[Rezension] Für immer Ella und Micha | Jessica Sorensen

16 Jan
1 Buch - 2 MeinungenFür immer Ella und Micha_Artikelbild
 
Titel: Für immer Ella und Micha (Ella und Micha 2)
Autor: Jessica Sorensen
Seitenzahl: 352 Seiten
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-41773-1
Veröffentlichung: 13. Januar 2014

Zum Inhalt:

Während Micha sich einen Traum erfüllt und mit seiner Band auf Tour geht, ist Ella ans College zurückgekehrt. Sie sehnt sich nach Micha, aber in letzter Zeit sind die gemeinsamen Momente selten geworden. Zugleich machen die Abgründe in ihrer Familie es Ella schwer, an ihr Glück zu glauben. Sie will Micha auf jeden Fall davor schützen, und eines Tages trifft sie eine radikale Entscheidung, die sie für immer von ihm entfernen könnte.

Meinung SaCre:

„Ich lächle, aber es  fühlt sich unecht an. Die Leute machen fast nie absichtlich Dinge, mit denen sie andere verletzen, und trotzdem passieren sie eben, weil ein Moment besonders intensiv wird, weil man nicht nachdenkt oder weil man schlicht Worte ausspricht, die besser im Kopf geblieben wären.“ (Seite 47, Ella)

Der zweite Teil setzt nahezu nahtlos an das Ende des ersten Buches an.
Ella ist wieder am College und geht dort ihrem Alltag nach. Micha ist unterwegs und tourt mit der Band. Er ist weit weg von seiner Freundin, und beide können sich nur an Wochenenden sehen.
Was zunächst auffällt: die beiden sind immer noch total abhängig von einander. Ella kann nicht ohne Micha, Micha kann nicht ohne Ella. Man merkt beiden an, dass sie unter der Trennung leiden. Doch natürlich möchte auch jeder seinen Träumen nachgehen. So sind Telefonate kostbar, Treffen nahezu unbezahlbar. Und da tut Ella auch mal alles, um Micha spontan besuchen zu können und ihn wenigstens ein paar Stunden zu sehen.

Tja, und es könnte alles so einfach sein. Wäre da nicht die jeweilige Vorgeschichte der beiden – mit all den Problemen, denen sie während Kindheit und Jugend ausgesetzt waren. Vorallem Ella ist ein weiterhin sehr komplizierter und komplexer Charakter. Oft handelte sie für mich irrational. Doch wenn man über ihr Wesen nachdenkt, haben die Verhaltensweisen wieder gepasst.

Es ist wieder ein totales Up & Down zwischen den beiden. Sie lieben, sie streiten, sie können nicht ohne einander, sie können aber auch nicht miteinander reden. Das gehört zu den beiden dazu und macht sie zu einem perfekten Paar. Trotz allem wirkte die Beziehung für mich reifer – und ich war nicht mehr so genervt von beider Abhängigkeit.
Durch den Schreibstil der Autorin lässt sich die Geschichte gut und zügig lesen. Im Großen und Ganzen bin ich mit dem Verlauf der Story auch absolut einverstanden. Allerdings hätte ich auch mit einem anderen Schluss leben können. 🙂

„Wenn sie so weit ist, wird sie es mir sagen. Das hoffe ich zumindest. Aber was ist, wenn sie es nicht tut? Was ist, wenn Ich mein Leben lang einem Geist nachjage?“ (Seite 117, Micha)

Mir hat dieser Teil besser gefallen, als der erste.  Die Geschichte hat mich gut unterhalten, auch wenn die Liebe oft von schwermütigen und melancholischen Gedanken begleitet wird. Daher vergebe ich hier runde

4

Meinung SaFi:

Es beginnt wieder mit einer Brücke. Und wieder steht Ella auf dieser Brücke. Doch diesmal sind die Vorzeichen andere… Denn Ella und Micha sind nun ein Paar. Nach vielen Ups & Downs, nach vielen Worten und Gedanken. Doch so einfach genießen können sie ihr frisches Liebesglück nicht: Ella ist wieder am College, Micha tourt mit seiner Band. Sie sehen sich kaum und vermissen den anderen sehr. Zudem nagen an Ella auch starke Zweifel, ob sie Micha – mit all ihren Problemen – wirklich glücklich machen kann.

„Ich wache in einem stillen Zimmer auf, Ella in meinen Armen und ihren nackten Körper an meinem. Wäre es doch möglich, jeden Morgen so aufzuwachen! Doch dafür müsste einer von uns etwas Wichtiges aufgeben.“ (Seite 54)

Die Emotionen nehmen selbstverständlich wieder einen großen Teil des Buches in Anspruch. Doch Kitsch sucht man vergeblich. Jessica Sorensen hat die Geschichte von Ella und Micha so zu Papier gebracht, dass das Gelesene real wirkt. „Für immer Ella und Micha“ kommt ein wenig erwachsener/reifer daher als noch der erste Teil, denn Ella und Micha entwickeln sich. Langsam zwar und durchaus auch mit Rückschlägen, aber stetig. Die große Frage in diesem Buch: Haben Ella und Micha eine gemeinsame Zukunft? Auf beiden lastet noch immer die schwierige Vergangenheit und sie müssen einen Weg finden, damit umgehen zu können.

Das ewige Hin und Her in der Beziehung der beiden (egal ob nun als Freunde oder als Paar), vor allem von Ella, kann einen durchaus nerven. Für mich gehört dieses Verhalten aber zu Ella und zu dieser Geschichte. So ist sie nun mal und das hat auch seine (schrecklichen) Gründe. Und ohne diese Verhaltensweisen von Ella wäre die Geschichte von Ella und Micha nicht die, die ich gelesen habe. Und wahrscheinlich hätte ich sie dann auch nicht so sehr gemocht. Denn die Charaktere von Jessica Sorensen sind das große Plus der Bücher. Sie sind kompliziert aber auch so unglaublich liebevoll und voller Leben.

„Ich will, dass er mich genauso sehr hasst wie ich mich hasse.
Auf diese Weise kann ich ihn nicht mit mir in den Abgrund reißen. (Seite 89)“

Der Stil der Autorin sorgt für kurzweilige Unterhaltung. Ella und Micha geben sich in der Erzählung die Klinke in die Hand. So wird die Geschichte lesetechnisch ein wenig aufgelockert und man lernt beide gut bzw. besser kennen. Auch die anderen Charaktere kommen dem Leser ein wenig näher. Was auch ganz gut ist, denn zwei von ihnen werden im dritten Teil der Ella und Micha-Reihe die Hauptrollen spielen: Lila und Ethan.

Was meine Lesefreude ein wenig getrübt hat, war der Titel des Buches – egal ob deutsch oder englisch. Ich habe mich darauf gefreut wieder eine Achterbahnfahrt der Gefühle zu lesen, mit Ella und Micha leiden und lieben zu können. In diesen Genuss bin ich zwar gekommen, doch immer wenn eine der vielen Tiefen auf dem Plan stand und ich Angst hatte, dass nun gleich alles aus und vorbei sein könnte, spukte im meinem Kopf der Gedanke rum, dass vorne auf dem Cover „Für immer“ bzw. „The Forever“ steht. Für mich eine Botschaft, dass am Ende alles gut ausgehen wird… So konnte ich nicht ganz so sehr mitfühlen, wie ich es mir gewünscht hatte.

„Er hebt den Kopf und sieht mich an. Als seine Lippen wieder auf meinen sind, geht es nicht um Lust oder Verlangen oder sonst was. Es geht darum, dass wir einander vervollständigen. (Seite 306)“

Im Großen und Ganzen hat mir „Für immer Ella und Micha“ genauso gut gefallen wie „Das Geheimnis von Ella und Micha“. Das Buch ist eine wunderbare, bitter-süße Lovestory von zwei jungen Erwachsenen, die auf der Suche nach sich selbst sind und einen Weg finden müssen, mit der Vergangenheit abzuschließen.

4,5

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Die „Ella und Micha“-Reihe:

1. „Das Geheimnis von Ella und Micha“ (11.11.13)
2. „Für immer Ella und Micha“ (13.01.14)
3. „Verführt. Lila und Ethan“ (14.07.14)
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4 Antworten to “[Rezension] Für immer Ella und Micha | Jessica Sorensen”

  1. Martina Bookaholic 16. Januar 2014 um 10:23 #

    na wow – das Buch scheint ja bei euch beiden gut weggekommen zu sein. Teil eins fand ich auch ganz okay, aber hoffe nun auch auf eine Steigerung. Aber leider warte ich noch auf mein Buch – vorbestellt ist es ja schon lange 🙂
    LG

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  2. Nury (Lisa B.) 24. Januar 2014 um 21:43 #

    Hey.
    Habe ich mir eben auf Amazon für den Kindle geholt, ist einer der Deals der Woche. Mal sehen wie ich es finde :).
    Lg,
    Nury

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