{Rezension} Bullenbrüder (Ein Fall für die Bullenbrüder #1) | Hans Rath und Edgar Rai

31 Jul

Autor: Hans Rath und Edgar Rai
Titel:
Bullenbrüder (Ein Fall für die Bullenbrüder #1)
ISBN: 978-3-8052-5104-4
Seitenanzahl: 320 Seiten
Verlag: Wunderlich
Veröffentlichung: 24. März 2017
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„Er wirft einen Blick hinauf ins Treppenhaus, streift die Latexhandschuhe über und atmet durch. Zwei Wohnungseinbrüche an einem Tag. Etwas daran fühlt sich unseriös an.“ (Seite 157)

 

Zum Inhalt:

Holger Brinks ist leitender Kommissar in einer Mordermittlung. Einer enger Vertrauter der Berliner Unterweltgröße Jimmy Schütz ist ermordet worden und schnell rückt Jimmys Sohn und Thronfolger Bobby in das Visier der Ermittler. Unglücklicherweise steht Holgers Bruder Charlie in Kontakt zu eben diesem Bobby und so kommt es, dass die beiden gegensätzlichen Brüder beide auf Mörderjagd gehen. Der eine, um Bobby zu belasten, der andere, um ihn zu entlasten, wobei Charlie Ermittlungsvorteile hat, weil er sich nicht um die Einhaltung von Gesetzen kümmern muss. Dass Charlie zu allem Überfluss ein ungnädig geduldeter Gast in Holgers Gartenlaube ist, bietet ebenfalls Reibungsfläche.

 

Meine Meinung:

Bullenbrüder ist ein thematisch eher klassisch angelegter Kriminalroman des Autorenduos Hans Rath und Edgar Rai. Zu Anfang steht der Mord an Cedric van de Vedel, der kriminalistische Ermittlungsarbeit einleitet. Einmal die streng nach Vorschrift durch die Berliner Kripo, auf der anderen Seite die eher wenige gesetzeskonforme Tätigkeit von Charlie.

Das Besondere an diesem Roman ist die Sprache. Der Stil ist salopp bis schnodderig. Das muss man mögen.

Ein Beispiel:
»Es ist eine der Konstanten in Charlies Leben: Wenn er sich auf irgendwas versteift, dann mit Schmackes.« (Seite 197)

Diese Art trifft sicherlich nicht jedermanns Lesegeschmack und deshalb gilt bei diesem Buch mehr denn je: unbedingt vorher eine Leseprobe anschauen.

Wer sich mit dem Stil anfreunden kann, wird mit einer soliden Kriminalgeschichte belohnt, sowie liebenswerten und allesamt gut ausgearbeiteten Figuren mit all ihren Fehlern und Vorzügen – selbst die eigentlich Bösen sind menschlich und haben nette Facetten – und ganz viel Wortwitz. Vor allem darf man den lockeren Stil nicht mit fehlender sprachlichen Finesse verwechseln. Sätze wie: »Hat er gerade auf dem Grund dieses Satzes den Umriss eines Wunsches erblickt?« (Seite 149) zeigen, dass die Autoren ihr Handwerk beherrschen.

Ich hatte bei diesem Buch Anlaufschwierigkeiten, weil ich nicht in der richtigen Stimmung war. Wochenlang wartete der Roman angelesen auf meinem Sub darauf, wieder in die Hand genommen zu werden. Als ich dann eines Tages Lust auf genau dieses Buch hatte, wollte ich es nicht mehr zur Seite legen und habe mich für einige Stunden bestens unterhalten gefühlt.

 

Fazit:

Ein Buch, auf dessen saloppen Stil man Lust haben muss, das dann jedoch mit Wortwitz, sympathischen Figuren und einer klassischen Kriminalgeschichte kurzweilig unterhält.

Rana

Eine Antwort to “{Rezension} Bullenbrüder (Ein Fall für die Bullenbrüder #1) | Hans Rath und Edgar Rai”

  1. Susanne 1. August 2017 um 08:20 #

    Moin 🙂
    Klingt gar nicht so schlecht…und den Schreibstil finde ich irgendwie ziemlich interessant 🙂

    Liebe Grüße
    Susanne

    Gefällt mir

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