Legend #1 – Fallender Himmel {Rezension}

17 Aug

bookwives meet
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Autor: Marie Lu
Titel: Legend #1 Fallender Himmel
Seitenzahl: 368
ISBN:  978-3-7855-7394-5
Verlag: Loewe
Veröffentlichung: 2012
Leseprobe

June ist ein sehr intelligentes Mädchen, mit großen analytischen Fähigkeiten und Talent im Kampfsport. Sie ist die einzige, die im Test, den alle Jugendlichen ablegen müssen, jemals die volle Punktzahl von 1500 Punkten erreicht hat. Dadurch hat sie 4 Schulklassen übersprungen und ist das „Wunderkind der Republik“. Ihr Bruder Metias ist Captain beim Militär. Bei einem Einsatz wird er eines Tages getötet. June, die kurz vor ihrem Abschluss steht, wird als Ersatz für ihn ins Militär befördert. Ihre erste Aufgabe: Day finden – denn er soll Metias umgebracht haben und ist einer meistgesuchten Verbrecher in Kalifornien.

Day ist im großen Test durchgefallen. So wenige Punkte wie er hatte noch niemand. Unmittelbar danach flüchtete er und hält sich seitdem versteckt. Er erfährt, dass ein Familienmitglied erkrankt ist – es hat seinen kleinen Bruder Eden getroffen. Sofort weiß er, was er zu tun hat. Und so bricht er in ein Krankenhaus ein, um Medizin zu stehlen. Dabei kommt Metias, der sich im Einsatz vor Ort befindet, ums Leben. Und sofort ist June ihm auf den Fersen…

„Tun wir das Richtige, wenn wir unsere Befehle befolgen? Die Republik wird doch wohl die richtigen Entscheidungen treffen, oder?“ (Seite 267)

Eine sehr düstere Welt, in die Autorin Marie Lu uns hier entführt. Was mir sofort aufgefallen ist: ihr nüchterner und emotionsloser Schreibstil. Der passt aber sehr gut zur Geschichte, sodass das von meiner Seite kein Kritikpunkt ist.

Day und June sind zwei sehr erstaunliche Protagonisten. Ihre Rollen sind klar definiert. Doch schon beim ersten Aufeinandertreffen stellen wir als Leser fest, dass da irgendwas nicht stimmt. Und auch die beiden merken es. Day beispielsweise ist doch sehr clever für jemanden, der beim Test so arg versagt hat.

Die Welt, in der die Geschichte spielt, ist das Amerika der Zukunft. Viele Katastrophen haben das Land in etwas Karges und Baufälliges verwandelt. Die Menschen leben in konzentrierten Regionen, Ballungszentren. Und die Regierung hat die totale Kontrolle. Vom sonnige Kalifornien, das wir heute kennen, ist dieses Land weit entfernt.

Der Auftakt der dieser Trilogie ist spannend und hat viel Potenzial. Das Buch hat mich begeistert. Die Entwicklung der Charaktere und vorallem zwischen Day und June ist interessant und unterhaltsam. Die Methoden, die die Regierung hier anwendet, sind grausam und unvorstellbar. Und eine Frage, die Day beschäftigt, geistert auch mir jetzt noch im Kopf rum:

„Was ist, wenn Eden sich nicht zufällig mit der Seuche angesteckt hat? Was ist, wenn sich niemand zufällig damit ansteckt?“ (Seite 210)

4,5

SaCre

Nachdem ich nun auf den verschiedensten Blogs schon so viel über dieses Buch gehört hatte und im September ja der zweite Band erscheinen soll, war ich sehr neugierig, ob „Legend“ alles halten konnte, was es versprach.

Mit großen Erwartungen begann ich also diesen ersten Teil und ich wurde nicht enttäuscht. Schon nach wenigen Seiten war ich in der Geschichte drin, denn es beginnt ziemlich rasant und spannend. Als dann June und Day endlich aufeinander trafen, nahm die Geschichte noch einmal so richtig an Fahrt auf und so konnte ich das Buch überhaupt nicht mehr aus der Hand legen, wodurch ich es in kürzester Zeit durchgelesen hatte.

Die beiden Protagonisten waren mir jeder auf seine Art sympathisch. Man konnte sich gut in beide hinein versetzen und gut verstehen, wieso sie zunächst so unterschiedlich gedacht haben – schließlich wuchsen beide in komplett gegensätzlichen Umgebungen auf. Doch nicht nur das, sie wurden zusätzlich auch noch in verschiedene Richtungen gedrängt, durch ein System, dass sich das Recht heraus nimmt, über das Schicksal des Einzelnen zu entscheiden.

Zunächst etwas gewöhnungsbedürftig aber dann irgendwie ganz gut war dabei der von der Autorin gewählte Stil, dass die Geschichte abwechselnd von den beiden Hauptfiguren erzählt wird. So erfährt man sehr viel über ihre Gedanken und Hintergründe. Allerdings ertappte ich mich gelegentlich mal dabei, dass ich überlegen musste, wer von beiden gerade erzählte.

Die von der Autorin gezeichnete Welt – wie ich finde, einer Militärdiktatur sehr ähnlich – war beklemmend und oft sehr brutal und schonungslos. Nur wer für die Gesellschaft „wertvoll“ ist, hat ein Recht in ihr zu leben.  Deshalb müssen alle 10-Jährigen einen Test machen, der ihre Möglichkeiten aufzeigt und der über ihr weiteres Leben bestimmt. Wer ein gutes Ergebnis erzielt, kann ein gutes Leben führen, ist anerkannt und hat ein recht gutes Einkommen. Alle anderen leben am Rande der Existenz und sind für die führende Schicht nichts wert.

Gerade den letzten Teil bekommt man in dem Buch an den verschiedensten Stellen zu spüren. So fand ich es stellenweise schon recht heftig, wie erbarmungslos mit den Menschen umgegangen wurde. Man merkt deutlich, dass der Führung dieses Landes ein Menschenleben nichts bedeutet und dass sie nur ihre Macht erhalten und ausbauen will – egal mit welchen Mitteln.

So ist es dann auch spannend mit anzusehen, wie June dieses System zunehmend durchschaut und den dunklen Machenschaften auf die Spur kommt. Genauso interessant ist es zu erfahren, wie ein Junge, der eigentlich nichts getan hat, zum Verbrecher stilisiert wird, nur weil er als potentielle Gefahr eingestuft wird.

Was mir ein wenig bei der Geschichte fehlte, waren Informationen zu den Hintergründen, wie es zu dieser Regierungsform kam, wieso sich ein kleiner Teil der USA abkapselte und gegen die anderen Krieg führt, wer oder was sind die Kolonien etc. Da es sich hier aber um eine Trilogie handelt, hoffe ich, dass man in den Folgebänden noch mehr Informationen erhält.

Insgesamt hat mir dieses Buch wirklich sehr gut gefallen. Es konnte mich mitreißen und ich bin richtig tief in die Geschichte um June und Day eingetaucht. Das von der Autorin geschaffene Szenario war schockierend und faszinierend zugleich, so dass die Seiten sich fast von selbst umblätterten und ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Bücherjunkies.de

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