Der Regen in deinem Zimmer [Rezension]

20 Mrz
Der Regen in deinem Zimmer
 
Autor: Paola Predicatori
Titel: Der Regen in deinem Zimmer
Seitenzahl:
238
ISBN: 978-3-351-03520-4
Verlag:
Aufbau Verlag
Veröffentlichung: 06. März 2013
Leseprobe
 
 
 

Zum Inhalt:

Alessandra verliert mit 17 Jahren ihre Mutter. Sie ist dem Krebs zum Opfer gefallen. Zurück bleiben sie und ihre Großmutter. Alessandra kann und will nicht einsehen und verstehen, dass das Leben um sie herum einfach so weitergeht. Um ihrer Rebellion Ausdruck zu verleihen setzt sich von nun an in der Klasse in die letzte Reihe. Neben den schweigsamen Klassen-Loser, den alle bloß Zero nennen.

Bald schon fühlt sich Alessandra in Zerolandia, wie sie die schweigsame Welt am Tisch in der letzten Reihe nennt, geborgen. Und auch dem schweigsamen Zero kommt sie näher…

„Sobald ich sitze, geht mir auf, dass ich nicht ganz bei Trost sein muss: Bis vor wenigen Monaten wäre ich in meinen kühnsten Träumen nicht darauf gekommen, so etwas zu tun, nicht einmal im Drogenrauch. Und jetzt hocke ich hier, zugedröhnt mit einem Cocktail aus Traurigkeit und einer lächerlichen Prise Wahnsinn, und der Countdown läuft: drei, zwei, eins, Zero.“ (S. 19)

Meine Meinung:

Das Buch besteht aus zwei Erzählebenen. Auf der einen Seite sind da Alessandras Erinnerungen an ihre Mutter, auf der anderen Seite beschreibt sie ihr Leben nach dem Tod ihrer Mutter.

Die Erinnerungen an ihre Mutter stecken voller Liebe und Leid. Man merkt schnell, dass Alessandra sich Vorwürfe zu machen scheint, dass sie nicht immer die perfekte Tochter war, die sich ihre Mutter vielleicht gewünscht hätte, wie sie meint.

„Hätte ich eine wie dich in meinem Alter getroffen, wäre sie meine beste Freundin geworden. Ganz bestimmt. Und bestimmt wäre ich mit ihr nachsichtiger gewesen.“ (S. 45)

In ihren Beschreibungen des Alltags in der Schule und daheim, in der Zeit nach dem Tod ihrer Mutter, merkt man, dass das alles andere als leicht für sie zu verdauen ist. Was ja auch nur all zu verständlich ist.

An sich fand ich das Buch sehr schön geschrieben. Die Gedanken und Gefühle einer 17jährigen, die gerade ihre Mutter verloren hat und sich ihrer Gefühle nicht ganz sicher ist, die sie ausgerechnet dem Klassen-Loser gegenüber zu entwickeln scheint, sind sehr schön, aber auch eindringlich beschrieben.

„Ich fühle mich albern und euphorisch zugleich. Gefällt er mir, oder gefällt mir nur, dass er nett zu mir war? In Zerolandia wirbeln die Trommeln: Das heilige Gesetz des Schweigens ist gebrochen.“ (S. 43)

Während des Lesens habe ich mich immer mal wieder gefragt, für wen Alessandra diese Zeilen geschrieben hat. Im Grunde erinnert das Geschriebene doch sehr an ein Tagebuch. Manchmal hatte ich aber auch das Gefühl, sie würde einen Brief an ihre verstorbene Mutter oder an Zero schreiben. Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Stellenweise fand ich ihn sehr poetisch.

Leider konnte ich mich aber nicht komplett in dieser Geschichte verlieren. Ob das nun an mir oder an dem Buch lag, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Es hat mich leider nicht so gepackt und berührt, wie ich es eigentlich vom Klappentext her erwartet hätte.

„Ich schließe die Augen, denke an die Küsse von vor wenigen Stunden, an Gabrieles Haut auf meiner, und frage mich, was ich empfinde, ob ich ihn wieder sehen will. Nicht mal Handynummern haben wir getauscht. Schlechtes Zeichen. Was für eine beknackte Losergeschichte, denke ich. Würde ich die jemandem erzählen wollen, wüsste ich nicht, wie. Sie hat weder Hand noch Fuß.“ (S. 102/103)

Der italienische Titel lautet „Il mio inverno a Zerolandia“, was so viel bedeutet wie „Mein Winter in Zerolandia“. Diesen Titel hätte ich irgendwie passender gefunden. Aber dies nur als Info am Rande.

Bei der Bewertung tue ich mich ein wenig schwer. Und obwohl wir hier keine halben Herzen haben, entscheide ich mich für 3,5 – da ich zwischen drei und vier schwanke.

3 HerzenSaFi

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