Nachts werden wir erwachsen {Rezension}

3 Jul

Nachts werden wir erwachsen

 FSK 18!!!

Autor: Ben Brooks
Titel:
 Nachts werden wir erwachsen
Seitenzahl: 272
ISBN: 
9783827010612
Verlag: Berlin Verlag
Veröffentlichung: 04. Februar 2013
Leseprobe

„Solange Ping die Drogen für morgen bekommt und die richtigen Leute vorbeikommen, wird die Party super. Super heißt, ich hatte Sex, war betrunken und habe von einer Droge so viel genommen, dass alle Wirkungen auftraten, die ich bei Mr. Gates in Sozialkunde gelernt habe…“ (Seite 20)

Jasper ist 17 Jahre alt und lebt in einer englischen Provinz. Neben der Schule tut er das, was andere Jugendliche in seinem Umfeld auch tun: chatten, saufen, Drogen nehmen, Parties feiern und sexuell aktiv sein.
Zusammen mit seiner besten Freundin Tenaya hat er vor einiger Zeit, mehr oder weniger versehentlich, eine Katze getötet. Seitdem hat er regelmäßige Therapiesitzungen.

„Sie wirft mir eine Jeans vom Boden zu. Ich nehme das volle Kondom, das daran klebt, ab und steige rein. Die Jeans sieht aus, als könnte sie einem Mädchen gehören. Alles egal. No Future! (Seite 48)

Harter Stoff, den der 19-jährige Autor Ben Brooks dem Leser hier liefert. Schonungslos und ohne verblümte Umschreibungen schildert er hier die Jugend, wie man sie sich wohl teilweise heute vorstellt. Man könnte auch sagen: treffend formuliert.

Jasper mag den neuen Freund seiner Mutter nicht. Er steht auf seine Mitschülerin Georgia, hat es ihr aber noch nicht gesagt. Stattdessen schmiedet er einen Plan, wie er sie auf einer Party „rumkriegen“ kann. Bis dahin tut er, was er immer tut: er schaut sich Pornos an, onaniert häufig, besucht Parties und trinkt dort gerne und viel, nimmt Drogen, hängt mit seinen Freunden ab, und hat Sex mit anderen Mädchen. Ach ja, zur Schule muss er auch noch.

„Ich bin nur jung und ein bisschen ängstlich.“ (Seite 152)

Der Autor nimmt hier kein Blatt vor den Mund. In völlig zur Geschichte passender Sprache geht es hier um ficken, Schwänze, Sex und Drogen. Das macht das Buch authentisch. Das Wort „abgefuckt“ geisterte mir mehrmals durch den Kopf. Darf ich das in einer Rezension eigentlich benutzen???
So wird man als Leser mit auf die Reise durch die Nacht genommen und erfährt auf den 272 Seiten, wie die Jugendlichen erwachsen werden. Was manchmal sehr unter der Gürtellinie ist. Und ich kann dich beruhigen Mama: bei mir war das nicht so!
Das Buch ist in 3 Teile unterteilt, jeder Teil in angenehm kurze Kapitel.
Social Media spielt eine große Rolle, so wie für die Jugendlichen im realen Leben auch. Der Ton der Jugendlichen ist manchmal rau. Doch eins wird deutlich: diese Jugend hat Angst vor der Zukunft. Ist das wirklich so heutzutage?

„Ich frage mich, wer sich zuerst geschlagen geben wird: Pings Schwanz oder Anas Jungfräulichkeit. Mädchen denken, ihre Jungfräulichkeit sei ein Figürchen aus Glas und unbezahlbar. Was sie wirklich ist, sind drei Minuten Peinlichkeit, gefolgt von wachsender Enttäuschung, gefolgt von der Frage ‚Woran denkst du?'“ (Seite 136/137)

„Nachts werden wir erwachsen“ ist schonungslos, stellenweise melancholisch, erschreckend und verstörend. Es ist kein Buch für jedermann. Doch mich hat es sehr gut unterhalten. Deshalb gibt es von mir 4 Herzen!

4 Herzen

SaCre

7 Antworten to “Nachts werden wir erwachsen {Rezension}”

  1. lesezeitrezensionen 3. Juli 2013 um 13:48 #

    Klingt so als wäre dieses Buch mal was anderes! Hab es gleich auf die Wunschliste gesetzt, und beim nächten Einkauf wird es sicher in meinem Regal landen.

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    • bookwives 3. Juli 2013 um 13:50 #

      Es IST definitiv anders. Das wollte ich auch in meine Rezi schreiben, habe es vergessen… :/

      Wenn du es gelesen hast freue ich mich über deine Meinung. 🙂

      LG,
      SaCre

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  2. Bücherjunkies 3. Juli 2013 um 13:56 #

    Hmm, irgendwie weiß ich gerade nicht so recht, was ich von dem Buch halten soll. Scheint ja viel nur darum zu gehen, zu schockieren. Eine Art „Feuchtgebiete“ aus Männersicht oder so. Inwieweit da wirklich viel Wahres dran ist und die Jugend sich wirklich so verhält, mag mal dahin gestellt sein.

    Jetzt so auf Anhieb wäre es aber eher kein Buch, das ich lesen muss.

    LG Michaela

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    • bookwives 3. Juli 2013 um 13:59 #

      Danke für deine Meinung!
      Na ja, wie Feuchtgebiete ist es nicht, da es doch nicht sooo eklig ist.
      Ich würde auch nicht sagen, dass das alles so ist, wie es hier genannt ist. Aber dass die Jugend sich mit schmutzigen Internetseiten, Social Media und Co die Nacht um die Ohren schlägt, das schon. Über Parties, Alkohol und Drogen kann man streiten.

      Es war halt mal wirklich anders und daher interessant zu lesen.

      LG,
      SaCre

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  3. Textverliebt. 3. Juli 2013 um 14:05 #

    Puh, ich glaube, das ist eines dieser Bücher, für das man in der richtigen Stimmung sein muss, oder? Ich finde das ganze ziemlich schockierend und hoffe, dass dies kein allgemeingültiges Abbild der heutigen Jugend darstellt. Ich kann mich daran erinnern, dass in meiner Jugend der Film „Kids“ auf den Markt kam, den ich sofort mit dem Buch assoziiert habe, nur das der Film nebenbei noch die Thematik HIV aufnimmt. Ich glaube, ich würde den Roman zumindest antesten. 😉

    LG Katha 🙂

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    • bookwives 3. Juli 2013 um 14:10 #

      Wie gesagt, es ist kein Buch für jeden… Und das mit der Stimmung trifft auch zu. Bei mir kam es scheinbar zur richtigen Zeit. 🙂

      Das ist wohl ein Buch, das man sofort beendet – oder sofort abbricht. Jetzt im Nachhinein fallen mir jede Menge Dinge ein, die ich noch in die Rezension hätte einbauen können… Na ja, so ist es halt. 🙂

      LG,
      SaCre

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Trackbacks/Pingbacks

  1. Tu dir weh {Rezension} | Bookwives - 13. Juli 2013

    […] mich schon das Buch „Nachts werden wir erwachsen“ von den Socken gehauen, so toppt diese Geschichte das noch bei Weitem. Das Prädikat […]

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