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{Rezension} Bullenbrüder (Ein Fall für die Bullenbrüder #1) | Hans Rath und Edgar Rai

31 Jul

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[Rezension] Ich und Earl und das sterbende Mädchen | Jesse Andrews

26 Okt
Ich und Earl und das sterbende Maedchen von Jesse AndrewsTitel: Ich und Earl und das sterbende Mädchen
Autor: Jesse Andrews
Seitenzahl: 304 Seiten
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-26784-8
Veröffentlichung: 30. September 2013
Empfohlenes Lesealter: Ab 14 Jahren
Leseprobe

Zum Inhalt:

Greg Gaines ist 17 Jahre alt und will vor allem eines: In der Schule, und auch im Allgemeinen, am besten nicht groß auffallen. Deswegen hat er mit den Jahren seine Überall-ein-wenig-aber-nirgendwo-so-richtig-zugehören-Taktik auch perfektioniert und schlägt sich ganz wacker. Er lebt ein normales Leben – na ja, so normal wie es bei seiner Familie halt möglich ist – und dreht mit seinem besten Freund Earl Filme, die niemand zu sehen kriegen soll. Mit seinem ruhigen, unauffälligen Leben ist es aber schon bald vorbei. Denn seine Mutter hält es für eine super Idee, dass Greg die nicht mehr vorhandene Freundschaft zu Rachel wieder aufwärmt, denn Rachel ist an Leukämie erkrankt. Weder bei Greg noch bei Rachel stößt dieses Vorhaben anfangs auf viel Zuspruch. Doch dann ändern sich die Dinge und Greg dreht zusammen mit Earl einen neuen Film mit dem Titel „Rachel – Der Film“.

Ich und Earl und das sterbende Mädchen_Artikelbild

Meine Meinung:

Ziemlich schnell wird klar, dass dieses Buch nicht die emotionale Geschichte ist, wie die Beschreibung auf dem Buchrücken und im Internet vielleicht vermuten lässt. Bereits auf Seite 9 weist Greg höchstselbst darauf hin und gibt dem Leser den Tipp, das Buch in die nächste Tonne zu treten und wegzurennen, falls man ein einfühlsames Buch über Freundschaft, Liebe und Tod erwartet, bei dem man vom ersten bis zum letzten Satz heulen könnte. Anfangs kann man diese Aussage noch für einen der vielen Späße und ironischen Anmerkung von Greg halten, dem ist aber nicht so. Mit der Zeit wird klar, dass Greg damit einfach nur die Wahrheit geschrieben hat.

„Earl ist inzwischen fast schon ein Familienmitglied: der kettenrauchende, vertikal benachteiligte Sohn, den mein Eltern nie hatten.“(Seite 69)

Obwohl Rachels Erkrankung zwar im Grunde das Hauptthema dieses Buches ist, steht sie zu keinem Zeitpunkt im Vordergrund. Greg nimmt den Leser vielmehr mit auf eine Rundreise durch sein Leben und dazu gehört ab einem bestimmten Punkt eben auch die Leukämie. Greg erklärt einem, wie man überall ein wenig, aber nirgends so richtig zugehören kann; ist sich nicht zu schade, seine gescheiterten Anmachtaktiken offen darzulegen; beschreibt schonungslos sein eigenes Familienleben und auch das seines besten Freundes Earl; schildert, warum er und seine Schwestern „Überraschungsjuden“ sind: bringt dem Leser das Thema Leukämie in einem „Leukämie-Leitfaden eines Idioten“ auf seine ganz eigene Art und Weise näher und hat noch einiges mehr in der Hinterhand. Langeweile? Ausgeschlossen! Lachen? Auf jeden Fall!

„Leukämieland ist nicht halb so beliebt wie Legoland.“ (Seite 82)

Jesse Andrews einen wunderbar humorvollen Roman geschrieben. Die Tiefgründigkeit kann man zwischen den Zeilen aber dennoch gut wahrnehmen – auch wenn Greg dieser Umstand wahrscheinlich nicht besonders gefallen wird. Sehr gut gefallen hat mir zudem die innere Aufmachung des Buches. Immer mal wieder kommen, in bester Filme-Macher-Manier, Abschnitte vor, die wie ein Drehbuch aufgemacht sind. Diese und andere Stil-Unterbrechungen sorgen für eine gewisse Auflockerung während des Lesens.

»Ich meine, sie hat Krebs. Aber sie glaubt nicht, dass sie sterben wird, darum habe ich irgendwie ein schlechtes Gewissen, wenn wir zusammen sind, weil ich die ganze Zeit denke: Du stirbst du stirbst du stirbt du stirbst.« (Seite 138)

In seiner Danksagung bezeichnet Jesse Andrews sein Debüt als schräges kleines Buch. Und treffender kann ich es auch nicht beschreiben. Bei diesem Buch gibt es eigentlich nur schwarz oder weiß – Top oder Flop. Entweder man kommt mit Greg und seiner Geschichte klar oder eben nicht. Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass ich Gregs verrückte Geschichte liebe!

5SaFi

Aussicht auf Sternschnuppen [Rezension]

2 Aug

1 Buch - 2 Meinungen

Aussicht auf Sternschnuppen - Katrin Koppold

Aussicht auf Sternschnuppen – Katrin Koppold

Autor: Katrin Koppold
Titel: Aussicht auf Sternschnuppen
Seitenzahl: 296
ISBN: 978-3-000-40417-7
Verlag: Aureolus Verlag

Veröffentlichung: 4. März 2013
Leseprobe

Zum Inhalt:

Helga fällt aus allen Wolken, denn ihr Freund scheint sie mit einer heißblütigen Italienerin zu betrügen. Diesen Kerl wollte sie heiraten und mindestens vier Kinder mit ihm haben? Hals über Kopf folgt Helga Giuseppe gen Süden – ohne Gepäck, dafür aber mit einem unerwarteten Begleiter: Nils. Schauspieler, Kettenraucher und bald mehr als eine zufällige Reisebekanntschaft… (Klappentext)

SaCre:

„Mir war zum Weinen zumute. Ich würde jetzt nach Hause fahren und googlen, ob Jungfräulichkeit eine zwingende Voraussetzung für das Leben als Nonne war oder ob es reichte, wenn man ab dem Klostereintritt schwor, enthaltsam zu bleiben.“
(Seite 24)

Das erste, was mir hier aufgefallen ist, war definitiv das Cover. Wie wunderschön es ist! Und vorneweg muss ich direkt sagen, dass der Inhalt dem Äußeren gerecht wird.

Schnell fühlte ich mich als Helgas Freundin und erlebte mit ihr die Höhen und Tiefen dieser Geschichte. Ich konnte sowohl ihre Verzweiflung, als auch ihre Freude immer wieder nachvollziehen. Und auch ihr Hang zu blindem Aktionismus. Das erinnert mich doch so ein bisschen an mich… 🙂 Zu Helga fühlte ich mich also direkt sehr verbunden, was mit Sicherheit sehr dazu beigetragen hat, dass mir diese Geschichte so gut gefällt.

Der Road-Trip, den Katrin Koppold hier beschreibt, ist einfach herrlich. Schön und sehr bildlich beschreibt sie den Weg von Helga und Nils von München nach Lucca. Die Orte, die sie unterwegs passieren, konnte ich mir allesamt gut vorstellen und hatte so ständig wunderschöne Bilder vorwiegend aus Italien im Kopf.
Schön fand ich, wie die beiden sich von Anfang an mit Worten bekriegt haben – doch wie sich auch daraus ein großes Interesse dem anderen gegenüber entwickelt hat. Es gab sehr viele lustige Szenen. Doch es gab auch einige ernste Gespräche, die mir als Leserin die Hauptdarsteller noch näher brachten.
Helga und Nils sind mir sehr ans Herz gewachsen. Am liebsten möchte ich nun raus gehen, und diesen beiden begegnen.

Katrin Koppold ist es gelungen, hier eine wirklich schöne Geschichte zu schreiben. Zusammen mit diesem wunderschönen Cover ist es eine ganz tolle Sommerlektüre. Ich kann das Buch jeder Frau guten Gewissens ans Herz legen.

Ich bin sehr gespannt, wie die Geschichte um Fee im Folgeband „Zeit für Eisblumen“ weiter geht.

„Da saß ich nun. Ende 30, mit mehrere angefutterten Kilos auf den Rippen, seit neun Monaten ohne Sex und gab einem gut aussehenden Rechtsanwalt, der sympathisch war, dieselben Interessen hatte wie ich und darüber hinaus auch noch ein deutliches Interesse an mir zeigte, einen Korb. Ich doofes Huhn!“
(Seite 274)

4 Herzen

SaFi:

Chick-Lit-Romane gehören nicht unbedingt zu meinem bevorzugten Lesestoff. „Aussicht auf Sternschnuppen“ war aber mal wieder ein gelungener Ausflug in dieses Genre, denn ich habe mich bestens unterhalten gefühlt, konnte lachen und schmunzeln. Aber der Reihe nach…

„Wenn ich mir nicht ernsthafte Sorgen um dich und deine mentale Verfassung machen würde, könnte die ganze Sache fast komisch sein. Meine brave, biedere Schwester fährt zusammen mit Frauenheld Nils Schönberger in die Toskana. Was für eine Mischung.“
(Seite 40)

Helga ist (im positiven Sinne) schon ne Marke. Ich habe mich bereits nach kurzer Zeit sehr verbunden mit ihr gefühlt. Ihre Art, ihr Humor, ihre Ansichten haben sie sehr schnell sympathisch auf mich wirken lassen. Im Laufe des Buches habe ich sogar die eine oder andere Gemeinsamkeit zu ihr entdeckt. So finden wir z. B. beide, dass Margret Rutherford die einzig wahre Miss Marple ist. Aber gut, dass denken wohl die meisten. 😉 Auch Nils war mir sehr sympathisch. Obwohl er sich gegenüber Helga gerade am Anfang besonders viel Mühe gibt, nicht so rüberzukommen. Aber sie ist da ja auch nicht anders. Zum Glück. Denn sonst hätte ich all die Scharmützel der beiden ja nicht lesen können. 🙂 Weder Helga noch Nils haben auf mich platt oder farblos gewirkt. Beide haben Ecken, Macken und Kanten uns stecken voller Leben. Aber auch die Nebenfiguren kommen gut zur Geltung. Lydia Sing ist das beste Beispiel dafür. Mit ihr hätte ich während des Lesens gerne noch mehr Zeit verbracht.

Man merkt während des Lesens schnell, dass Katrin Koppold die Strecke, die Helga und Nils zurücklegen, selbst abgefahren ist. Ihre Darstellung der italienischen Landschaft ist sehr bildhaft, die Orte, in den die beiden auf ihrer Reise Halt machen, beschreibt sie mit schönen Worten. Ich hatte so manches Mal das Gefühl, dass ich auch in dem Smart sitze, mit dem Helga und Nils unterwegs sind. (Die Autorin hat zu ihrer Recherchereise auch einen Reisebericht auf ihrer Homepage veröffentlicht, den ihr HIER nachlesen könnt. )

„Aussicht auf Sternschnuppen“ bietet seinen Leserinnen eine temporeiche Story, die lediglich an einigen wenigen Stellen ein kleines bisschen übertrieben wirkt. Helga und Nils, vor allem aber Helga, erleben auf ihrer Reise so Allerhand. Die Autorin hat sich viele lustige und absurde Situationen für ihre Hauptdarsteller einfallen lassen. Aber auch schöne und berührende Momente dürfen die beiden erleben. Die Geschichte ist witzig, aber nicht albern. Romantisch, aber nicht kitschig. Ok, ein wenig kitschig vielleicht schon, aber nicht zu kitschig, und somit genau richtig für mich. 😀 Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Der intelligente Humor und Wortwitz, der sich durch das gesamte Buch zieht, verleiht dem Buch eine lockere, angenehme Atomsphäre.

„Ich bemerkte auf einmal, wie dicht wir voreinander standen. Seine Augen waren grün und nicht braun, wie ich zuerst gedacht hatte, und um die Iris herum von kleinen goldenen Punkten durchbrochen. Es waren schöne Augen … Sternchenaugen! Meine Knie wurden weich und in meinem Magen begann es zu flattern.“
(Seite 90)

Für mich ist das Debüt von Katrin Koppold ein toller Gute-Laune-Roman für Frauen, den ich sehr gerne gelesen habe. Nun warte ich voller Vorfreude auf das neue Buch der Autorin, in dem es um eine der Schwestern von Helga gehen wird.

5 Herzen

Hauptsache, es knallt! [Rezension]

16 Jun
Hauptsache, es knallt!
 
Titel: Hauptsache, es knallt!
Autor: Matthias Sachau
Seitenzahl: 336
ISBN: 978-3-5482-8440-8
Verlag: Ullstein Taschenbuch
Veröffentlichung:  10. Juni 2013
Leseprobe
 

Zum Inhalt:

Janina und Markus wollen heiraten. So weit so gut. Wäre da bloß nicht diese vermaledeite Gästeliste, die schon vorher für ordentlich Kopfzerbrechen sorgt. Die meisten Gäste harmonieren nämlich besonders gut miteinander. Aber das scheint nicht das einzige Problem zu sein, wie sich herausstellt. Bloß gut, dass Janina mit Tim einen besten Freund hat, der ihre Befürchtungen nachvollziehen kann und zusammen mit vier weiteren Freunden einen Hochzeits-Masterplan entwickelt. Dann kann ja nichts mehr schiefgehen, oder?

Meine Meinung:

Seit „Andere tun es doch auch“ zähle ich mich ja zum großen Kreis der Matthias-Sachau-Fans. Wie könnte ich auch nicht? Habe ich mich doch schon damals fast totgelacht… Kein Wunder also, dass ich mir seeehr auf den neuen Roman aus dem Hause Sachau gefreut habe.

Und was soll ich sagen? Meine Vorfreude auf das Buch schlug bereits nach wenigen Seiten in pure Lesefreude um und steigerte sich von Seite zu Seite immer mehr. Bauchmuskeltraining dank diverser, sehr häufig vorkommender, Lachflashs inklusive. 😀

„Wir sehen uns an und schnappen alles gleichzeitig nach Luft. Eine Stripperin in der Hochzeitstorte. Der älteste, peinlichste und doofste Hochzeitsstreich der Welt. Risikoklasse 6 war für diesen Füllkrug noch viel zu niedrig angesetzt.“
(Seite 152)

Matthias Sachau hat auch dieses Mal, mit seinem zu Papier gebrachten Humor und seiner Schreibweise, bei mir voll ins Schwarze getroffen. Er nimmt Hochzeits-Klischees, und alles was sonst noch mit diesem großen Tag in Zusammenhang steht, herrlich aufs Korn. Eine skurrile, irrwitzige, schier unmögliche Situation jagt die nächste. Es geht alles Schlag auf Schlag, und nur selten bekommt man Zeit zum Luftholen. Ja gut, manches wirkt ein wenig arg an den Haaren herbei gezogen, aber sind dafür Bücher dieses Genres nicht da? Für mich schon. Wenn ich ein Comedy-Buch lese, dann will ich genau das lesen. Frei nach dem Motto: Kopf aus, Gute Laune an. Und da ich ein Fan von niedergeschriebenen Dialekten bin, möchte ich an dieser Stelle nicht verschweigen, dass ich des Öfteren kurz davor stand, vor lauter Lachen vom Stuhl, der Couch, oder welcher Sitzgelegenheit auch immer, zu fallen, wenn die russischen Hochzeitsgäste zu Wort kamen. Einfach köstlich.

„Iich muss ejch sagen, Deutschland hat beste Hoochzeitsbräujche von der chanze Welt. Habe challe nachgelese in ejne Buch.“
(Seite 59)

Nach diesem Buch werde ich meinen Freunden wohl absolutes Handlungsverbot erteilen, wenn ich mal heiraten sollte. 🙂 Denn so wie Janina und Markus möchte ich den schönsten Tag meines Lebens nicht begehen, so viel steht fest. Ok ich gebe zu, die „Hochzeits-Taskforce“ rund um Tim gibt sich wirklich die allergrößte Mühe, damit diverse Situationen nicht eintreten. Aber selbst diese Kämpfer für eine rundum gelungene Hochzeit können nicht alles vorausahnen und schon gar nicht verhindern. Oder vielleicht liegt es auch gerade an ihren Bemühungen, das dann (natürlich) doch sooo dermaßen viel schief geht? Darüber kann man sicherlich stundenlang diskutieren. Nicht diskutieren kann man meines Erachtens darüber, dass das Lesen dieser Pleiten, Pech und Pannen äußerst unterhaltsam ist.

„Unzucht mit einem Knecht! Oh Gott! Ich treibe Unzucht mit einem Knecht! Von Kosaken im Weinkeller eingeschlossen! Oh ja!“
(Seite 260)

„Hauptsache, es knallt!“ war für mich Gute-Laune-Deluxe-Lektüre mit Lachgarantie. Ich wurde bestens unterhalten und mir liefen vor lauter Lachen diverse Tränen über die Wangen.

5 HerzenSaFi

Und es hat Om gemacht [Rezension]

5 Jun
Und es hat Om gemacht von Florian Tausch
 
Titel: Und es hat Om gemacht
Autor: Florian Tausch
Seitenzahl: 288
ISBN: 978-3-442-47873-6
Verlag: Goldmann
Veröffentlichung:  18. Februar 2013
Leseprobe
 

Zum Inhalt:

Bettina ist Viktors Traumfrau. Deswegen denkt er sich auch einen sehr ungewöhnlichen und im gleichen Maße romantischen Heiratsantrag aus. Komplikationen bei der Ausführung zwingen Viktor jedoch zu Plan B. Aber auch dabei läuft nicht alles rund, denn Bettina verlässt Viktor noch während des Antrags für ihren Yogalehrer Niels. Von nun an scheint Viktor von allem, was auch nur ansatzweise mit Yoga zu tun hat, verfolgt zu werden, und wird auch noch zur Teilnahme an einem Yoga-Kurs genötigt. Der scheinbar einzige Lichtblick in diesem ganzen Theater ist Maya – Viktors Yogalehrerin…

Meine Meinung:

>>Sie lässt es sich wirklich von so einer Esoterik-Pussy machen! Der Typ bekommt doch bestimmt vor lauter Namen-Tanzen und Baum-Umarmen gar keinen hoch!<<
(Seite 42)

Florian Tausch hat mit dem zu Papier gebrachten Humor – trocken, saukomisch und stellenweise auch ein wenig böse – genau meinen Geschmack getroffen. Aberwitzige Situationen, sonderbare Handlungen und nicht zuletzt die vielen witzigen Dialoge und Gedankengänge von Viktor machen dieses Buch aus, und sorgten bei mir häufiges Schmunzeln und nicht selten auch für herzhaftes Gelächter. Für mich als Frau war es mal eine schöne Abwechslung, in die Gedankenwelt eines Mannes abzutauchen. 😀

Der Fettnapf scheint, neben Rudi, der beste Freund von Viktor zu sein. Egal ob durch sich selbst oder andere verschuldet – Viktor lässt fast nichts aus, um sich noch weiter in die Bredouille zu bringen. Ausraster vor laufenden TV-Kameras? Vandalismus mit Buddha-Statuen? Alles kein Problem für Viktor, dem sympathischen „Helden“ dieser Geschichte. Zusammen mit ihm erlebt der Leser so einiges. Und auch wenn manches ein wenig platt rüberkommt, bietet das Buch durchweg gute Unterhaltung.

„Es sah nach einem ungleichen Kampf aus, der sich da auf der sonnendurchfluteten Straße anbahnte. Hier der groß gewachsene, muskulöse Viktor, dem Wut und Zorn noch ein paar zusätzliche Testosteron-Dosen in den Körper gepumpt hatten. Dort der ausgemergelt wirkende Yoga-Lehrer, einen guten Kopf kleiner als sein Gegner, der sich nun zögerlich näherte. Viktor wich in gespielter Angst ein paar Schritte auf den Gehsteig zurück und sagte mit weinerlicher Stimme: >>Hilfe! Da kommt Gandhi. Jetzt habe ich aber Angst!<<“
(Seite 57)

Gut gefallen hat mir, dass der Autor seinem Protagonisten Viktor auch noch eine andere Seite, als die des nicht zurechnungsfähigen, von Liebeskummer geplagten Mannes, angedacht hat. Diese kommt z. B. dadurch zum Ausdruck, wie er sich um Kalle, den Sohn seines besten Freundes, kümmert. Somit bietet dieses Buch neben viel Klamauk auch noch eine herzige Note.

Einzig der ominöse Guru, der auf dem Buchrücken Erwähnung findet, hat meinen positiven Eindruck ein wenig getrübt. Dieser spielt ab einem gewissen Zeitpunkt eine große Rolle in dem Buch, vor allem für Viktor. Er sorgt für jede Menge Unterhaltung, die Viktor immer mal wieder noch einen Schritt näher an den Rand des Wahnsinns bringt. Leider konnte ich mit Sri Albert, wie Viktor ihn nennen darf, aber nicht so wirklich was anfangen. Vielleicht habe ich aber auch einfach nicht die richtigen Schlüsse gezogen, denn ich könnte mir durchaus vorstellen, dass es in der Absicht des Autors lag, seinen Lesern bei dieser Figur ein wenig Raum für Spekulationen zu lassen…

Dieses Buch eignet sich perfekt als „kleine Lektüre für zwischendurch“ und bietet ein kurzweiliges und äußerst unterhaltsames Lesevergnügen. Einfach zurücklehnen und gemeinsam mit Viktor den Weg zur Erleuchtung finden. 😉

„Er malte sich aus, wie in ihrem Kopf gerade ein paar Mauern einstürzten. Viktor, der durchgeknallte TV-Show-Choleriker? Kawumm! Viktor, der ignorante Yoga-Hasser? Bäääng! Viktor, der gehörnte Frauen-Loser? Wruuums!
(Seite 194)

4 HerzenSaFi

Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil [Rezension]

4 Mrz
Ich nehme alles zurueck und behaupte das Gegenteil von Juli Rautenberg
Autor: Juli Rautenberg
Titel: Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil
Seitenzahl:
416
ISBN: 978-3-442-38022-0
Verlag:
Blanvalet
Veröffentlichung: 16. Oktober 2012
Leseprobe
 
 
Zum Inhalt:

Endlich! Juli hat nach ihrem Männer-Dating-Marathon nun endlich ihren Traummann gefunden: Konrad. Frisch verliebt geht nun durch das nächste Jahr.

Und das das natürlich nicht ohne diverse Fettnäpfchen, Missverständnisse und andere Merkwürdigkeiten, wie z. B. einem Beziehungsschnittlauch namens Eberhard, vonstattengeht, versteht sich von selbst.

Hier geht es ja schließlich um Juli Rautenberg!

Meine Meinung:

Wer kennt sie nicht? Diese typischen Missverständnisse zwischen Männern und Frauen. Ganz zu schweigen von den grundlegenden Unterschieden, abgesehen von den evolutionären, die dafür sorgen, dass wir zwar nicht immer miteinander können, aber zugegebenermaßen auch nicht komplett darauf verzichten können und wollen.

Bei Juli und Konrad ist das natürlich nicht anders. Sonst würde es dieses Buch ja auch nicht geben. 😉 Die Erzählung setzt 6. November ein, die beiden Frischverliebten sind seit kurzem ein Paar. Und dort, wo andere Bücher aufhören, geht es bei Juli und Konrad erst richtig los. Stufe 1 „Zusammenkommen“ ist erfolgreich abgeschlossen. Nun geht es darum, die nächste Stufe zu bewältigen: Zusammensein. Und vor allem Zusammenbleiben. 😀

„Es hat wirklich überhaupt keinen Sinn, nach einem schönen und vielversprechenden Happy End abzublenden!
>>Juuuli!<< Jetzt reicht’s mir aber gleich. Wieso schreit er denn so? Kann er nicht einfach herkommen? Ich setze mich im Bett auf. >>Was ist denn los?<<
>>Na endlich! Kannst du mal bitte kommen? Klopapier ist alle!<< Ach so. Ja, natürlich. Deswegen wird in der Regel nach dem Happy End abgeblendet.“ (S. 13)

Mit ganz viel Humor und Sarkasmus in Hülle und Fülle lässt uns Juli Rautenberg an ihrem ersten Jahr als Paar mit Konrad teilhaben. Dabei müssen die beiden nicht nur miteinander klar kommen, es gibt auch noch jede Menge andere Störfaktoren – u. a. die Schwiegermutter in spe und die Exfreundin samt Ex-Beziehungskatze. Aber nicht nur von außen wird die Beziehung ständig torpediert, auch im Innern lauern Gefahren. 😉 Nicht zuletzt, weil Mann und Frau ja nun mal ganz unterschiedliche Ansichten und Eigenheiten zu haben scheinen.

„Ich dachte ja immer, dass ich chaotisch wäre, aber Konrad ist so etwas wie der ungekrönte Kaiser des Herumliegenlassens. Wo immer ich auch gehe und stehe, überall erinnert mich eine fallen gelassene Unterhose, eine zerknitterte Tankquittung oder ein halbleer getrunkenes Glas Bier an meinen Liebsten. Ich führe keinen Haushalt, in dem man vom Boden essen sollte, wenn man Angst vor ansteckenden Krankheiten hat. Einen Haushalt kann man meiner Meinung nach auch nur dann vorbildlich führen, wenn man wirklich keine anderen Hobbies hat. Aber Konrad … also, der spielt echt in einer anderen Liga.“ (S. 49)

Wenn man die Hälfte aller Frauen, die dieses Buch gelesen haben und noch lesen werden, in einem Raum zusammenraffen würde und jede einzelne der kuriosen, süßen, lustigen Situationen aus diesem ersten Jahr von Juli und Konrad analysieren würde, dann bin ich mir ziemlich sicher, dass unterm Strich rauskommen würde, dass jede dieser Situationen schon mal in anderen Beziehungen vorgekommen ist. Ob Juli und Konrad nun das Pech oder das Glück hatten, all diese Situationen geballt in einem Jahr zu erleben, darüber kann man sicher streiten. 😉

>>Ist das dein Mutter?<<, frage ich skeptisch. Konrad nickt mit zusammengekniffenem Mund.
>>Und wieso hat sie diesen Fummel an?<<, hake ich skeptisch nach.
>>Kein Wort mehr!<< zischt Konrad und öffnet das kleine Gatter, das uns über einen akkurat angelegten Steinfliesenweg durch den penibel geharkten Vorgarten führt.
>>Hallo, Mama<<, sagt Konrad, und ich bewundere ihn für seine Charaktergröße. Mütterliche Gefühle für diese ausgemergelte Vogelscheuche zu entwickeln, ist wirklich ganz großes Blockbuster-Kino. (S. 69)

Die Geschichte ist kapiteltechnisch in die einzelnen Monate und Tage des Zusammenseins von Juli und Konrad eingeteilt. Dabei wartet auf die beiden, und vor allem auf den Leser, natürlich die eine oder andere Überraschung, aber auch einiges, was vorhersehbar ist. Insgesamt ist es ein sehr unterhaltsames und kurzweiliges Buch, dass sich zügig lesen lässt und auch noch für das Lachmuskeltraining gut geeignet ist.

So, ich muss dann jetzt mal los, und meinem Freund und mir ganz dringend eine Beziehungspflanze kaufen. Wer nicht weiß, was eine Beziehungspflanze ist und wofür diese gut ist, sollte schleunigst dieses Buch lesen.

>>Sollen wir einen neuen kaufen?<< fragte Konrad und streichelte ein einzelnes verdorrtes Exemplar von Eberhards ehemaliger Stängelpracht.
>>Das geht doch nicht!<<, entrüstete ich mich. >>Das war unsere Beziehungspflanze. Die kann man nicht einfach neu kaufen!<< (S. 79/80)

4 HerzenSaFi

Hilf mir, Jacques Cousteau [Rezension]

14 Feb

Hilf mir, Jacques Cousteau

Autor: Gil Adamson
Titel: Hilf mir, Jacques Cousteau
Seitenzahl:
192
ISBN: 978-3-570-10072-1
Verlag:
C. Bertelsmann

Zum Inhalt:

Hazel lässt uns an ihrem etwas ungewöhnlichen Familienleben teilhaben. Der Vater experimentiert mit Vorliebe an den Stromkabeln des Hauses herum. Ihre Mutter geht auch schon mal nur mit Socken auf Partys. Der Onkel hat eine Vorliebe für Haustiere mit weißem Fell. Der Opa fährt seinen toten Hund auf dem Rücksitz seines Wagens durch die Gegend. Und was macht Hazel? Sie sittet entweder die Fische der Nachbarn oder beobachtet vom Hausdach aus oder mit dem Fernglas ihre Nachbarn.

Meine Meinung:

Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht so wirklich, was ich nun zu diesem Buch schreiben soll. Ich beginne mal damit: In erster Linie ist es für mich kein Roman, sondern eher eine, teils zusammenhanglose, Sammlung diverser Geschichten aus Hazels Leben. Ich habe hin und wieder ein wenig den Überblick verloren und musste mich anstrengen, die Dinge in eine zeitliche Abfolge zu bringen.

Leider konnten mich auch die Charaktere nicht so wirklich begeistern. Während zu Beginn des Buches die Schrulligkeit eines jeden Einzelnen noch erfrischend war, wurde es von Seite zu Seite doch ein wenig too much. Bei aller Liebenswürdigkeit der Eigenarten wäre weniger für mich manchmal doch mehr gewesen. Zudem gab es auch durchaus Stellen, die ich weder lustig noch liebenswert finden konnte.

„Meine Mutter weigert sich strikt, für meinen Onkel mitzukochen, und so setzen wir drei uns zu einer Mahlzeit an den Tisch, während er fluchend durchs Haus tobt. Einmal zielt er mit einem Gewehr auf mich und droht, mich zu erschießen. Ich esse mit gesenktem Kopf weiter. Meine Mutter tut, als hätte sie ihn nicht gehört, als wäre er Luft. Schließlich gibt er auf, macht sich eine Suppe, setzt sich zu uns und schlürft laut, als wäre nichts geschehen.“ (S. 25)

Insgesamt fand ich, dass das Buch so vor sich hinplätschert. Der rote Faden sind in diesem Fall die aneinandergereihten Erlebnisse, die aber keinen wirklichen Handlungsstrang ergeben. Ob das nun am Buch lag, oder an mir – ich konnte mich mit dieser Erzählweise nicht so wirklich was anfangen.

Als wirklich witzig empfand ich dieses Buch auch nicht. Natürlich kommen Zynismus und Sarkasmus nicht zu kurz. Aber so wirklich lachen konnte ich selten. Ein Schmunzeln war meist das höchste der Gefühle.

„Ich gewöhne mich allmählich an Spott. In der Schule verarschen alle alles. Gedichte lesen ist gar nicht so schlimm; wenigstens habe ich keine Riesentitten, Hochwasserhosen oder Akne. Ich bin nicht im Schachklub. Ich heiße nicht Bogdana oder Flower. Es könnte schlimmer sein.“ (S. 101)

Ich hatte mir irgendwie eine etwas tiefgründigere Geschichte gewünscht. Aber es kann auch durchaus sein, dass ich das Buch nicht richtig verstanden habe. Schade, denn ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut. Bei der Bewertung kann ich mich zwischen einem oder zwei Herzen nicht so wirklich entscheiden. Ich wähle also die Mitte und runde wohlwollend auf.

2 HerzenSaFi

Verlorene Eier [Rezension]

25 Jan

Verlorene Eier

Autor: Sam Scarlett
Titel: Verlorene Eier
Seitenzahl:
448
ISBN: 978-3-442-37713-8
Verlag:
Blanvalet

Zum Inhalt:

Endlich scheint der Engländerin Angela Huxtable der große Durchbruch als Autorin zu gelingen. Sie hat zwar schon mehrere Bücher veröffentlicht, aber nun soll das große Geld winken – dank einer Lesereise durch die USA.

Hört sich doch gar nicht schlecht an – ist es eigentlich auch nicht. Gäbe es da nicht einen großen Haken an der Sache: Angela Huxtable heißt eigentlich Bill Greefe und ist ein Mann.

Meine Meinung:

Dieses Buch sorgte bei mir für wunderbares Kopfkino. Schon auf den ersten Seiten kamen mir Bilder in den Sinn, die mich herrlich schmunzeln ließen, und die ich für den Rest des Buches immer wieder vor meinem geistigen Auge aufblitzen sah. Ich stellte mir irgendwie eine Mischung aus „Mrs. Doubtfire“, den drei Drag-Queens aus „To Wong Foo“ und zu guter letzt, aufgrund des Namens, Cliff Huxtable (Bill Cosby in der „Bill-Cosby-Show“) vor.

„Gerald grinst mich an. Ich sehe, was er sieht – einen zerknautschten, unrasierten, schlecht gekleideten Mann jenseits des Zenits, der eindeutig zu lang auf dem platten Land gelebt hat. Einen Mann, der sich ein bisschen gehen lassen hat und – ehrlich wahr! – dem Härchen in den Ohren sprießen. So stellt sich unter Garantie keiner Angela Huxtable vor.“ (S. 17/18)

Die Story an sich konnte mich durchaus positiv überraschen. Es wird nicht einfach stumpf dargestellt, wie Bill als Angela durch die USA reist und was ihm/ihr da so alles an Missgeschicken passiert. Ein Teil des Buches beschäftigt sich anfangs erstmal mit der Verwandlung von Bill zu Angela, die er selbstverständlich nicht ohne Unterstützung hinbekommt – und hier kann man schminktechnisch selbst als Frau noch so einiges lernen. 😉 Die Lesereise wird lang genug, aber nicht zu ausführlich dargestellt und selbst danach geht es immer noch weiter. Dieses „Danach“ hat mir irgendwie am besten gefallen, das Ende des Buches war mir dann aber doch zu überzogen.

Abschließend weiß ich nicht so recht, was ich nun von dem Buch halten soll. Auf der einen Seite war es wirklich sehr, sehr witzig. Der sympathische Hauptakteur hat mich durch seine ironische Sichtweise auf sich selbst und den Rest der Welt immer wieder zum Schmunzeln gebracht. Köstlich fand ich die „Gespräche“, die zwischen Bill und Angela stattfanden. Auch alle anderen Charaktere – z. B. Bills/Angelas Agent Gerald oder Caerwen Griffiths (wie spricht man diesen Namen bitte aus?) – und die Geschichte an sich sind alles andere als normal.

Und genau das macht es mir so schwierig dieses Buch für mich irgendwo einzuordnen, in eine Schublade zu stecken. Denn die Geschichte ist zwar sehr witzig aber auch völlig überzogen und total absurd. Dennoch bietet sie auch ein wenig Tiefgang. Gleiches gilt für die Charaktere. Manches war mir aber einfach ein wenig too much. Ich bin da wirklich hin- und her gerissen.

„Es ist ein echtes Übel, eine Frau zu sein, wenn man in Wahrheit ein Mann ist. Meine Füße schmerzen von den hohen Absätzen, die Perücke klebt unangenehm an meiner Kopfhaut, und ich bin nicht sicher, ob der BH die richtige Größe für meine Hühnerfilets hat.“ (Seite 172)

Ein gut und flüssig zu lesendes, in der Ich-Perspektive geschriebenes Buch voller schrägem Humor, das aber sicherlich nicht jedem liegen wird. Es kommt halt darauf an, ob diese doch ein wenig spezielle Geschichte das Komikzentrum des einzelnen Lesers trifft. Bei mir war das, bis auf ein paar Ausnahmen, der Fall.

Letzten Endes entscheide ich mich bei der Bewertung mit drei Herzen zwar für die goldene Mitte – die Tendenz geht aber eher rauf zu vier statt runter zu zwei.

3 HerzenSaFi

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