[Rezension] Falsches Blut | Chris Culver

30 Jan

Falsches Blut von Chris Culver

Titel: Falsches Blut
Autor: Chris Culver
Seitenzahl: 384 Seiten
Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3-442-38248-4
Veröffentlichung: 20. Januar 2014
Leseprobe

Zum Inhalt:

Detective Ash Rashid hat genug von Leichen und brutalen Mordfällen, er will die Mordkommission verlassen. Doch er wird noch einmal zu einem Tatort gerufen: Im Gästehaus eines der reichsten und mächtigsten Männer der Stadt wurde die Leiche einer jungen Frau gefunden – die Tote ist Rashids Nichte Rachel. Bei der Obduktion diagnostiziert der Rechtsmediziner eine Überdosis und legt den Fall zu den Akten. Für Rashid ergibt das alles keinen Sinn, zumal sich die Todesfälle in Rachels Freundeskreis zu häufen scheinen. Gegen alle Vorschriften beginnt er zu ermitteln … ( © Blanvalet)

Falsches Blut_Artikelbild

Meine Meinung:

„Rachel lag in der Mitte des Zimmers. Sie war bleich, was darauf hindeutete, dass sich ihr Blut bereits im unteren Teil der Leiche zu sammeln begann, und hatte die Arme dicht an die Seiten gepresst wie ein Soldat in Halbachtstellung. Ich starrte das Foto einen Moment lang an. Mein Magen verkrampfte sich. So zu sterben, hatte sie nicht verdient.“ (Seite 10)

Der Einstieg in die Geschichte gestaltet sich schnörkellos und man ist sofort mittendrin: Detective Sergeant Ashraf Rashid ist auf dem Weg zu seiner Schwester und seinem Schwager, um den beiden die traurige Nachricht zu überbringen, dass ihre Tochter tot ist. Soweit so gut…

Nach wenigen Seiten erkannte ich bereits das für mich große Plus dieses Buches: Ash Rashid. Ein Typ mit Ecken und Kanten, einer eigenen Weltanschauung und eigensinnigen moralischen Werten, der zwar gläubiger Muslim ist, aber dennoch dem Alkohol verfallen ist, um all die Gesichter derer vergessen zu können, denen er in seiner Zeit beim Morddezernat mitteilen musste, dass geliebte Menschen gestorben sind. Kurzum: Ein Ermittler, den ich mag.

Chris Culver präsentiert das Buch aus Sicht seines Hauptdarstellers. Das Buch lässt sich flott lesen und bietet dem Leser, dank Ashs manchmal eigenwilligen Kommentaren und Gedankengängen, mehr als einmal die Möglichkeit zum Schmunzeln. Ein wenig genervt haben mich jedoch die ständigen Wiederholungen von manchen Dingen. Ohne diese wäre das Buch um einige Seiten kürzer und ich stellenweise nicht so genervt gewesen.

„Der Fall wurde immer frustrierender. Wenn Rachels Tod tatsächlich ein Unfall gewesen war, wieso versuchte dann jemand, ihn zu vertuschen, indem er Drogen in ihrem Spind versteckte und die Polizei belog? Und wenn nicht – weshalb sollte jemand einen Teenager töten? Das ergab doch alles keinen Sinn.“ (Seite 96)

Als Fan von blutigen Thrillern – und da ich vom Klappentext her wusste, dass Rachel nicht das einzige Todesopfer in diesem Buch sein wird – hoffte ich darauf, detaillierte Mord- bzw. Todesszenen lesen zu können. Leider blieben diese Beschreibungen aus. Die Leichen werden mit wenigen Sätzen kurz und knapp präsentiert. Das war’s. Schade.

Die Aufklärung am Ende lässt mein Thriller-Herz leider auch enttäuscht zurück. Für mich zu plump und wenig spektakulär. An sich wäre das gar nicht mal so schlimm, wenn ich sie nachvollziehen könnte. Dem war aber nicht so. Im Laufe der Geschichte wurden zu viele Fäden gesponnen, die am Ende nicht wieder aufgegriffen wurden. So wurde meiner Meinung Potenzial verschenkt. Auch der Storyverlauf im Vorfeld hatte für mich wenig mit einem Thriller zu tun. Zu harmlos kam die Geschichte daher: Morde geschehen, viel zu lesen bekommt man davon aber nicht.

Der Autor hat die nicht genutzten Worte lieber dafür verwendet, Ash Rashid einen ziemlich detailverliebten Blick auf den Leib zu schreiben, mit dem er den Leser über alles Mögliche genauestens informiert. Was mir Im Prinzip gefällt – so wird der Charakter abgerundet und es passt perfekt zum eigenwilligen Detective. Doch leider bringt es die Geschichte nicht voran.

„Vor meiner Haustür stand die Polizei, aber wenigstens waren Hannah und Megan für den Moment in Sicherheit. Ich hatte keine Ahnung, was los war, aber zumindest darum brauchte ich mir keine Sorgen zu machen. Was meinen Fall anging, war ich weit weniger zuversichtlich.“ (Seite 193)

Leider war „Falsches Blut“ nicht der Thriller, den ich mir erhofft hatte – eigentlich war es für mich nicht mal ein richtiger Thriller. Doch dank des wunderbar unkonventionellen Ermittlers Ash Rashid – dem 2 der vergebenen 3 Herzen gehören – werde ich dem Autor mit seinem nächsten Buch, das bei Blanvalet bereits in Planung ist, noch eine Chance geben.

3SaFi

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