Die Geschichte von Zoe und Will [Rezension]

13 Aug
Die Geschichte von Zoe und Will von Kristin HalbrookTitel: Die Geschichte von Zoe und Will
Autor: Kristin Halbrook
Seitenzahl: 320
ISBN: 978-3-453-26874-6
Verlag: Heyne
Veröffentlichung: 22. Juli 2013
Empfohlenes Lesealter: Ab 14 Jahren
Leseprobe

Zum Inhalt:

Eigentlich haben die in sich gekehrte Zoe und der temperamentvolle Will nicht viele Ähnlichkeiten. Und doch verbindet sie unendlich viel – ihre alles andere als glücklichen Kindheiten und ihre unsterbliche Liebe füreinander. Sie beschließen, ihrer bisherigen, trostlosen Welt den Rücken zu kehren, und in Las Vegas ein neues, glückliches Leben zu beginnen. In Wills altem Camaro begeben Sie sich auf einen Road-Trip quer durch Amerika, und hoffen auf ein wenig Glück am Ende ihres Wegs…

Die Geschichte von Zoe und Will - Kristin Halbrook

Die Geschichte von Zoe und Will – Kristin Halbrook

Meine Meinung:

Nobody but us. Niemand außer uns. Wir gegen den Rest der Welt.

Dies ist „Die Geschichte von Zoe und Will“ und der Titel ist Programm. In diesem Buch dreht sich alles und ausschließlich um Zoe und Will.

„Ich kuschle mich wieder an seine Brust. Seine Arme, die mich umschlingen, sind schwer und kräftig wie der Geruch des Jack Daniel’s meines Vaters. Aber den Jack habe ich gehasst, und ich glaube, ich liebe Will.“ (Seite 65)

Wie kam es dazu, dass die fünfzehnjährige Zoe und der gerade volljährig gewordene Will sich auf diesen Road-Trip begeben, von dem sie sich ein Leben in Freiheit, fernab von allem Übel, dass sie in ihren jungen Leben bereits ertragen mussten, erhoffen? Die Antwort auf diese und auch andere Fragen hat mich vom ersten Moment an gefesselt. Denn Kristin Halbrook hat eine ganz besondere und einnehmende Lese-Atmosphäre geschaffen. Bereits nach wenigen Seiten waren Zoe und Will fest in meinem Herzen verankert und die ersten Tränen suchten sich einen Weg über meine Wangen. Die beiden mussten jede Menge ertragen und noch viel mehr leiden. Und dank der der tollen und vor allem sehr passenden Wortwahl der Autorin hallten die körperlichen und seelischen Schmerzen der beiden in mir nach, und ich konnte ihre Verzweiflung und Angst regelrecht in mir spüren.

„Ich bin wie ein Fels, der außer Kontrolle auf einen Abgrund zurollt – stürzt. Meine einzige Chance liegt in ihren Händen, die allein mich aufhalten können, wenn sie sich schützend um mich legen.“ (Seite 83)

Immer abwechselnd ließen mich Zoe und Will an ihrer Flucht teilhaben. Bereits nach kurzer Zeit fiel mir auf, dass es der Autorin ganz hervorragend gelungen ist, den Charakteren der beiden jeweils eine eigene, individuelle Sprache zu verleihen. Es wird deutlich, dass Zoe für ihre 15 Jahre schon sehr erwachsen und reif ist, weil sie ganz einfach viel zu früh erwachsen werden musste. Und doch kann man auch ihre kindliche, verletzliche und unsichere Seite herauslesen. Bei Will verhält es sich mit der Sprache genauso. Im ersten Moment wirkt er vielleicht ein wenig einfältig in seiner Ausdrucksweise. Schon bald merkt man aber, dass er auch ohne Schulabschluss ein intelligenter junger Mann ist, der ganz genau weiß, worauf es im Leben ankommt, obwohl es ihm nie einer beigebracht hat. Und in fast jedem Wort kann die Liebe lesen, die die beiden füreinander empfinden. Die Liebe, die sie das alles auf sich nehmen lässt. Die Liebe, für die sie kämpfen.

Was hinter dieser Liebe steckt, begreift man als Leser recht schnell. Zoe und Will sind wie Ying und Yang – sie brauchen sich gegenseitig. Um verarbeiten zu können, was in der Vergangenheit liegt. Um den Blick nach vorne, in die Zukunft, richten zu können. Dabei wird vor allem eines ganz klar: Will beschützt Zoe – weil sie sich nicht selber schützen kann. Zoe glaubt an Will – weil er von niemand anderem Zuspruch erwarten kann. Sie geben sich gegenseitig das, was sie brauchen. Aber auch noch vieles mehr.

„Egal, was sie über Will und seine Vergangenheit sagen, egal, welche Wut ich manchmal in ihm sehe, ich weiß, dass er mich beschützen will, dass er alles für mich tun würde.“ (Seite 161)

Während der ganzen Zeit habe ich den beiden die Daumen gedrückt, dass sie ihr Ziel – und damit meine ich nicht bloß Las Vegas als Reiseziel – trotz aller Widrigkeiten und Stolpersteinen auf ihrer Reise erreichen würden. Ob sie es am Ende schaffen werden, werde ich natürlich nicht verraten. Aber ich möchte nicht vorenthalten, dass die Tränen, die mich eigentlich das ganze Buch über immer mal wieder heimgesucht haben, auch am Ende wieder in meine Augen traten. Ob aus Traurigkeit oder vor Freude, müsst ihr selber hinausfinden.

„Sie hat nur das Beste verdient, und ich verstehe einfach nicht, warum sie sich zu mir hingezogen fühlt. Aber wenn ich rauskriege, was es ist, werde ich’s in Flaschen abfüllen und ein verdammter Millionär werden.“ (Seite 240)

„Die Geschichte von Zoe und Will“ ist ein authentischer, mitreißender und wunderbar erzählter Road-Trip. Jedem Freund von guten Jungendbüchern, und denen, die es noch werden wollen, möchte ich dringend empfehlen, zu diesem Roman zu greifen, und sich zusammen mit Zoe und Will auf die Reise zu begeben. Es lohnt sich!

5

SaFi

2 Antworten to “Die Geschichte von Zoe und Will [Rezension]”

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  2. Jahresrückblick 2013 | Dein Buchjahr in 30 Fragen | Bookwives - 31. Dezember 2013

    […] Von daher laufen mit öfters mal Tränen über die Wangen. In diesem Jahr u. a. bei “Die Geschichte von Zoe und Will” von Kristin […]

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