Die Zerbrechlichkeit des Glücks [Rezension]

10 Aug
Die Zerbrechlichkeit des Gluecks von Helen Schulman
 
Titel: Die Zerbrechlichkeit des Glücks
Autor: Helen Schulman
Seitenzahl: 256
ISBN: 978-3-442-47720-3
Verlag: Goldmann
Veröffentlichung: 15. Juli 2013
Leseprobe

Zum Inhalt:

Nach einer Party findet Jake eine Mail in seinem Postfach, die es in sich hat. Ein Mädchen aus seiner Schule hat ihm ein erotisches Video geschickt – von sich selbst. Ehe Jake sich versieht, leitet er das Video schockiert an seinen besten Freund weiter, ohne sich irgendwas Schlimmes dabei zu denken. Doch diese unbedachte Tat verändert sein Leben, das seiner Familie und nicht zuletzt das Leben des Mädchens, für immer…

Die Zerbrechlichkeit des Glücks - Helen Schulman

Die Zerbrechlichkeit des Glücks – Helen Schulman

Meine Meinung:

Um es gleich vorweg zu nehmen: Viel Gutes kann ich über dieses Buch, das dank des wunderschönen Covers und der viel versprechenden Inhaltsangabe sofort auf meiner Wunschliste gelandet ist, leider nicht sagen.

„Wie so viele folgenschwere Dinge fing alles mit einer Party an.“
(Seite 11)

Die Thematik des Buches – der leichtsinnge Umgang mit dem Internet und die Folgen davon, Pornografie im Internet und der leichte Zugang zu dieser – die ja durchaus aktuell ist und in den nächsten Jahren wahrscheinlich auch noch an Brisanz zulegen wird, finde ich sehr interessant. Doch leider ließ die Umsetzung für mich schwer zu wünschen übrig.

Für meinen Geschmack verzettelte sich die Autorin in zu vielen Kleinig- und Nichtigkeiten, die, wenn überhaupt, nur am Rande etwas mit dem Geschehen zu tun hatten. Immer wieder wurde die aktuelle Handlung unterbrochen, indem sich entweder die Mutter, der Vater oder Jake selbst an irgendwelche Dinge aus der Vergangenheit erinnerten und dann über weite Strecken einfach nur rumschwafelten. Wäre es bei diesen Rückblicken geblieben, hätte ich vielleicht noch damit leben können. Aber diese Rückblenden waren zusätzlich auch noch recht verschachtelt aufgebaut und haben mir das das Lesen ziemlich erschwert. Es mag durchaus sein, dass diese Vergangenheitsbewältigung irgendwie wichtig für das aktuelle Geschehen sein sollte. Wenn dem so war, habe ich den Zusammenhang aber schlicht und einfach nicht erkennen können.

„Das verdammte Video war einfach überall. Es verstopfte Jakes Mailbox, irgendwelche Leute schickten es ihm, ohne zu wissen, dass es ja für ihn gedacht gewesen war, dass er Muse und Inspiration dafür war und es selber verbreitet hatte. Es war einfach überall.“
(Seite 89)

Es fiel mir alles andere als leicht, am Ball zu bleiben. Dazu trug auch der Schreibstil bei. Teilweise kamen ellenlange Sätze vor, bei denen ich schon in der Mitte nicht mehr wusste, was am Anfang stand. Über all das hätte ich evtl. sogar noch hinweg sehen können, wenn ich das zu lesen bekommen hätte, was mir der Klappentext suggeriert hat. Dem war aber leider nicht so. Denn für mich standen nicht Jake oder gar das Mädchen aus dem Video im Mittelpunkt dieser Geschichte, sondern Jakes Eltern und wie sich diese ganze Angelegenheit auf ihre Ehe auswirkt.

Mit knapp 250 Seiten ist das Buch ja nun kein Wälzer. Ich habe es mir zwar nicht gesondert notiert, aber ich würde schon sagen, dass sich knapp die Hälfte des Buches mit der Vergangenheit der Familie befasst. Ein Viertel befasst sich in etwa mit der momentanen Familiensituation vor dem Video. So bleibt dann, meiner Einschätzung nach, lediglich ein Viertel für Jakes unüberlegte Tat und deren Folgen übrig. Für mich ist das einfach zu wenig, gerade in Bezug auf die angekündigten langfristigen Folgen. Diese wurden zum Schluss auf wenigen Seiten und mit knappen Worten abgehandelt.

„Ob es ihm gefallen hatte? Danach hatte ihn bisher noch niemand gefragt.“
(Seite 176)

Leider war dieses Buch absolut nichts für mich. Positiv in Erinnerung bleiben wird mir lediglich das sehr schöne Cover und die letzten Seiten.

1,5

SaFi

2 Antworten to “Die Zerbrechlichkeit des Glücks [Rezension]”

  1. flattersatz 10. August 2013 um 10:55 #

    schöner verriss! 😉

    lg
    fs

    Gefällt mir

  2. Textverliebt. 11. August 2013 um 12:05 #

    Eigentlich klingt die Thematik ganz interessant, einen ähnlichen Vorfall gab es vor vielen Jahren an der Schule, an der mein Vater einst unterrichtete. Aber ich bin immer gespalten bei Rückblenden. Häufig langweilen sie mich eher. :/

    Auf jeden Fall wie immer eine tolle Rezi!

    Viele Grüße
    Katha

    Gefällt mir

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