[Rezension] Bis in den Tod hinein | Vincent Kliesch

15 Sep
Bis in den Tod hinein von Vincent Kliesch
 
Titel: Bis in den Tod hinein
Autor: Vincent Kliesch
Seitenzahl: 400 Seiten
Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3-442-37798-5
Veröffentlichung: 15. Juli 2013
Leseprobe

Zum Inhalt:

In Berlin ereignen sich grausame und brutale Morde: Ein Brandstifter kommt in einem von ihm gelegten Feuer ums Leben. Einem Lügner wird die Zunge abgeschnitten. Für Severin Boesherz, dem neuen Ermittler des LKA Berlin, ziemlich eindeutige Botschaften. Nicht ganz so einfach zu deuten sind jedoch die Zahlen, die in willkürlicher Reihenfolge, bei diesen und weiteren Leichen gefunden werden. In seinem ersten Fall wird Boesherz direkt gefordert. Wird er die Bedeutung der Botschaften und Zahlen entschlüsseln können, bevor es zu spät ist?

Bis in den Tod hinein - Vincent Kliesch

Bis in den Tod hinein – Vincent Kliesch

Meine Meinung:

Was hatte ich nach diesem Buchtrailer, der mir auch beim dritten Mal Anschauen fast einen Herzinfarkt beschert hätte, denn bitte für eine andere Wahl, als das entsprechende Buch zu lesen? Richtig. Keine! Ich schlug also voller Vorfreude das Buch auf und schon mit dem ersten Satz hat Kliesch mich thrillermäßig abgeholt.

»Wie gefällt es dir, tot zu sein?«, hauchte er leise. (Seite 7)

Schnell wird klar, das Severin Boesherz kein 08/15-Ermittler ist. Und ich habe ihn direkt gemocht, auch wenn der Autor dem Leser viele Gründe gibt, genau das nicht zu tun. In Besprechungen mit seinen Kollegen, bei der Begutachtung der Leichen an den Tatorten, im Gespräch unter vier Augen wirkt er ein wenig oberlehrerhaft und scheint allwissend zu sein. Er verfügt über eine Kombinations- und Auffassungsgabe, die ihresgleichen sucht. Er ist penibel, hat einen merkwürdigen Humor, trägt stets einen Dreiteiler mit Krawatte und verlässt sich auf seine Taschenuhr. Für mich ist Boesherz erfrischend anders.

Über den Gegenspieler von Boesherz, den Täter mit einem der ungewöhnlichsten Namen, die ich je gelesen/gehört habe, kann ich wegen der Spannung jetzt nicht so viel schreiben, wie ich gerne würde. Ich kann aber versichern, das Anselm Drexler von Vincent Kliesch ebenfalls einen umfassenden und keineswegs einfallslosen Charakter verliehen bekommen hat, der psychologisch sehr ausgereift ist, wie ich finde.

„Moldenhauers Haut begann bereits kleine Bläschen zu bilden. Seine obere Hautschicht löste sich langsam von den unteren ab. Tatsächlich zeigte sein Gewebe jetzt dieselben Erscheinungen, die auch eine Verbrennung hervorrufen würde.“ (Seite 208)

Dem Spannungsverlauf scheint recht früh die Luft auszugehen, da der Täter dem Leser recht schnell präsentiert wird. Dem ist aber nicht so, weil halt nur die Leserschaft in diesen Genuss kommt. Boesherz und Co. müssen die üblichen Ermittlungen aufnehmen, die vom ausgeprägten und zugegebenermaßen eigenwilligen Stil des Ermittlers unermüdlich vorangetrieben werden. Als Leser ist man der Polizei zwar einen Schritt voraus, weiß aber trotzdem nicht unbedingt viel mehr. Erst nach und nach ergibt alles einen Sinn, bevor es zum Schluss dann noch zu einem echten Überraschungseffekt kommt, den ich trotz des richtigen Riechers bei anderen Aspekten, schlicht und einfach nicht für möglich gehalten hätte.

Für mich als Fan von schön blutigen Thrillern hätte es an mancher Stelle ruhig ein wenig heftiger zur Sache gehen können. Dennoch haben die niedergeschrieben Szenarien allesamt einen perfiden Touch, den der Autor sachlich und unverblümt vermittelt. Mit 382 Seiten hat dieser Thriller genau die richtige Länge. Atempausen sind rar gesät – nicht zuletzt durch die ständigen Wechsel der Erzählperspektive. Der Plot ist gut durchdacht und hält einige Überraschungen für den Leser bereit.

„Boesherz spürte, dass der Augenblick näher rückte, in dem schon eine einzige Erinnerung, ein einziger kleiner Eindruck dazu führen konnte, das Kartenhaus, das er errichtet hatte, entweder zu vollenden oder zum Einsturz zu bringen.“ (Seite 269/270)

„Bis in den Tod hinein“ ist für mich ein absolut überzeugender Thriller „Made in Germany“, der u. a. durch einen ungewöhnlichen Ermittler besticht, der alles andere als alltäglich ist. Fans von blutigen Thrillern kommen ebenso auf ihren Geschmack wie diejenigen, die es lieber nicht ganz so martialisch mögen.

5

SaFi

Vincent Kliesch im Exklusiv-Interview – Hörbücher Blog

Eine Antwort to “[Rezension] Bis in den Tod hinein | Vincent Kliesch”

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  1. Jahresrückblick 2013 | Dein Buchjahr in 30 Fragen | Bookwives - 31. Dezember 2013

    […] ich mich grad nicht wirklich entscheiden… Aber an der Spitze stehen Anselm Drexler aus “Bis in den Tod hinein” und Nashira Sargas aus “The Bone Season – Die […]

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