Silo {Rezension}

17 Mai

Hugh Howey - SiloAutor: Hugh Howey
Titel: 
Silo
Seitenzahl: 544
ISBN:
 978-3-492-05585-7
Verlag: Piper
Veröffentlichung: 12. März 2013
Leseprobe

„Ein Mensch verließ die Gemeinschaft und hinterließ das Geschenk seiner Nährstoffe, das Geschenk des Lebens. Die Toten machten Platz für die nächste Generation. Man wurde geboren, wurde als Schüler zum Schatten eines anderen, dann nahm man selbst einen Schatten an und verabschiedete sich irgendwann. Man konnte bestenfalls darauf hoffen, dass sich zwei Schatten später noch jemand an einen erinnerte.“ (Seite 165) 

Holston ist der Sheriff des Silos. Vor 3 Jahren wurde seine geliebte Frau – aufgrund einer Straftat – verurteilt. Ihr widerfuhr das gleiche Schicksal, wie allen Verurteilten: sie musste zur Reinigung. Das bedeutet, dass sie in einen Anzug gesteckt und in die Außenwelt geschickt wird. Diese Welt ist vergiftet, daher leben die Menschen im Silo. Bei der Reinigung reinigen die Bestraften die Fenster, die den Blick auf die Außenwelt freigeben. Doch kurze Zeit später sterben all in der giftigen Umwelt.
Holston plant nun, seiner Frau, deren Tod er immer noch nicht überwunden hat, zu folgen.

Jahns ist die Bürgermeisterin des Silos (auch Mayor genannt). Zusammen mit Deputy Marnes kommt sie zu der Überzeugung, dass die junge und sehr engagierte Juliette aus der Mechanik die perfekte Besetzung für den Posten des Sheriffs wäre.
Gemeinsam machen die beiden sich auf eine mehrtätige Reise durch das Silo, um ihre Wunschkandidatin von ihrem Vorhaben zu überzeugen. Nach geglückter Mission machen sich Jahns und Marnes auf die Rückreise nach oben (denn dort wohnen die „Besseren“) ins Silo. Doch der Einsatz der neuen Kandidatin stößt vorallem in der mächtigen IT nicht auf Gegenliebe. Und noch bevor Juliette komplett in ihr neues Amt eingeführt werden konnte, geschehen mysteriöse Todesfälle, und sie muss sich allein in ihr neues Leben einfinden.
Einzig zu Lukas fasst sie vertrauen. Ein junger Mann, dessen Traum es ist, eine Sternkarte zu entwerfen.
Plötzlich wird Juliette eines Vergehens beschuldigt und verurteilt. Und auch sie muss zur Reinigung. Das bedeutet eigentlich ihr Todesurteil. Doch bereits kurz nachdem Juliette in die Außenwelt eingetreten ist, verändert sich so einiges…

Hugh Howey - Silo_2„So vieles aus ihrem alten Leben ergab plötzlich Sinn. Dinge, die ihr verquer vorgekommen waren, hatten jetzt eine eigene Logik. Die Kosten für das Kabeln einer Nachricht, der Abstand zwischen den Stockwerken, diese stets überfüllte Treppe, die als einzige Verbindung zwischen den Stockwerken funktionierte, die Einteilung des Silos in drei Teile, das Misstrauen zwischen den verschiedenen Bewohnergruppen… das war alles mit Absicht so eingerichtet worden.“ (Seite 503)

Langsam wird man als Leser in die Welt des Silos hineingeführt. Diese Welt scheint auf den ersten Blick super zu funktionieren.
Beeindruckend ist der Aufbau dieses Silos: ganz oben findet man Sheriff und Deputy. Hier sind ebenfalls die Aussichtsfenster und eine Kantine. In den Etagen darunter leben die besser gestellten Bürger. Darunter finden wir die IT, die sehr große Macht hat. Ebenfalls finden wir Etagen, auf denen Essbares angebaut und Wasser gefördert wird.
Ganz unten findet sich die Mechanik. Die Menschen hier arbeiten Tag und Nacht, damit alles funktioniert. Ihr Ansehen ist – vorallem in der IT – aber nicht sehr hoch.
Als Leser fand ich es erschreckend, wie die Gesellschaft hier in drei Klassen geteilt und wie streng alles vorgegeben ist.

Im ersten Teil ist die Geschichte noch nicht so besonders spannend. Und doch zog das Buch mich in seinen Bann.
Das Szenerie ist wirklich dystopisch, dunkel, erschreckend. Und auch hier gibt es wieder Gedankengänge und Vorkommnisse, die gar nicht so weit weg scheinen von unserer Welt, in der wir heute leben.
Und so wie man im Silo hinab geht, geht es auch mit dem Leben im Silo bergab.

Der zweite Teil ist schon spannender, als der Erste.
Die Charaktere und die beschriebene Welt des Silos konnte ich mir die ganze Zeit über sehr gut vorstellen. Ich konnte vor meinem inneren Auge förmlich sehen, wie Sheriff Jahns und Deputy Marnes den langen Abstieg gemacht haben und dann den deutlich beschwerlicheren Aufstieg in Angriff genommen haben. Etage um Etage bin ich dann auch mit Juliette von ganz unten nach ganz oben gewandert.

Die Geschichte nimmt immer weiter Fahrt auf. Und vor allem der letzte Teil ist unheimlich spannend. Hier werden die Kapitel, die übrigens immer kürzer werden, aus drei verschiedenen Personensichten, erzählt. Das führt dazu, dass jedes Kapitel einen unglaublichen Cliffhanger am Ende hat. Und obwohl es der größte Teil des Buches ist, habe ich ihn wohl am schnellsten verschlungen.

Für alle, die es kürzer lieben 😉 – mein Fazit: eine gute Dystopie, die zur Abwechslung mal in einem (wenn auch umfangreicheren Buch) abgehandelt wird. Nach interessantem Einstieg nimmt die Geschichte immer mehr Fahrt auf und ist vor allem am Ende ein echter Pageturner!
Die Gestaltung des Buches, mit dem gelben Buchschnitt, finde ich sehr gelungen.

„>>Nichts, was man sieht, ist real<<, sagte sie ruhig.“ (Seite 30)

Sehr interessant finde ich die Geschichte, wie es überhaupt zum Buch kam:
Der Autor hat es geschafft, ein Buch zu veröffentlichen, ohne jemals mit einem Lektor gesprochen zu haben. Den ersten Teil veröffentlichte er 2011 in Eigenregie über die Kindle-Plattform von Amazon. Die Nachfrage der Leser war so groß, dass er weiter schrieb. Schließlich wurden alle 5 Teile zu einem eBook zusammen gefasst und ebenfalls verkauft. Nachdem nun große Verlage darauf aufmerksam wurden, stand einem gedruckten Buch nichts mehr im Wege.
Das Buch wurde mittlerweile in 20 Sprachen übersetzt. Und auch Hollywood blieb die Story nicht verborgen: Regisseur Ridley Scott soll sich die Rechte gesichert haben. (Quelle: spiegel.de/karriere)
Ich bin gespannt und würde mir den Film auf jeden Fall anschauen.

Trailer zum Buch gibt es gleich zwei Stück, die ich beide sehr gelungen finde!

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Vielen Dank an das Team vom Piper Verlag, welches mir das Buch zur Verfügung gestellt hat.

4 Herzen

SaCre

3 Antworten to “Silo {Rezension}”

  1. Chimiko 17. Mai 2013 um 13:58 #

    Ich glaub, das muss ich dann doch mal als Nächstes E-Book angehen!
    Danke für deine Rezension.

    Liebe Grüße
    Chimiko

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    • bookwives 17. Mai 2013 um 14:00 #

      Sehr gerne, Chimiko! Freut mich, dass meine Rezension dich überzeugen konnte. 🙂
      Und du darfst mir gerne verraten, wie du es findest.

      Grüßly
      SaCre

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Trackbacks/Pingbacks

  1. Jahresrückblick 2013 | Dein Buchjahr in 30 Fragen | Bookwives - 31. Dezember 2013

    […] “Silo“, Eine Dystopie, von der ich nicht sooo viel erwartet hatte, auch wenn die Aufmachung des […]

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