mehr auf die >>Ich-mag-dich<<-Art.
Vielleicht sind die gegenwärtigen Bedingungen nicht die besten, um diese Bedeutungen auseinanderzuhalten – das kalte Wetter, der Medikamentenentzug, Hunger, all die Schichten willkürlich gewählter Oberbekleidung, die Dunkelheit -, aber ich spüre eine Art Luftveränderung zwischen uns, und so etwas wie Zuneigung steigt in mir auf.“ (S. 157)

Die Geschichte hat eine schöne Botschaft, die in erster Linie durch leise Töne vermittelt wird. Insgesamt wurde ich gut unterhalten und habe mich zusammen mit Jane und Paul in ein spannendes und berührendes Abenteuer gestürzt, bei dem die beiden immer wieder aufs Neue an ihre Grenzen und darüber hinausgegangen sind. Ein tolles, lesenwertes Jugendbuch – auch für nicht mehr ganz so jugendliche Leseratten.

4 HerzenSaFi

Kommentare? Immer her damit! :-)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: