{Rezension} Schatten über Honeychurch Hall (Honeychurch Hall Mystery #2) | Hannah Dennison

12 Feb

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Autor: Hannah Dennison
Titel: Schatten über Honeychurch Hall
(OT: Deadly Desires at Honeychurch Hall)
Übersetzung: Corinna Wieja
Seitenzahl: 352 Seiten
Verlag: Egmont Lyx
ISBN: 978-3-8025-9710-7
Veröffentlichung: 14. Januar 2016
Leseprobe
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Mit einem Laserpointer kreiste er die vom Bau der Bahnstrecke betroffenen Bereiche ein […]
Kurz gesagt, die gesamte Gemeinde würde durch den Bau zerstört werden. (Seite 94)

Zum Inhalt:
Bevor ich auf den eigentlichen Inhalt eingehe, möchte ich darauf hinweisen, dass ich ausdrücklich davor warne, den inneren Klappentext des Krimis zu lesen!
Er beinhaltet den schlimmsten aller handwerklichen Fehler: es wird dort etwas verraten, das im Buch erst auf Seite 298 aufgeklärt wird und mithin einen nicht unerheblichen Teil der Spannung ausmacht! Mehr dazu am Ende dieser Rezension.

Schatten über Honeychurch Hall ist der zweite Band der Honeychurch Hall Reihe von Hannah Dennison.
Die Handlung setzt einige Wochen nach den Geschehnissen in Band eins ein. Es handelt sich um eine eigenständige Geschichte, die aus sich heraus ohne Kenntnis von Band eins verständlich ist. Da jedoch immer wieder auf die Vorgänge des ersten Buches Bezug genommen wird, ist es dennoch empfehlenswert, die richtige Reihenfolge einzuhalten.

Honeychurch Hall, sowie die umliegenden Ländereien und sogar das Dorf Little Dipperton werden durch den Bau einer neuen Hochgeschwindigkeitsbahntrasse bedroht. Sofort formiert sich der Widerstand und die Protagonistin dieses Romans, Kat Stanford, wird zum Gesicht der Bürgerinitiative auserwählt. So sieht sich Kat gezwungen, ihre Heimreise nach London weiter aufzuschieben. Da auch der zwielichtige Bruder ihrer Mutter plötzlich auftaucht, hat Kat ohnehin das Gefühl, ein wachsames Auge auf dieses Gespann haben zu müssen.

Wie schon in Band eins, so reihen sich kleine Ereignisse aneinander. Dieses Buch lebt von den teils schrägen Charakteren der Dorf- und Herrensitzbewohner. Natürlich geht nicht alles mit rechten Dingen zu, sonst wäre es schließlich kein Krimi, aber es gibt nicht den einen spektakulären Mord zu Anfang, an dem dann die gesamte Geschichte aufgezogen wird.

Meine Meinung:
Die Honeychurch Hall Reihe lebt in der Tradition der guten alten britischen Landhauskrimis. Wer über blutrünstige Morde und psychopathische Serienkiller lesen möchte, ist hier definitiv falsch. Vielmehr richtet sich die Serie an Leser, die gemütliche Krimis – cosy crimes – im Stil einer Agatha Christie mögen.
Dieses Buch lebt von den Menschen, die in ihm vorkommen. Die ständigen Frotzeleien zwischen Kat und ihrer Mutter sind die Würze des Buches. Dann gibt es noch den Nachbarn Eric, den man als Leser nicht einordnen kann. Einige merkwürdige Dorfbewohner, die neue Hausangestellte Angela, Kats Onkel Alfred, sowie Kats Exfreund David halten Kat zudem auf Trab. Hinzu kommen Valentin und Benedict. Der eine ist Berater für das Bauvorhaben, der andere unterstützt die Bürgerorganisation als Umweltaktivist. Aber beide geben Kat Rätsel auf.
Kat stolpert also von einer Baustelle zur nächsten, was in diesem Fall sowohl im übertragenen, als auch im wörtlichen Sinne zu verstehen ist, bis sie schließlich die Zusammenhänge in bester englischer Krimiqualität aufklärt.

Soweit – so positiv.

Einen Punkt muss ich jedoch sehr negativ bewerten, für den allerdings wohl eher der Verlag, als die Autorin verantwortlich ist.
Ich möchte hier sogar ausdrücklich eine WARNUNG vor dem Klappentext aussprechen und werfe einen vorwurfsvollen Blick in Richtung des Verlags.
Wer immer das zu verantworten hat, hat sich einen im Krimigenre unentschuldbaren Fehler geleistet.
Und ich meine damit nicht, dass der Klappentext auf dem hinteren Buchdeckel überhaupt nichts mit dem tatsächlichen Inhalt zu tun hat. Es stimmt dort maximal, dass eine Bahnstrecke irgendwie eine Rolle spielt. So viel Fehlinformation finde in Anbetracht der Tatsache, dass nicht wenige Menschen eine Kaufentscheidung nach der Lektüre des Klappentextes treffen, schon ärgerlich.

Viel Schlimmer ist jedoch der Fauxpas, der im inneren Klappentext passierte. Was nämlich auf gar keinen Fall geschehen darf, ist hier eingetreten:
Der innere Klappentext verrät etwas, das erst auf Seite 298 (!!!) im Buch aufgeklärt wird! Eine Sache, die den Großteil der Spannung des Buches ausmacht!
Ich warne ausdrücklich davor, den Klappentext vor Beendigung des Buches zu lesen.

Fazit:
Ich hatte zum Glück weder den hinteren noch den inneren Klappentext gelesen und konnte mich dem Inhalt somit ganz unvoreingenommen widmen.
Die Geschichte ist charmant und unterhaltsam – ganz so, wie ich es mir von einem cosy crime wünsche. An einigen Stellen war es etwas zu verworren, weil die Autorin bemüht war, falsche Fährten zu legen, so dass ich auch nach der Auflösung der diversen Handlungsstränge für mich erst einmal sortieren musste, wer nun was aus welchem Grund gemacht hatte. Aber am Ende war dann für mich alles schlüssig aufgelöst.
Liebhaber englischer Landhauskrimis finden in »Schatten über Honeychurch Hall« also geeignetes und unterhaltsames Lesefutter – sofern sie die Klappentexte ignorieren.

Rana

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