{Rezension} Die Seelen von London | A. K. Benedict

13 Jul

Autor: A. K. Benedict
Titel:
Die Seelen von London
(OT: Jonathan Dark or the Evidence of Ghosts)
ISBN: 978-3426520550
Seitenanzahl: 400 Seiten
Verlag: Knaur
Veröffentlichung: 1. Juni 2017
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„Seine Gedanken stalken ihn: Selbst bei einem Spaziergang könnte er sie heute nicht abschütteln: Sie kreisen um die Scheidung, um Geister, um jeden einzelnen seiner Fehler bei der Arbeit.“ (Seite 219)

 

Zum Inhalt:

Hauptfigur der Seelen von London von Autorin A.K. Benedict ist Detective Inspector Jonathan Dark. Der grüblerische Ermittler steckt mitten in einer Scheidung als sich zu den privaten Problemen auch noch berufliche gesellen. Ein Stalker treibt sein Unwesen, der junge Frauen erst ausspioniert und später tötet. Zu allem Überfluss scheinen die Untersuchungen von weiter oben sabotiert zu werden und Jonathan kann nicht ausschließen, dass der Täter aus den eigenen Reihen stammt.
Im Zuge der Ermittlungen muss er nicht nur die blinde Maria schützen, die das neueste Ziel des Stalkers ist, sondern darüber hinaus bekommt er es mit Geistern und einer übermächtigen Geheimorganisation, dem »Ring«, zu tun.

 

Meine Meinung:

Die Seelen von London hat mir eigentlich recht gut gefallen. ›Eigentlich‹, denn nicht alles konnte mich überzeugen.

Die Sache mit den Geistern, die mithelfen, die Morde an sich selbst aufzuklären, ist eine interessante Idee, die frischen Wind in einen im Grunde klassischen britischen Krimi bringt. Doch leider bleibt es bei der Idee, von der Umsetzung hätte ich mir mehr versprochen. Die Seelen von London, die immerhin namensgebend sind, bleiben Randfiguren. Hier wurde viel Potential verschenkt.

Der Fall an sich ist bekannte Krimi-, bzw. Thrillerkost.

Ein Stalker, der auf Brautschau geht, dann die Auserwählte jedoch tötet, weil sie seinen Ansprüchen nicht genügt. Das ist nicht neu, trotzdem jedes Mal wieder spannend und deshalb zwar nicht besonders hervorzuheben, aber auch nicht zu kritisieren.

Der Schreibstil ist gut lesbar, bietet jedoch eine Auffälligkeit, die ich irgendwann als störend empfand. Die Autorin spart nicht mit Metaphern, Bildern und Vergleichen. Mitunter trifft sie ins Schwarze, weitaus häufiger wirkt es allerdings grotesk bis unfreiwillig komisch und insgesamt ist es einfach übertrieben.

Einige Beispiele zur Verdeutlichung:

– Sie ließ Namen fallen wie Bestatter Särge in Gräber. (Seite 132)

– Die Schutzlügen und das passiv-aggressive Verhalten beginnen auf dem Fußabtreter. (Seite 220)

– Die Trennung von Barbara würde Frank zerreißen, einem Gebetbuch in den Händen eines Atheisten gleich. (Seite 268)

– Rider und Keisha stehen an entgegengesetzten Enden des Raumes und rahmen sein Team wie Buchstützen ein. (Seite 312)

 

Ein Wort noch zum oft zu lesenden Vergleich mit der »Flüsse von London« Reihe von Ben Aaronovitch. Dieser Vergleich kommt nicht von ungefähr, erscheint mir vom Verlag durchaus bewusst herbeigeführt worden zu sein­ – was freilich nur ein persönlicher Eindruck ist, basierend auf der Wahl des deutschen Titels zum Beispiel oder auch aufgrund der auffälligen Ähnlichkeit des Covers. Dennoch bleiben die Seelen von London hinter Aaronovitch in allen Belangen zurück. Der trockene Humor eines Peter Grant fehlt ebenso wie die Komplexität.
Was jedoch nicht bedeuten muss, dass die Seelen von London schlechter sind. Das Buch ist nur anders. Insofern frage ich mich, ob der Verlag wirklich gut daran tat, auf diese Schiene zu setzen (so es denn tatsächlich bewusst herbeigeführt wurde).

 

Fazit:

Insgesamt bleibt der Eindruck unterhaltsamer Krimikost, der inhaltlich Potential zu deutlich mehr gehabt hätte.

 

Rana

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