{Rezension} Nach dem Sommer (Mercy Falls Trilogie #1)| Maggie Stiefvater

28 Nov

Artikelbild_Nachdemsommer

Autor: Maggie Stiefvater
Titel: Nach dem Sommer
Seitenzahl: 424
ISBN: 978-3-8390-0108-0
Verlag: Script 5
Leseprobe
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Schon ganze 6 Jahre beobachtet Grace ihren Wolf Sam. Leider sieht sie ihn immer nur im Winter. Von seinen bernsteinfarbenen Augen fühlt sie sich immer wieder angezogen.
Allerdings verändert sich in diesem September alles: Sam begegnet ihr als Mensch. Um beide ist es sofort geschehen. Doch beide wissen, dass dies das letzte Jahr sein wird, in dem sich der Wolf in einen jungen Mann verwandelt. Und der Winter rückt erbarmungslos näher…

„Ich glaubte nicht, dass ich zu ihr in diese Welt gehörte, ich, ein Junge, der zwischen zwei Leben festhing und die Gefahren der Wölfe immer mit sich trug. Doch als sie meinen Namen rief und wartete, dass ich ihr folgte, da wusste ich, dass ich alles tun würde, um bei ihr bleiben zu dürfen.“ (Sam, Seite 130)

Nachdem „Wen der Rabe ruft“ mich nicht überzeugen konnte, ging ich entsprechend mit gemischten Gefühlen, aber doch hohen Erwartungen, an diesen Trilogie-Auftakt heran. Und ich kann vorweg sagen: ich wurde nicht enttäuscht!

Grace war mir von Anfang an eine sehr sympathische Protagonistin. Sie lebt bei ihren Eltern, die aber nicht das verkörpern, was man sich normal unter Eltern vorstellt. Der Vater ist den ganzen Tag außer Haus, die Mutter ebenfalls häufig; und den Rest der Zeit verbringt sie als Künstlerin in ihrem Atelier. Das führte dazu, dass Grace relativ erwachsen und sehr selbstständig für ihr Alter ist. Sie kümmert sich beispielsweise häufig um das Abendessen. Mit ihren Eltern führt sie keine tiefgründigen Gespräche, es geht immer nur um Belanglosigkeiten.
Ihre beiden besten Freundinnen sind Rachel und Olivia. Die drei waren bisher immer unzertrennlich. Doch so langsam bröckelt diese Freundschaft und die Mädels scheinen sich teilweise auseinander zu leben, haben Geheimnisse voreinander und können nicht mehr so unbeschwert wie bisher über alles reden.

Sam hatte bisher kein sehr leichtes Leben. Schlimm genug, dass er ein Werwolf ist. Doch was er in der Vergangenheit im Elternhaus erlebt hat, ist schrecklich. So wurde das Rudel um Beck, Ulrik und Paul seine neue Familie. Und so ist er verständlicherweise hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, seinem Rudel beizustehen und bei Grace zu sein. Denn beides gleichzeitig funktioniert leider nicht.

Sam & Grace als Pärchen sind total toll und süß! Langsam nähern sich beide aneinander an. Ich konnte als Leserin das Verhalten richtig gut nachvollziehen. Sie gehen sehr liebevoll und vorsichtig miteinander um. Und trotzdem wirkt die Liebe zu keiner Zeit schnulzig.

„Ich schloss die Augen. Kurz wünschte ich mir, er wäre nur ein ganz normaler Junge, damit ich mit all meinem Stolz und meiner Empörung davonstürmen konnte. Doch das war er nicht. Er war so vergänglich wie ein Schmetterling im Herbst, der den ersten Frost nicht überleben würde.“ (Grace, Seite 329)

Die Geschichte gefiel mir sehr gut. Ganz großartig finde ich den Stil der Autorin. Die Art und Weise, wie sie Orte, Handlungen und Gefühle beschreibt, sind unglaublich bildhaft, emotional und in warmen Worten widergegeben. An dieser Stelle auch mal ein ganz großes Lob an die Übersetzerinnen!
Die Kapitel sind aus Sicht von Sam und Grace geschrieben – immer mit Angabe der Temperatur. Das kam mir zu Beginn seltsam vor, macht aber Sinn.
Auch die anderen Personen, die im Laufe der Geschichte vorkommen, fügen sich perfekt ein. Ebenso die Handlungsstränge der „Nebenschauplätze“.
Das Setting könnte ebenfalls nicht besser sein. Der Ort Mercy Falls mit dem großen Wald Boundary Wood, in dem die Wölfe leben.

Fazit: tolle Sprache + süßes Liebespaar + fantastische Geschichte = Lesevergnügen, das mich berührt hat! Von mir ganz klar 5 Herzen!
Ich bin froh, dass ich die Trilogie komplett zuhause stehen habe und schnell weiter lesen kann.

„Mir gefiel es dort. An den Wänden reihen sich Enzyklopädien mit nachgedunkelten Einbänden, zu alt, um noch von Nutzen zu sein, und Preisplaketten aus dunklem Holz für Marathonplatzierungen, zu alt, um noch eine Bedeutung zu haben. Das ganze Zimmer war klein und braun, ein Kaninchenbau aus dunklem Leder, rauchig duftendem Holz und Aktenordnern: ein Ort der Sicherheit und der Arbeit.“ (Sam, Seite 266/267)

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Reiheninfo:
1. Shiver // Nach dem Sommer
2. Linger // Ruht das Licht
3. Forever // In deinen Augen
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

5

SaCre

18 Antworten to “{Rezension} Nach dem Sommer (Mercy Falls Trilogie #1)| Maggie Stiefvater”

  1. Martina Bookaholic 28. November 2013 um 09:17 #

    Ehrlich?? So eine gute Bewertung? Ich war eher enttäuscht davon… leider, hab mir viel mehr erwartet. Fand ihre Faszination für Wölfe einfach schräg und konnte mich fast mit der ganzen Geschichte nicht anfreunden 😉

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    • bookwives 28. November 2013 um 09:19 #

      Hmmm, es mag halt nicht jeder das selbe… 🙂
      Mich hat es total gut unterhalten! Ich habe es geliebt. 🙂
      Aber ohne diese Faszination für Wölfe würde die Geschichte ja auch nicht funktionieren… *zwinker*

      LG, SaCre

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      • Martina Bookaholic 28. November 2013 um 09:46 #

        stimmt und zum Glück ist es auch so. Wollte aber meinen Senf dazu abgeben 😆
        Naja, kann sein, dass sie diese Versessenheit für die Wölfe braucht, aber war mir etwas zu viel und gekünstelt.

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        • bookwives 28. November 2013 um 09:47 #

          Hihi 🙂
          Ich bin auch froh, dass wir so in der Diskussion stehen und du deinen Senf dazu abgegeben hast. So soll es ja auch sein. Wie langweilig wäre es, wenn wir alle die gleiche Meinung hätten – wir hätten keinen Diskussionsstoff…

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          • Martina Bookaholic 28. November 2013 um 09:51 #

            genau – ganz meine Rede xD
            also nochmal zurück zu diesem Mädel… fand, das grenzte schon fast an Wolf-Fetisch, oder? 😆

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            • bookwives 28. November 2013 um 09:52 #

              Ja, wenn man es so betrachtet…. Aber das konnte man sich ja so ein bisschen denken, bei einer Wolfs-Trilogie. 🙂
              Trotzdem kam Grace mir sehr erwachsen und selbstständig vor.
              Ich mochte sie von Anfang an.

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              • Martina Bookaholic 28. November 2013 um 11:32 #

                ja, weiß leider auch nicht, aber Grace hat für mich nicht ganz funktioniert. Schade :/

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                • bookwives 28. November 2013 um 11:37 #

                  Ach, das hat man manchmal… Schade ist es aber trotzdem. Vielleicht ist „Wen der Rabe ruft“ ja was für dich. 😉

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                  • Martina Bookaholic 28. November 2013 um 12:39 #

                    Ja, werde ich wohl mal lesen müssen, dann kann ich auch dort mitreden 😉

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                    • bookwives 28. November 2013 um 13:24 #

                      Habe mein Exemplar schon vertauscht… Sonst hätten wir „ins Geschäft“ kommen können. 🙂

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                    • Martina Bookaholic 29. November 2013 um 09:04 #

                      naja, ich wohne in AT, da wäre ein Tausch sowieso schwierig. Trotzdem danke 🙂

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  2. Anja 28. November 2013 um 09:39 #

    Ich muss mich da MArtina anschließen, mich hat das Buch auch nicht überzeugen können. Ich habe die Trilogie danach auch nicht mehr weiterverfolgt. Nachdem ich vor kurzem allerdings „Wen der Rabe ruft“ gelesen habe (was mich ja total geflasht hat, überlege ich, ob ich den Wolves of Mercy Falls noch eine Chance gebe ^^

    LG
    Anja

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    • bookwives 28. November 2013 um 09:45 #

      Und ich konnte mit „Wen der Rabe ruft“ nichts anfangen… Das war für mich absolut kein Buch.
      🙂

      LG SaCre

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    • Martina Bookaholic 28. November 2013 um 09:48 #

      Danke – bin meist alleine mit meiner Meinung über das Buch, da freut es mich, dass du dich mir anschließt 🙂
      Mh, … Wen der Rabe ruft macht mich langsam auch neugierig 🙂

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