Totenkünstler [Rezension]

17 Mrz
Totenkünstler
 
Autor: Chris Carter
Titel: Totenkünstler
Seitenzahl:
448
ISBN: 978-3-54828-539-9
Verlag:
Ullstein
Veröffentlichung: 08. März 2013
 
 

Zum Inhalt:

Sommer in der Stadt der Engel. Los Angeles wird von einem neuen Mörder heimgesucht. Sein erstes Opfer ist ein ehemaliger Staatsanwalt, dessen abgetrennte Gliedmaßen er zu einer mysteriösen Skulptur formt und am Tatort zurücklässt. Aber mit einem Opfer ist noch lange nicht Schluss.

So ist es mal wieder Zeit für Robert Hunter und Carlos Garcia, sich an die Fersen eines Serienkillers zu heften…

Meine Meinung:

„Hart. Härter. Carter.“ Heißt es auf der Homepage des Ullstein Verlages. Ich wandle das Ganze mal ein wenig ab: Gut. Besser. Carter. 😀

Manche mögen es vielleicht als wenig kreativ betrachten, dass seine Thriller immer nach dem gleichen Schema aufgebaut sind. Ich hingegen genieße die daraus resultierende Erwartungshaltung, mit der ich mittlerweile zu seinen Büchern greife. Chris Carters Bücher überraschen mich immer wieder dadurch, dass sie mich nicht überraschen, obwohl sie mich schlussendlich dann doch überraschen. Hä?!?! Ich hoffe, man kann verstehen, was ich damit meine. 🙂

>>Na toll<<, brummte er und nahm das Gespräch an. Er wusste genau, was zehn verpasste Anrufe und sein Partner in der Leitung frühmorgens an einem freien Tag zu bedeuten hatten.
>>Carlos<<, sagte Hunter, nachdem er das Handy ans Ohr gehoben hatte. >>Was gibt’s?<<
>>Meine Güte, wo warst du denn? Ich versuche seit einer halben Stunde, dich zu erreichen!<<
Ein Anruf alle drei Minuten, dachte Hunter. Das verhieß nichts Gutes. (S. 9)

Ohne große Vorreden ist man mittendrin im Geschehen, bekommt die erste Leiche präsentiert. In gewohnter Manier lenkt Chris Carter den Blickwinkel auf verschiedene Fährten, beleuchtet verschiedene Aspekte und bindet den Leser in die Ermittlungen mit ein. Das Ermittler-Team, das in diesem Teil ohnehin schon durch ein weiteres Mitglied ergänzt wird, besteht somit im Prinzip aus vier Personen.

Der Aufbau der Geschichte ist im Nachhinein zwar logisch, während des Lesens aber vor allem eines: unvorhersehbar. Und genau das macht einen guten Thriller ja aus – zumindest für mich. Ich möchte, von wenigen Ausnahmen in diesem Genre mal abgesehen, nicht von Anfang an wissen, wie zum Schluss alles ausgehen wird. Ich möchte mir den Kopf zerbrechen, meine eigenen Schlussfolgerungen ziehen und Vermutungen anstellen, nur um dann am Schluss eines besseren belehrt zu werden. Genau das bekam ich während des Lesens.

Ich hätte es eigentlich nicht für möglich gehalten, aber die Mordszenarien in „Totenkünstler“ sind noch ekeliger, perfider und scheußlicher als in den bisherigen Büchern der Robert-Hunter-Reihe, und somit nichts für schwache Nerven und Leser, die eine Abneigung gegen Blut haben. Die Bedeutung hinter diesen Szenarien, die Aufklärung des Falles, hat mich am Ende sprachlos und schockiert zurückgelassen. Psychologie spielte bisher auch immer eine große Rolle in seinen Thrillern, aber in diesem hat Chris Carter noch einen draufgesetzt.

„Hunter hatte nur Augen für die Nachbildung. Wie explodierende Feuerwerkskörper leuchteten im Sekundentakt Bilder der echten Skulptur vor seinem inneren Auge auf, und diese Bilder brachten auch die Gefühle zurück, die er beim Anblick des Tatorts empfunden hatte. Er sah die blutverschmierten Wände und die Blutlachen am Boden, sah die Schlieren von Blut auf der Skulptur aus menschlichem Fleisch.“ (S. 85)

Auf den rund 450 Seiten kam für mich nicht einmal Langweile auf. Dies lag neben dem gewohnt knackigen und präzisen Schreibstil von Chris Carter vor allem wieder an den kurz gehaltenen Kapiteln und den häufigen Szenenwechseln. Die Spannung nahm von Seite zu Seite zu.

Man kann diesen Teil (und auch die vorherigen) lesen, ohne die Vorgänger zu kennen. Chris Carter lässt die wichtigsten Begebenheiten im bisherigen Leben seiner Protagonisten immer wieder einfließen. Den Fans von Chris Carter werden so die alten Fälle und sonstigen Ereignisse wieder ins Gedächtnis gerufen, neue Leser erhalten einen Crash-Kurs.

Ich habe bislang alle Bücher von Chris Carter (Der Kruzifix-Killer, Der Vollstrecker, Der Knochenbrecher) gelesen und fand sie alle ziemlich gut. Der aktuelle Fall von Robert Hunter und seinem Partner Carlos Garcia bildet da keine Ausnahme!

Für mich als Chris-Carter-Fan definitiv ein Must-Read-Thriller, den ich aber auch allen anderen Thriller-Fans ans Herz legen möchte.

5 HerzenSaFi

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