{Rezension} Die Landkarte der Liebe | Lucy Clarke

28 Aug

Die Landkarte der Liebe_Artikelbild

Autor: Lucy Clarke
Titel: Die Landkarte der Liebe
Seitenzahl: 352
ISBN: 978-3-492-30085-8
Verlag: Piper
Veröffentlichung: 09. Oktober 2012
Leseprobe

Katie und Mia sind Schwestern und charakterlich sehr unterschiedlich: während die ältere und sehr hübsche Katie immer sehr vorsichtig ist, ist Mia eine Draufgängerin und hält nicht viel von einem geordneten Leben. Die beiden haben nicht den besten Draht zueinander, können nicht miteinander über Gefühle sprechen und so kommt es sehr oft zu Streitereien,
Eines Tages teilt Mia ihrer älteren Schwester mit, dass sie gemeinsam mit ihrem besten Freund Finn auf Weltreise gehen wird.

Einige Monate später erhält Katie einen Anruf, der ihr Leben von jetzt auf gleich grundlegend verändert: Mia ist auf Bali ums Leben gekommen. Katie ist entsetzt und erschüttert, aber auch ratlos: ihre kleine Schwester hat ihr die Route vor der Abreise mitgeteilt. Und Bali stand auf keinen Fall auf dem Plan. Zudem sagt die Polizei, dass es sich um einen Selbstmord handelt, was die junge Frau einfach nicht glauben kann. Katie wirft Finn vor, nicht auf Mia aufgepasst zu haben. Schließlich findet sie das sehr detailliert geführte Reisetagebuch. So entschließt sie sich, ihren Verlobten Ed für eine Zeit zurück zu lassen, und sich auf die Spuren ihrer verstorbenen Schwester zu machen. Schließlich möchte sie herausfinden, was unterwegs und vorallem auf Bali passiert ist. Doch sie erfährt dabei auch Dinge, die sie besser nie erfahren hätte…

„Gerade in den kleinen Dingen war Mia nachlässig gewesen – ihr Portemonnaie war mit seinen vielen Quittungen so hart wie ein Ziegelstein, ihre Bücher waren voller Eselsohren gewesen – , aber die Handschrift in ihrem Tagebuch war sorgfältig und ebenmäßig. Die Einträge ordneten sich um Zeichnungen herum, um kleine Notizen, Ausschnitte von Landkarten und Erinnerungsstücke von ihren Reisezielen. Jede Seite war ein Kunstwerk, das eine kleine Geschichte zu erzählen wusste.“ (Seite 39)

Eine tolle Idee, die mich als Reisebegeisterte sofort interessiert hat. Außerdem hat das Cover mich angesprochen. Und nach der vor genannten Textpassage hätte ich am liebsten zu meinen Reisetagebüchern gegriffen, um darin zu blättern und in Erinnerungen zu schwelgen…
Nachdem man gemeinsam mit Katie die schlimme Nachricht erfahren hat, geht es auch schon los auf Weltreise. Gestartet wird in San Francisco.
Detailgetreu und in schöner, fließender Sprache beschreibt die Autorin die Reise und das, was Katie unterwegs widerfährt. An manchen Stränden konnte ich mich selber schon sitzen sehen. 🙂

Es gibt einige Ups and Downs im Verlauf der Geschichte. Beispielsweise reist Ed Katie nach Australien hinterher. Ihre Besessenheit von Mias Reise und dem Tagebuch führt dort zu heftigen Problemen.
Katie als Protagonistin fand ich in Ordnung. Doch beste Freunde sind wir nicht geworden. Dafür fand ich ihre Handlungen in manchen Situationen doch zu übertrieben. Sie hatte große Hoffnungen, die aber teilweise sehr enttäuscht wurden. Sie wollte Antworten auf Fragen finden; doch stellte sich das schwieriger raus, als gedacht.
Mia ist ein Wildfang und ein Typ zum Pferde stehlen, manchmal unberechenbar und unbedarft. Doch auch sie hat ihre stille, in sich gekehrte Seite. Auf ihre Weltreise kann sie sich allerdings zu 100% konzentrieren. Das merkt man als Leser auch daran, wie detailverliebt sie ihr Tagebuch geführt hat.
Die männlichen Nebendarsteller sind alle sehr unterschiedliche – aber auch interessante – Typen, die diese Geschichte gut abrunden.

„Vor ihrer Abreise war sie davon überzeugt gewesen, dass sie Mia auf deren Spuren näherkommen und verstehen würde, was geschehen war, doch je weiter sie Mia nachgereist war, umso ferner hatte sie sich ihr gefühlt. Katie hatte nicht bis zum Morgengrauen in Downtown San Francisco getanzt, war nicht in Unterwäsche in den Pazifik gesprungen, und sie hatte auch nicht die Energie gehabt, bis zum höchsten Punkt der Yosemite Falls zu wandern oder hinauf in die Kronen uralter Mammutbäume zu blicken.“ (Seite 83)

Einige Stellen empfand ich als sehr emotional, an anderen hat genau das mir etwas gefehlt. Aber dadurch, dass die Kapitel abwechselnd aus Mias und Katies Sicht geschrieben sind, lernt man beide Schwestern sehr gut kennen und erlebt alle Geschehnisse aus erster Hand.
Was ich auch etwas kritisieren möchte, sind einige Zeitsprünge: hier hätte ich mir ein paar mehr „Vor Ort Erlebnisse“ gewünscht. Allerdings wäre das Buch dann auch nicht mit 352 Seiten ausgekommen, was ich aber hätte verschmerzen können.
Das Ende… Hm, das fand ich nicht komplett enttäuschend, aber es konnte mich auch nicht ganz überzeugen. Hier wäre mehr möglich gewesen, finde ich.

Als Fazit bleibt mir aber zu sagen, dass „Die Landkarte der Liebe“ eine kurzweilige Unterhaltung ist, die die Leserin an fremde und exotische Orte entführt, und dabei geschickt eine Familiengeschichte einbaut. Ein Buch, das den Leser für eine gewisse Zeit aus dem Alltag entfliehen lässt.

3,5

SaCre

2 Antworten to “{Rezension} Die Landkarte der Liebe | Lucy Clarke”

  1. Chimiko 28. August 2013 um 08:53 #

    Das Buch hab ich ein paar Mal in der Hand gehabt… klingt nicht schlecht 🙂

    Alles Liebe, Chimiko

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  1. Jahresrückblick 2013 | Dein Buchjahr in 30 Fragen | Bookwives - 31. Dezember 2013

    […] Das Ende von “Die Landkarte der Liebe” konnte mich leider gar nicht überzeugen. Das gab einen vollen Punkt […]

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