{Rezension} Die Bestimmung – Letzte Entscheidung (Divergent #3) | Veronica Roth

10 Apr

Die Bestimmung - Letzte Entscheidung von Veronica Roth

Autor: Veronica Roth
Titel: Die Bestimmung – Letzte Entscheidung (OT: Allegiant)
Seitenzahl: 512
ISBN: 978-3-570-16157-9
Verlag: cbt
Veröffentlichung: 24. März 2014
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„Sie ist meine Vorfahrin, und das ist das Erbe, das sie mir hinterlassen hat: Freiheit vom Fraktionszwang und das Bewusstsein, dass meine Unbestimmtheit mehr bedeutet, als ich je ahnte.  Mein Dasein ist ein Zeichen dafür, dass es an der Zeit ist, diese Stadt zu verlassen und denen jenseits des Zauns zu helfen.“ (Seite 10)

Nachdem die Fraktionen sich aufgelöst haben, erfahren Tris und Four, dass es eine Welt außerhalb des Zaunes gibt. Sie möchten diese erkunden, denn das fraktionslose Leben innerhalb der Stadt ist nicht so, wie sie es sich vorgestellt haben. Nicht nur Evelyn herrscht dort – es hat sich auch eine Gegengruppierung gebildet, die sich die „Getreuen“ nennt.
Nicht nur der Weg nach draußen ist gefährlich. Und als sie es endlich geschafft haben, müssen sie feststellen, dass ihre ganze Welt auf einer großen Lüge basiert…

„Ich lache, und es ist das Lachen, nicht das Licht, das die Dunkelheit in mir vertreibt und mich spüren lässt, dass ich noch lebe – selbst an diesem seltsamen Ort, wo alles, was ich je zu wissen glaubte, mir zwischen den Fingern zerrinnt. Doch manche Dinge weiß ich sicher – ich weiß, dass ich nicht alleine bin, dass ich Freunde habe, dass ich verliebt bin. Ich weiß, dass ich nicht sterben will – was für mich eine ganze Menge heißt und mehr ist, als ich noch vor ein paar Wochen hätte behaupten können.“ (Seite 141)

Der Einstieg in dieses Buch gelang mir glücklicherweise schneller, als noch im zweiten Band. Obwohl ich durch einen fiesen und unfreiwilligen Spoiler wusste, was passiert, hatte ich doch mit Fortschreiten der Geschichte mehr und mehr Herzklopfen.
Was direkt auffällt: die Kapitel sind aus Sicht von Tris und Four geschrieben.

Tris hat sich zu einer starken Frau entwickelt. Sogar, wenn es um ihre Gefühle Four gegenüber geht. Das hat mich positiv überrascht. Lediglich ihrem Bruder Caleb gegenüber tut sie sich schwer. In vorigen Teil hat er sie auf übelste Weise verraten. Ihm das zu verzeihen, schafft sie nicht. Doch er ist das letzte Familienmitglied, das sie noch hat.

Four. Tapferer Four. Hach. Er ist mir sooo sympathisch. Auch wenn er seine Höhen und Tiefen, Ecken und Kanten hat. Nicht immer war ich seiner Meinung – doch Sympathie hat er bei mir nie eingebüßt.

Auch die anderen Charaktere, wie Christina, Cara und Uriah sind für mich gut gelungen und fügen sich gut in die Geschichte ein.

„Ich hatte Angst, dass wir, wenn wir zusammenbleiben, immer und immer wieder aufeinanderprallen würden, bis ich schließlich unter der Wucht zerbräche. Aber jetzt weiß ich es besser – ich bin wie die Klinge und er ist der Schleifstein.“ (Seite 405)

Die Story gefällt mir gut und hat für mich ein hohes Spannungslevel. Leider tue ich mich sehr schwer, meine Kritik zu äußern, ohne zu spoilern. Ich versuche es mal:

Das Ende ist von vielen Lesern verhasst und verflucht. Mir ist klar, dass das, was passiert, nicht jedem gefällt. Es passt einfach nicht in die „heile Welt“ Vorstellung. Doch muss tatsächlich jedes Buch so enden, wie wir es uns wünschen? Ich glaube nicht. Viele mosern, doch ich finde das Ende gelungen. Für mich passt es zur Geschichte, zu dem Setting und vorallem zu den Personen.

Der Plot hat für mich allerdings ein paar Schwächen bzw. Ungereimtheiten, die bei mir zum Punktabzug führen. Beispielsweise das Amt. Wie konnte es unbemerkt bleiben? Alle, die das Buch gelesen haben, wissen vielleicht, was ich meine.
Die Sache, die Erklärung für all das – sprich: für die Welt, die Fraktionen, usw. – war für mich in Ordnung. Das Wort Gendefekt lief mir aber etwas zu häufig über den Weg…

„Es scheint, als würden die Rebellionen niemals aufhören – in der Stadt, hier auf dem Gelände, überall. Zwischen diesen Rebellionen sind nur Atemzüge, die wir naiv „Frieden“ nennen.“ (Seite 314)

Alles in allem kann ich also sagen, dass ich mit dem Abschluss der Trilogie gut leben kann. Nach einem sehr starken ersten Band hat Veronica Roth für mich aber leider nachgelassen. Schade, schade. Trotzdem lebt die Reihe von tollen Charakteren und dem überzeugenden Setting, das die Autorin hier geschaffen hat.
Für mich auf jeden Fall eine Empfehlung für alle Dystopie-Fans!
Und jetzt bin ich auf die Verfilmung gespannt! Und auch auf „Fours Geschichte“, welche voraussichtlich im November im cbt Verlag erscheinen wird.

Und noch eine Frage zum Abschluss: hat jemand von euch die englischen eBooks gelesen? Ich hätte gerne eine Meinung dazu. Danke! 🙂

„Das ist etwas, was normale Menschen tun würden – Dates haben, über Kleinigkeiten plaudern, lachen. Wir hatten nur wenige solcher Momente. Den Großteil unserer gemeinsamen Zeit haben wir damit verbracht, uns vor der einen Gefahr in Sicherheit zu bringen, um uns gleich darauf in die nächste zu stürzen. Aber ich spüre, dass eine Zeit anbrechen wird, in der wir das nicht mehr tun müssen.“ (Seite 418)

PS: Habt ihr schon mal euren persönlichen Bestimmungs-Test auf www.die-bestimmung.de gemacht? Ich bin eine Altruan. Ich weiß gerade nicht, was ich davon halten soll… 🙂

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Reiheninfo:
0.1 – 0.4 Four: A Divergent Story // Fours Geschichte (VÖ November 2014)
1. Divergent // Die Bestimmung
1.5 Free Four – Tobias tells the story // Fours Geschichte (VÖ November 2014)
2. Insurgent // Die Bestimmung – Tödliche Wahrheit
2.5 The World of Divergent: The Path to Allegiant (englisches eBook)
3. Allegiant // Die Bestimmung – Letzte Entscheidung
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

 3,5

 SaCre

5 Antworten to “{Rezension} Die Bestimmung – Letzte Entscheidung (Divergent #3) | Veronica Roth”

  1. Anja 10. April 2014 um 12:45 #

    Ich bin so froh, dass ednlich mal jemand nichts am Ende auszusetzen hat. Der Plot ist sicherlich nicht perfekt, aber da war doch das Ende wirklich eins der stimmigsten Sachen ^^. Sehr schöne Rezi.

    Btw. Die Grundsätze der Altruan finde ich gar nicht übel, von daher schockt mich dein Ergebnis nicht so sehr =)

    LG
    Anja

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    • bookwives 10. April 2014 um 13:11 #

      Liebe Anja,
      ich danke dir für deine aufmunternden Worte! 🙂
      Hast du den Test auch gemacht?
      Du scheinst das Ende ja dann auch nicht so schlecht zu finden, oder?

      LG SaCre

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  2. Evy 7. Mai 2015 um 12:14 #

    Schönes Fazit 🙂 Also gibt es kein Happy End 🙂 Ich denke, es ist immer schwer, eine Erklärung für die Geschehnisse in Fantasy-Geschichten zu finden. Denn sie spielen von Natur aus mit einem „Was wäre wenn…?“

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