{Rezension} Fürchte nicht das tiefe blaue Meer | April Genevieve Tucholke

21 Okt

Fuerchte nicht das tiefe blaue Meer von April Tucholke

Autor: April Genevieve Tucholke
Titel: Fürchte nicht das tiefe blaue Meer
Seitenzahl: 384
ISBN: 978-3-570-30884-4
Verlag: cbt
Veröffentlichung: 09. September 2013
Leseprobe

Violet ist 17 Jahre alt und lebt mit ihrem Zwillingsbruder Luke in „Citizen Kane“, einem großen Herrenhaus in Familienbesitz, etwas abseits der Kleinstadt Echo. Hoch auf den Klippen über dem tosenden Meer thront das Anwesen, welches mittlerweile doch sehr am Verfallen ist. Ihre Eltern sind – mal wieder – für einige längere Zeit nach Europa, um dort ihren Künsten nachzugehen. Die beiden sind es gewohnt, eine Zeit von ihnen getrennt zu sein. Doch seit Freddie, ihre über alles geliebte Großmutter und Erschafferin des Gutes, gestorben ist, fühlt vor allem Violet sich alleine. Einzig zu ihrer Nachbarin Sunshine Black, ebenfalls in ihrem Alter, hat sie eine Art freundschaftlichen Kontakt.
In der Stadt geistern viele alte Geschichten rum. Über verschwundene Kinder, Teufel und alte Männer, die zurückgezogen und versteckt in Trümmern leben.
Als das Geld knapp wird, sucht Violet einen Untermieter für das Gästehaus. Und tatsächlich findet sich jemand: River West. Der gleichaltrige Junge kommt ihr von Anfang an merkwürdig vor. Jedoch fühlt sich sich sehr stark zu ihm hingezogen.
Plötzlich geschehen viele seltsame Dinge, und es verschwinden auch wieder Kinder.
River verstrickt sich immer mehr in Lügen. Und obwohl Violet ihn dabei erwischt – sie hat sich bereits Hals über Kopf in ihn verliebt…

„Es heißt, Zeit wäre relativ, und ich glaube, das ist der Grund, warum es mir so vorkommt, als hätte sich mein Leben vor Rivers auftauchen innerhalb von wenigen Sekunden abgespielt – ein kurzes Aufflackern kleiner Ereignisse, nicht wirklich der Rede wert -, während mir mein Leben von dem Tag an, in dem River vor Citizen Kane vorfuhr, wie eine dreibändige Saga erschien. Wie ein Epos. Mit kaum zu bewältigenden Herausforderungen, Bösewichten, Mördern, einem unbefriedigenden Ende und Menschen, die sich fanden und dann für immer auseinandergerissen wurden.“ (Seite 367/368)

Die Grundidee, die die Debütautorin April Genevieve Tucholke hier hat, finde ich sehr gut. Auch das geschaffene Setting gefällt mir. Das große Anwesen an den Klippen, das wilde Meer darunter, die Kleinstadt Echo mit ihren teils eigenartigen Einwohnern. Die perfekten Rahmenbedingungen für diese Geschichte. Doch leider hatte die Ausführung für mich einige Schwächen.
Das größte Problem für mich war, dass ich mit der Protagonistin Violet nicht ganz warm geworden bin. Erst war sie mir sehr sympatisch. Doch im Laufe der Geschichte legte sie immer öfter Verhalten an den Tag, die ich nicht ganz nachvollziehen konnte und mit denen ich nicht einverstanden war. Aber das ist mein persönliches Empfinden. 🙂

Was mir sehr gut gefallen hat: der Schreibstil der Autorin. Die Geschichte lässt sich sehr gut und flüssig lesen. Positiv überrascht haben mich die vielen detaillierten Ausführungen und Beschreibungen, und die Vergleiche, die sie gezogen hat.
Die Autorin hat eine Affinität zu klassischer Literatur und den Klassikern der Filmindustrie. Das merkt man ihr an. Geschickt und fein hat sie hin und wieder Szenen, Dialoge oder Betrachtungen aus zum Beispiel Goethes „Faust“ oder dem Film „Casablanca“ einbezogen.

„Unser Heim war zutiefst beeindruckend, würdevoll, elegant, riesig und wunderschön.
Und es war vom Wind und vom Salzwasser gezeichnet, von Efeu überwuchert und vernachlässigt wie eine alternde Ballerina, die von Weitem jung und anmutig aussieht, aber aus der Nähe entdeckt man die ergrauten Schläfen, die Fältchen um die Augen und die kleine Narbe auf der Wange.“ (Seite 11)

Die Stimmung in der Geschichte ist überwiegend dunkel – was hier völlig passend ist. Jedoch entwickelt sich auch eine Liebesgeschichte im Plot. Die romantischen Szenen konnten mich aber nicht so wirklich überzeugen. Ich kann mir aber vorstellen, dass jüngere Leser das anders empfinden.

Als Fazit kann ich aber sagen, dass das Buch unterhaltsam ist und spannendes Lesevergnügen bringt (auch wenn es für mich kein Thriller ist). Betonen möchte ich noch, dass das Cover mir sehr gut gefällt und völlig zur Geschichte passt.

„Echo war so idyllisch, wie man es von einer Stadt erwarten konnte, die älter war als die meisten anderen Orte in Amerika. Ein hübsches, sauberes Städtchen, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein schien, besonders wenn die Sonne alles in ihr goldenes Licht tauchte.“ (Seite 55)

3,5

SaCre

2 Antworten to “{Rezension} Fürchte nicht das tiefe blaue Meer | April Genevieve Tucholke”

  1. Kati Junge (@ZeitZuLesen) 1. August 2015 um 17:11 #

    Hi!
    Auf meinem Blog erscheint am Montag auch ein Beitrag zu dem Buch. Am Ende des Artikels füge ich Links zu anderen Blogs, wie Eurem 😉 hinzu, die das Buch auch bereits gelesen haben. Wenn Ihr nicht einverstanden seit oder das doof findest, schickt mir doch bitte einfach eine kurze Nachricht.
    Viele Grüße

    Kati @Zeit zu Lesen
    http://zeitzulesen.blogspot.de/

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  1. #Rezension – Fürchte nicht das tiefe blaue Meer - 14. April 2017

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