Mrs Roosevelt und das Wunder von Earl’s Diner [Rezension]

1 Mai
Mrs Roosevelt und das Wunder von Earls Diner von Edward Kelsey Moore
 
Autor: Edward Kelsey Moore
Titel: Mrs Roosevelt und das Wunder von Earl’s Diner
Seitenzahl: 448
ISBN: 978-3-8090-2623-5
Verlag: Limes
Veröffentlichung: 18. März 2013
Leseprobe
 

Zum Inhalt:

Seit fast vierzig Jahren gehen die drei Freundinnen Odette, Clarice und Barbara Jean miteinander durch dick und dünn. Und ungefähr genauso lang ist das Dreiergespann nur als die »Supremes« bekannt. Jeden Sonntag treffen sie sich gemeinsam mit ihren Ehemännern in Earl’s Diner, wo sie einst ihren Spitznamen erhielten. Unter den wachsamen Augen von Big Earl, dem Besitzer des Diners, wuchsen sie zu dem heran, was sie heute sind: drei kluge, witzige und starke Frauen. Und auch nach seinem Tod hat Big Earl weiterhin ein Auge auf seine »Supremes« – so wie auch andere gute Geister, denn dem Charme dieser außergewöhnlichen Ladys kann einfach niemand widerstehen … (Buchrücken)

Meine Meinung:

Auf dem Buchrücken ist zu lesen: „Ein köstliches Debüt zwischen Grüne Tomaten und The Help, das Ihnen auf der Zunge zergehen wird!“

Bezogen auf die Zunge und das Zergehen kann ich dem voll und ganz zustimmen. Mich haben diese wundervollen Ladys aber vor allem an die nicht weniger tollen Damen aus Magnolien aus Stahl erinnert – wenn man Odette, Clarice und Barbara Jean denn überhaupt mit anderen vergleichen kann. 😉

„Als sie James und Odette auf das All-You-Can-Eat zugehen sah, fragte sich Clarice, wie um alles in der Welt ausgerechnet sie selbst diejenige der Supremes werden konnte, die sich in ihre Mutter verwandelt hatte. Odette mochte zwar aussehen wie ihre Mutter, aber sie war völlig anders als Dora Jackson, die Clarice mit ihrem Gerede von Geistern und ihrer rustikalen Schroffheit immer etwas eingeschüchtert hatte. Und Barbara Jean, mit ihrem Wohlstand, ihrer Bürgerlichkeit und ihrer wohltätigen Großzügigkeit, war so weit davon entfernt, das traurige, hoffnungslose Leben ihrer Mutter nachzuleben, wie man es sich nur vorstellen konnte.“ (S. 42)

Edward Kelsey Moore hat mit dem tollen, angenehm zu lesenden, immer wieder andere Gefühle in mir weckenden Schreibstil in seinem Debütroman dafür gesorgt, dass ich mich wie das vierte Mitglied der »Supremes« fühlte. Durch den tollen Aufbau der Geschichte bekommt man als Leser zudem die Chance, dass im Kopf entstehende Bild zu ergänzen und zu vervollständigen. Denn diese verläuft nicht gradlinig. Immer mal wieder gewährt der Autor wichtige und erklärende Einblicke in die Vergangenheit der drei Ladys.

Der Buchrücken und der Klappentext verraten nicht zu viel vom Inhalt, und so möchte ich es in dieser Rezension auch gerne halten. Ich habe mich gerne verzaubern lassen von dieser tollen Geschichte, auch wenn es anfangs ein wenig tricky war, die wechselnden Orte, Zeiten und handelnden Personen unter einen Hut zu bekommen. Wenn man während des Lesens den Kopf aber ein wenig abschaltet und sich einfach in dieses Buch hineinplumpsen lässt, kann einem dieses Debüt wirklich auf der Zunge zergehen.

„Aber Clarice würde zu Barbara Jean nie ein Wort darüber verlieren, wie sie sich kleidete, das wussten wir beide. Genauso wenig wie sie und Barbara Jean mir ins Gesicht sagen würden, dass ich fett sei, und Barbara Jean und ich Clarice nicht mit der Nase darauf stoßen würden, dass ihr Mann ein räudiger Hund war. Das war Teil der freundschaftlichen Rücksichtnahme, die mit der Mitgliedschaft bei den Supremes einherging. Wir sahen über die Fehler der anderen hinweg und behandelten uns gegenseitig gut, auch dann, wenn wir es nicht verdienten.“ (S. 57)

Ich habe Odette, Clarice und Barbara Jean während des Lesens in mein Herz geschlossen und mir sogar gewünscht, dass es diese drei Frauen genauso irgendwo auf dieser Welt tatsächlich gibt. Ich würde sie nämlich wahnsinnig gerne kennen lernen und sonntags nach der Kirche mit ihnen in Earl’s Diner gehen. Diese drei Ladys, ihre Männer, Nachbarn und alle anderen Bewohner der Kleinstadt Plainview haben ihre Schrullen und Macken. Aber genau diese machen sie so liebenswert – zumindest in den meisten Fällen.

Den deutschen Titel finde ich nicht so richtig passend. Mrs. Roosevelt spielt zwar eine Rolle in diesem Buch, stellenweise sogar eine wichtige, aber das eine Wunder konnte ich in diesem Buch nicht ausmachen. Für mich waren es eher viele kleine Wunder, die aber nicht in Zusammenhang mit der erwähnten Mrs. Roosevelt stehen. Der Original-Titel lautet schlicht und einfach „The Supremes at Earl’s All-You-Can-Eat“ und hätte meiner Meinung nach genauso gut auch für die deutsche Ausgabe verwendet werden können. Aber dies ist nur eine Notiz am Rande und hat nichts mit dem Inhalt des Buches zu tun.

Einfach ein tolles Buch. Obwohl bezaubernd es doch ein wenig besser treffen würde. Ich kann es nur empfehlen.

5 HerzenSaFi

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