{Rezension} Aquila | Ursula Poznanski

15 Aug

Autor: Ursula Poznanski
Titel:
Aquila
ISBN: 978-3-7855-8613-6
Seitenanzahl: 432 Seiten
Verlag: Loewe Verlag
Veröffentlichung: 14. August 2017
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„Entmutigt lehnte sie sich zurück. Warum hatte sie nicht einfach Klartext schreiben können? Was sollten diese komischen Andeutungen, diese Hinweise, die niemand kapierte, schon gar nicht sie selbst?“ (Seite 145 E-Book)

Inhalt:

Die deutsche Austauschstudentin in Nika ist gerade einmal ein paar Wochen in Siena, als ihre Mitbewohnerin Jenny spurlos verschwindet. Die Zeichen verdichten sich, dass Jenny etwas zugestoßen sein könnte. Das Schlimmste aber ist, dass Nika jegliche Erinnerung an diese Tage, in die Jennys Verschwinden fällt, fehlt. Schnell rückt Nika in das Visier der Polizei, zumal alle Aussagen darauf hindeuten, dass Nika im Zeitraum ihres Gedächtnisverlusts ein merkwürdiges Verhalten an den Tag legte. So soll sie sich nicht nur an Jennys Freund heran gemacht und sich darüber hinaus mit Jenny gestritten haben, sondern sie hat angeblich auch einen Autofahrer bedroht und eine andere deutsche Studentin angegriffen. So sehr sich Nika auch den Kopf zermartert, ihr fällt nicht das Geringste zu den Geschehnissen rund um Jennys Verschwinden ein.
Sie muss sich allein auf Spurensuche begeben, nur unterstützt durch einen Zettel, den sie sich offensichtlich selbst geschrieben hat, in dem Wissen oder der Ahnung, dass sie sich an die Tage nicht mehr wird erinnern können. Die Hinweise sind unglücklicherweise so kryptisch verfasst, dass sie auch für Nika selbst keinen Sinn ergeben. Später bekommt sie Hilfe von Stefano, dessen Rolle sie allerdings nicht recht einschätzen kann. Doch nach und nach kommt Licht ins grausige Dunkel.

Meine Meinung:

Aquila von Ursula Poznanski ist ein Psychothriller für Leser/innen ab 14 Jahren. Auch wenn das Cover wenig thrillermäßig ist, und mich offen gesagt nicht besonders anspricht, konnte mich der Inhalt überzeugen.
Von Anfang an wird der Leser in das Geschehen gezogen. Ausschließlich aus Nikas Perspektive erleben wir mit, wie sie ohne Erinnerung aufwacht und Stück für Stück die fehlenden Tage zusammenpuzzelt. Man spürt als Leser ihre Angst, ihre Hilflosigkeit und auch das Entsetzen darüber, sowie die Zweifel an sich selbst.
Je mehr Nika erfährt, desto unsicherer wird sie, ob sie tatsächlich in der Lage ist, sich so zu verhalten, wie ihr die Polizei und die Menschen in ihrem Umfeld vorwerfen. Sie erkennt sich in den Schilderungen nicht wieder, doch deuten alle Indizien darauf hin, dass sie Schlimmes in den Tagen erlebt oder gar selbst verursacht hat. Diese Ungewissheit erlebt der Leser hautnah mit.
Da Nika mir während des Lesens ans Herz gewachsen ist,verursachte der Gedanke Unbehagen, sie könne in der Tat für all das Schreckliche mitverantwortlich sein. Bis zur Auflösung ließ mich dieses Unwohlsein nicht mehr los.
Lediglich Nikas oft naive Art hat mich bisweilen genervt. Ab einem gewissen Punkt, fand ich ihr Verhalten nicht mehr nachvollziehbar. Spätestens, als sie befürchten muss, jeden Augenblick verhaftet zu werden, kann ich nicht mehr verstehen, warum sich Nika nicht an einen Anwalt, das Konsulat, oder wenigstens an ihre Eltern wendet. Die Erklärungen, die die Autorin dafür anbietet, sind mir zu schwach. An einigen Stellen fand ich das Geschehen auch sehr dem gewünschten Ergebnis untergeordnet. So kommt es, dass ich die Szene am See, zu der ich aus Spoilergründen nichts schreiben kann, gleichzeitig als eine der spannendsten aber auch der schlechtesten, weil eindeutig verbogenen, empfinde.
Da der Roman darüber hinaus jedoch alles richtig macht, haben diese kleinen Makel mein Lesevergnügen im Ergebnis nicht beeinträchtigt.
Besonders gut gefallen hat mir die Idee mit der kryptischen Liste, die Nika sich als Gedächtnisstütze geschrieben hat und ihr dann doch zunächst als Ansammlung wirrer und nichtssagender Stichworte und Zitate erscheint. Die Rätsel, die sich Nika auf diese Art selbst gestellt hat, sind clever und laden zum Mitknobeln und vor allem auch zum Mitfiebern ein. Stets wartet man auf die Preisgabe des nächsten Mosaiksteinchens.

Siena wird nicht allzu ausführlich dargestellt, es reicht jedoch, um ein gewisses Gefühl für die Stadt zu erzeugen. Einige italienische Sätze erzeugen Lokalkolorit, die relevanten werden übersetzt bzw. lassen sich erschließen, um alles zu verstehen, reicht aber auch schon ein Jahr Italienisch – AG, wie ich im Selbstversuch bestätigen kann 😉

Fazit:

Ein packender Thriller, der Lust auf die Entdeckung des sommerlichen Siena macht.

Rana

3 Antworten to “{Rezension} Aquila | Ursula Poznanski”

  1. nilibine70 16. August 2017 um 13:13 #

    Hallo 🙂
    Ich war so frei und habe mal Eure Rezi bei mir mit verlinkt. Falls nicht gewünscht, einfach kurz Bescheid geben!

    Liebe Grüße
    Bine

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  1. Ursula Poznanski „Aquila“ | Das Niliversum - 16. August 2017

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