Türkisgrüner Winter [Rezension]

27 Jun
Türkisgrüner Winter
 
Titel: Türkisgrüner Winter
Autor: Carina Bartsch
Seitenzahl: 464
ISBN: 978-3-499-22791-2
Verlag: rororo
Veröffentlichung:  25. Januar 2013
Leseprobe

Zum Inhalt:

Es herrscht Funkstille – Elyas meldet sich nicht mehr bei Emely. Keine SMS, keine Anrufe mitten in der Nacht, keine unangekündigten Besuche mehr. Emely ist verwirrt. Schließlich war dieses Verhalten von Elyas doch ihr ständiger Begleiter während des Sommers. Sie beschließt, auf einer Halloween-Party mit ihm zu reden, die Lage zu klären. Es kommt zu einem ersten Kuss, und eigentlich sieht es auch ganz gut für die beiden aus. Doch dann kommt eine Wahrheit ans Licht, die alles verändert…

Meine Meinung:

>>Wovor hast du Angst, Emely?<<
Es dauerte eine ganze Weile, bis ich die Worte tatsächlich über die Lippen brachte. >>Ich … ich habe Angst, dass du mir ein zweites Mal das Herz brichst.<<
(Seite 78)

Seit Kirschroter Sommer ist bei mir einige Zeit vergangen. Doch jetzt war es endlich soweit. Ich habe den Sommer im Winter und den Winter im Sommer gelesen…

Schon im ersten Teil gefielen mir ja die Schlichtheit der Story, die Natürlichkeit der Charaktere und die Nachempfindbarkeit der Situationen und Gefühle. Ich fand es toll, keine übertriebene Lovestory á la Hollywood zu lesen. Und was soll ich sagen? Die Autorin ist ihrer Linie treu geblieben – zum Glück. 🙂

Eine Situation wie diese hat wohl fast jede junge Frau (und wahrscheinlich auch der eine oder andere unglücklich verliebte junge Mann) schon mal erlebt. Alles fängt so schön an, nach einem ersten langen und innigen Kuss. Doch dann kommt der große Schock und die Welt um einen herum zerbricht. Von jetzt auf gleich… Von mir kann ich das auf jeden Fall behaupten – auch wenn diese Zeit bei mir zum Glück schon lange zurückliegt. Umso so bemerkenswerter finde ich, dass Carina Bartsch es geschafft hat, dass ich mich während des Lesens wieder wie damals gefühlt habe, als ich um die zwanzig Jahre alt war, und ich mich ziemlich gut daran erinnern konnte, wie es mir damals ging.

>>Wenn ich<<, begann er und brach ab, bevor er noch mal neu ansetzte. >>Wenn ich, sagen wir, etwas sehr Dummes getan hätte. Aus den völlig falschen Gründen heraus. Aber die Gründe sich inzwischen geändert hätten – würdest du es dann wissen wollen?<<
(Seite 82)

Carina Bartsch hat mich zusammen mit Emely und Elyas auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle mitgenommen. Während es in Kirschroter Sommer ja noch fröhlich-frech zugegangen ist, kommen hier die Emotionen auf den Tisch. Und zwar alle, die man sich so vorstellen kann. Emotionen, die jeder schon einmal erlebt hat. Rosa Schäfchenwolken werden von grauen Gewitterwolken vertrieben.

Ich konnte Emelys Herzschmerz so gut nachempfinden. Der gute alte, alles zerfressende Liebeskummer. Die ständigen Fragen, ob und was man selbst falsch gemacht hat. Die verschiedenen Phasen des Leidens. Und obwohl man es nicht direkt mitbekommt, da die Geschichte ja aus Emelys Sicht geschrieben ist, bekommt man einen ziemlich guten Eindruck davon, dass auch Elyas leidet. Mir hat es sehr gut gefallen, dass die Emotionen, Gedanken und Gefühle von Emely und Elyas der Dreh- und Angelpunkt des Buches waren. Ich habe die beiden ja bereits während des Sommers in mein Herz geschlossen. Jetzt, nach dem Winter, haben sie sich diesen Platz aber redlich verdient.

>>Haben wir denn … eine Geschichte?<<, fragte er.
>>Elyas<<, sagte ich mit einem Lächeln. >>Ich glaube, wir haben mittlerweile ein ganzes Buch. So dick, dass man zwei daraus machen könnte.<<
(Seite 127)

Die typischen Emely-Elyas-Wortgefechte gibt es auch in Türkisgrüner Winter wieder. Aber nur zu Beginn, denn mit Voranschreiten der Geschichte gibt es dafür einfach keinen Grund mehr – zu schwer wiegt der Herzschmerz. Und obwohl mir diese witzigen Dialoge der zwei im Sommer sehr viel Freude beschert haben, hat die Geschichte des Winters für mich zu keinem Zeitpunkt an Reiz verloren. Denn Carina Bartsch hat einfach eine ganz tolle Art zu schreiben, selbst wenn es keinen Platz für ihren tollen Humor gibt.

Wer sich nun wünscht, einen Hinweis in Sachen Happy End von mir zu bekommen, den muss ich leider enttäuschen. Keine Silbe werde ich dazu schreiben. 😉

Türkisgrüner Winter hat mir emotionale Lesestunden beschert. Ich bin tatsächlich ein wenig traurig, dass ich mich nun von Emely und Elyas verabschieden muss. Und wenn ich jetzt schreibe, dass ich die Bücher von Carina Bartsch liebe, übertreibe ich kein bisschen.

„Die Menschen sprachen immer von einem weißen Winter, doch mein Winter war überschattet von der Farbe Türkisgrün. Egal was ich tat, meine Gedanken gehörten Elyas. Ich trug unsere Geschichte, unser Buch mit all den zahlreichen Kapiteln mit mir herum, gleichgültig wo ich mich befand. Es war, als hätte es jemand beim Lesen einfach zugeschlagen und weggelegt. Genau mittendrin. Gerade, als es am Schönsten gewesen war.“
(Seite 222/223)

5 HerzenSaFi

3 Antworten to “Türkisgrüner Winter [Rezension]”

  1. lesezeitrezensionen 27. Juni 2013 um 13:45 #

    Die Bücher stehen schon länger auf meiner WuLi. Nach deiner Rezi bin ich noch gespannter darauf!

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    • bookwives 27. Juni 2013 um 13:50 #

      Das freut mich. 🙂 Ich kann die Bücher wirklich nur empfehlen.

      LG, SaFi.

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Trackbacks/Pingbacks

  1. Jahresrückblick 2013 | Dein Buchjahr in 30 Fragen | Bookwives - 31. Dezember 2013

    […] und Elyas aus “Kirschroter Sommer” und “Türkisgrüner Winter” haben mich ganz schön auf die Folter gespannt. Als es dann endlich soweit war, habe ich […]

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