80 Days – Die Farbe der Lust {Rezension}

26 Jan

Vina Jackson - 80 Days Lust_1

FSK 18!!!

Autor: Vina Jackson
Titel: 80 Days – Die Farbe der Lust (Teil 1)
Seitenzahl:
400
ISBN: 978-3-570-58522-1
Verlag:
Carl’s Books

Zum Inhalt:

Summer ist eine junge Violinistin, die ein eigenständiges Leben führt. Sie verdient sich ihren Lebensunterhalt durch Kellnern und durch Violine spielen in der U-Bahn, im Park usw. Beim Spielen in der U-Bahn entdeckt Dominik sie. Der Uni-Professor tritt mir ihr in Kontakt und zwischen den beiden entwickelt sich eine Beziehung. Er weckt in ihr Bedürfnisse, die sie bis dahin wohl schon in sich trug, die aber noch nie zum Vorschein kamen. Für Summer ändert diese sexuelle Revolution alles. Angestachelt auch durch ihre Freundin Charlotte findet sie sich plötzlich in der Londoner Fetisch- und BDSM-Szene wieder. Weder Dominik noch Summer ist klar, ob sie über diese gemeinsamen erotischen Abenteuer hinaus als Paar bestehen können.

„Männer, die mich in einem richtigen klassischen Konzert und nicht in einem Pub oder in einer U-Bahn-Station spielen sahen, machten oft denselben Fehler wie Darren, sie glaubten, ich besäße all die Eigenschaften, die man normalerweise mit einer Geigerin verbindet. Sie hielten mich für wohlerzogen, anständig, kulturbeflissen, gebildet, damenhaft und anmutigt. Und einen Kleiderschrank voller schlichter, aber geschmackvoller Abendkleider für die Konzertauftritte, von denen natürlich keines zu viel Haut zeigte oder gar vulgär war, sollte ich natürlich auch besitzen. Sie gestanden mir höchstens flache Pumps zu und waren überzeugt, ich hätte keine Ahnung davon, welche Wirkung meine schlanken Fesseln auf Männer haben.“ (Seite 9)

Vina Jackson - 80 Days Lust_2

Meine Meinung:

Nachdem ich lange genug um die Bücher rumgeschlichen bin, habe ich es schließlich gewagt, mich darauf einzulassen. Zu erst einmal für alle, die die Abkürzung nicht kennen: BDSM steht für „Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism“. Unter diesem Begriff werden die sexuellen Verhaltensweisen zusammengefasst, die mit Dominanz & Unterwerfung, Lustschmerz und Fesselspielen zu tun haben. Wunderbar nachlesen kann man dies zum Beispiel in dem Wikipedia-Beitrag.

„Der Rhythmus seiner heftigen Stöße wurde schneller. Da war nichts Subtiles oder Raffiniertes, das wussten sie beide, nur animalische Lust in ihrer primitivsten Form. Aber es war in diesem Moment genau das Richtige. Für das erste Mal.“ (Seite 169)

Ich habe mich also eingelassen, auf diese für mich völlig neue und unbekannte Welt. Und ich habe viel Neues gelernt. 🙂 Um ehrlich zu sein habe ich mir bisher nie Gedanken über diese Szene gemacht. Nun kam ich also in Berührung mit Floggern, Bondage, Versteigerungen, Erniedrigung und Versklavung – im sexuellen Sinne.
Als erstes geht es hier natürlich um die beiden Protagonisten Summer und Dominik. Beides schwierige Charaktere. Summer findet sich plötzlich in der Fetisch-Szene wieder. Sie hat widersprüchliche Gedanken. Doch der Großteil dessen, was mit ihr geschieht, gefällt ihr. Sie lernt Dominik kennen. Und relativ schnell fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Teilweise legt er das Verhalten eines Doms an den Tag. Auch er fühlt sich zu Summer hingezogen. Doch gestaltet es sich für die beiden schwierig, offen über ihre Gefühle zu sprechen. In der Hinsicht scheinen beide regelrecht verklemmt. Was aber völlig im Gegensatz zu ihren sexuellen Vorlieben und Verhalten steht. So haben sie beispielsweise kein Problem damit, vor Zuschauern Sex zu haben. Die Charaktere sind komplex. Und so ganz durchschaut habe ich sie noch nicht. Auch das macht die weiteren Teile für mich spannend.

Der Stil, in dem das Autorenpaar die Geschichte schildert, passt einfach perfekt zum Ganzen. Er ist unverblümt und direkt. Nichts wird beschönigt, jede Handlung direkt beim Namen genannt. Das mag den ein oder anderen Leser vielleicht abstossen, für mich war es aber stimmig. Ebenso wie die vulgäre Sprache, die während der Spiele und der sexuellen Akte benutzt wurde. Nicht nur Summer und Dominik führen hier sexuelle Handlungen durch. Nein, es gibt regelrechte Orgien. Und so manchmal fühlt man sich wie beim „Rudelgucken“. Dass ich an einem gut funktionierenden Kopfkino „leide“, war hier manchmal Fluch und Segen zugleich… Ich will es mal so ausdrücken: so ziemlich jede Szene konnte ich mir lebhaft vorstellen. Einige Male konnte ich aber merken, wie ich ungläubig den Kopf  „darüber“ schüttelte. Das war dann doch etwas jenseits meiner Vorstellungskraft.

„Überall standen große durchsichtige Schalen mit Kondomen in grellbunten Verpackungen bereit – nach Dominiks Schätzung genug, dass ein Club voller kopulierender Pärchen einen ganzen Monat lang damit auskam. sie gaben dem ort eine seltsam fröhliche Note, wie eine Schale Süßigkeiten in einer Arztpraxis.“ (Seite 320)

Hinter dem ganzen Sex steht natürlich die Geschichte um Summer und Dominik. Diese ist kompliziert, aber durchaus spannend. Ein Buch, dass mir einige interessante Lesestunden beschert hat. Und auch die Nachfolge-Bände werden mir mit Sicherheit… nennen wir es: fröhliche… Stunden bescheren. 😉 Ich bin also gespannt, wie es weitergeht.

Jedem Leser, der Neuem gegenüber offen ist, sexuell nicht verklemmt und auch ein bißchen neugierig, dem kann ich nur raten, einfach mal einen Blick zu riskieren.

Zum Special auf Carl’s Books geht es hier lang. Über das Autorenpaar kann ich leider nicht viel schreiben. Man weiß nur, dass SIE in der Londoner Fetisch-Szene sehr bekannt und eine Größe ist. ER ist ein bekannter Journalist und Autor.

4 HerzenSaCre

Eine Antwort to “80 Days – Die Farbe der Lust {Rezension}”

  1. Evy 16. Juni 2014 um 14:05 #

    Ich erinnere mich dunkel an den Anfang…

    Gefällt mir

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