{Im Gespräch mit…} Julie Heiland

19 Mai

Am Donnerstag (21. Mai) erscheint bei Fischer FJB Julie Heilands Debüt „Bannwald“ – Auftakt einer Trilogie. Ich konnte das Buch schon lesen und glücklicherweise hat die Autorin sich kurzfristig dazu bereit erklärt, mir ein paar Fragen zu beantworten. 🙂

© Heike Ulrich

© Heike Ulrich

Bitte stelle dich unseren Lesern kurz vor.
Mein Name ist Julie Heiland. Ich bin 23 Jahre jung und komme aus einem kleinen Dorf in der Nähe von München. Ich liebe gute Bücher, in denen im besten Fall eine schöne Liebesgeschichte steckt. 🙂

Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Ich habe schon immer zu der Sorte Mensch gezählt, die sich abends ins Bett verkriecht und stundenlang liest. Dabei habe ich mich immer gefragt: Was macht ein gutes Buch eigentlich so faszinierend, dass man es nicht mehr aus der Hand legen möchte? Zudem habe ich schon sehr früh begonnen, mir meine eigenen Geschichten auszudenken. Irgendwann habe ich diese Geschichten dann aufgeschrieben …

Der Trilogie-Auftakt „Bannwald“ ist dein erstes Buch. Um was geht es darin?
Die Leonen sind ein friedlicher Stamm und Anhänger der weißen Magie. Eine Magie, die nur erschaffen und nicht vernichten kann. Die Tauren sind ihre größten Feinde: Sie unterdrücken die Leonen, töten sie beim kleinsten Vergehen.

Die siebzehnjährige Robin ist Leonin. Sie zählt zu den Guten. Als sie jedoch eines Tages aus Versehen ein Reh tötet, ist sie zutiefst erschüttert. Dieses Geheimnis setzt sie mit ihren Feinden, den Tauren, gleich. Noch dazu ist da Emilian, ein junger Mann aus dem Stamm der Tauren, der sie eigentlich umbringen müsste. Doch jedes Mal lässt er sie laufen … Kann sie ihm wirklich trauen?

Wem würdest du dein Buch empfehlen?
Ich empfehle es jedem, der Bücher voller Herz und Liebe, voller Spannung und Fantasie mag. Zwar ist es offiziell ein Jugendbuch, aber ähnlich wie „Die Tribute von Panem“ oder „Twilight“ ist es vielmehr ein All-Age-Roman.

Was hat dich zu dieser Geschichte inspiriert?
Vor etwa drei Jahren bin ich während einer Zugfahrt eingeschlafen und träumte von einem jungen Mädchen, das an einem Café vorbeiläuft. Vor dem Café sitzt ein junger Mann. Die beiden sehen sich an, es besteht definitiv eine Verbindung. Aber weder das Mädchen noch der Junge sagen etwas. Der Moment verstreicht. Das Mädchen hat das Café hinter sich gelassen, ohne mit dem Jungen zu sprechen. Obwohl man gemerkt hat, wie sehr sie sich danach sehnt …
Dann bin ich aufgewacht und konnte nur noch an meinen Traum denken. Ich habe immer weiter überlegt und schließlich kam dabei die Idee zu „Bannwald“ heraus.
Diese gerade beschriebene Szene kommt übrigens in leicht abgeänderter Form in Teil 2 vor. 🙂

Wie bist du beim Schreiben vorgegangen? Hattest du Anfang und Ende im Kopf und hast die Figuren dazwischen laufen lassen? Oder hast du erst komplett „geplottet“?
Um ehrlich zu sein, hatte ich bei „Bannwald“ die Geschichte und die Handlung ziemlich genau im Kopf, aber ich habe mir dennoch nie ein Gerüst oder Ähnliches notiert. Inzwischen gehe ich ganz anders vor. Bevor ich mich an das richtige Schreiben mache, fasse ich auf etwa zwanzig Seiten (mal mehr, mal weniger) die einzelnen Kapitel genau zusammen.

Hast du dir von Beginn an vorgestellt, dass die Geschichte um Robin und Emilian eine Trilogie wird?
Ja. In der Geschichte steckt sehr viel Potenzial. Es wird ja noch so viel passieren, so viel … 🙂

Ich finde, dass das Cover sehr gut zur Geschichte passt. War das deine Idee?
Ich wurde gefragt, wie ich mir das Cover vorstelle. Meine Antwort war: „Der Wald muss in einem dunklen Grün gehalten sein und Spannung versprechen. Ich möchte aber kein Gesicht sehen, um dem Leser die Möglichkeit zu lassen, sich die Figur selbst vorzustellen.“
Den Rest hat der Verlag erledigt. 🙂

Wenn du selber eine Rolle in einem der Stämme spielen könntest, welche wäre das?
Definitiv wäre ich Birkaras! Nein, kleiner Scherz … Mein Sternzeichen ist Löwe. Wer hätte das gedacht? 🙂 Deshalb wäre ich ziemlich sicher ein Mitglied im Stamm der Leonen. Die Art der Leonen, mit der Natur zu leben und den Wald zu schätzen und zu lieben, passt sehr gut zu mir.

Leidest du mit deinen Charakteren, oder kannst du von deren Erlebnissen Abstand halten?
Während ich schreibe, leide ich ziemlich mit den Charakteren. Ich muss gänzlich in den Figuren versinken, um genau zu wissen, was sie denken, fühlen, sagen. Dann sollte man mich auch nicht beim Schreiben stören! Aber wenn ich dann vom Schreibtisch aufstehe, bin ich wieder zu 100% Julie.

Was geht dir durch den Kopf, wenn du an die Veröffentlichung denkst und all das Leser-Feedback, das bald auf dich zukommen wird? Wirst du dir die Rezensionen alle durchlesen?
Alle Rezensionen werde ich mir sicherlich nicht durchlesen können. Diese Zeit nutze ich lieber, um mit meinen Lesern in Kontakt zu stehen und Fragen zu beantworten. Aber natürlich bin ich schon sehr aufgeregt. Es steckt sehr viel Herzblut in „Bannwald“. Den Geschmack von allen kann man leider nie treffen, das ist mir bewusst. Das Wichtigste für mich ist zu wissen, dass ich an „Bannwald“ bis zur letzten Sekunde mit Liebe, Mühe und Leidenschaft gearbeitet habe und ein wundervolles Buch entstanden ist, auf das FJB und ich stolz sein können.

© Julie Heiland

© Julie Heiland

Wie sieht dein Arbeitsplatz aus?
Mein Schreibtisch ist ziemlich ordentlich, nur das Wichtigste befindet sich darauf: Laptop, Blätter mit Notizen, eine Tasse Kaffee, Füller. Der Blick in den Garten ist recht wichtig. Die Hauptsache ist jedoch, dass ich mich wohl fühle und es ruhig und entspannt um mich herum ist. Aber es gibt auch Momente, da sitze ich gerade in der U-Bahn oder im Flugzeug oder stehe in München mitten in der Fußgängerzone und auf einmal schießen mir Sätze in den Kopf. Deshalb habe ich immer ein Notizbuch dabei, in das ich dann wie wild kritzel und meine Gedanken festhalte.

Was tust du, wenn du nicht gerade an einem Buch arbeitest?
In meiner Freizeit: Taekwondo. Lesen. Mit dem Rennrad unterwegs sein. Lesen. Im Sommer mit Freunden am See rumhängen. Ach ja, und lesen …
Hin und wieder nehme ich journalistische Arbeiten an, widme mich der Schauspielerei (ich habe ja neben meinem Studium noch eine Schauspielausbildung gemacht) oder gebe Schreibkurse.

Welche Autoren und Bücher liest du selber gerne?
Die Autorin Lauren Oliver schreibt toll und unglaublich spannend! Ich mag jedoch auch die freche Art von Kerstin Gier. Bücher von Bettina Belitz lese ich auch sehr gerne. Den Autor Carlos Ruiz Zafón finde ich sehr, sehr wortgewaltig.
Das Genre ist bei mir eigentlich sehr eindeutig: Liebe, Liebe, Liebe … Liebe sollte- was mich betrifft – immer in einem Buch vorkommen, wenn auch nur am Rande.

Wo hältst du dich zuhause am liebsten auf?
Draußen im Garten. Am liebsten auf einer Decke mitten im Gras mit ein bisschen was zum Knabbern, meiner Katze neben mir und ganz klassisch Stift und Papier vor mir, um die Gedanken sprudeln zu lassen. Wenn schlechtes Wetter ist, dann in meinem Zimmer am Schreibtisch mit Blick auf mein Bücherregal mit meinen Lieblingsbüchern. Dann denke ich mir nämlich immer: Wenn „Bannwald“ meinen Lesern so gut gefällt wie diese Bücher in meinem Regal mir gefallen, dann bin ich der glücklichste Mensch der Welt.

Welche war deine erste CD bzw. Schallplatte?
Um mich selbst zu schützen, beantworte ich diese Frage besser nicht. 🙂

Lässt du uns an deiner schönsten Kindheitserinnerung teilhaben?
Als ich noch mit meinen Eltern in den Urlaub gefahren bin, sind wir mindestens einmal im Jahr mit dem Wohnmobil in den Süden Italiens aufgebrochen. Meine Eltern sind totale Roxette-Fans, weshalb wir jedes Mal auf’s Neue ein und dasselbe Roxette-Album während der Fahrt gehört haben. Acht, neun, zehn Stunden oder länger. Rauf und runter. Und auf der Rückfahrt ging es dann wieder los. Acht, neun, zehn Stunden. Die Lieder rauf und runter. Meine Schwester und ich mussten immer fast hysterisch lachen, wenn das Album schon wieder von vorne losging. Einen Vorteil hatte das Ganze jedoch: Ich könnte all diese Lieder nun im Schlaf mitsingen. 🙂

Deine Lieblingsfarbe?
Rot wie die Liebe und die Leidenschaft, Grün wie der Wald und die Natur.

Hast du ein Haustier?
Eine Katze namens Chili. Ein kleines, pubertierendes Kätzchen, das tagsüber oft genug so tut, als würde sie mich nicht kennen und abends dann immer wie ein Baby ins Bett gekrochen kommt.

© Julie Heiland

© Julie Heiland

Welchen Film könntest du dir immer wieder anschauen?
Schwere Frage … Verblendung von Stieg Larsson. Chérie. Oh boy. Doctor’s Diary.

Welchem Buch hättest du ein anderes Ende gewünscht?
Twilight. Mir war das alles irgendwie viel zu dick aufgetragen mit dem Kind … Ansonsten hätte ich mir vielleicht noch ein anderes Ende für „Forbidden“ von Tabitha Suzuma oder „Der Märchenerzähler“ von Antonia Michaelis gewünscht. Ich werde jetzt nicht sagen, wie die ausgehen. Am Ende liest das gerade jemand von euch …

Was ist die sinnloseste Sache, die du jemals gekauft hast?
Eine Packung Papilloten. Meine Haare sind kurz und ziemlich dick. Ich habe sie mir nur ein einziges Mal mit den Papilloten aufgedreht – ich sah aus wie eine Oma, die in die Steckdose gegriffen hat.

Welche drei Dinge würdest du mit auf eine einsame Insel nehmen?
Emilian 🙂 Nein, im Ernst: Spaghetti (Ich lieeeeebe Spaghetti). Ein Buch. Wir reden ja von Dingen, daher zählt meine Familie nicht, oder? Dann würde ich noch meinen Laptop mitnehmen, um meine Geschichten aufzuschreiben.

Was bereitet dir Freude?
Lesen. Mit meiner Familie zusammen sein. Frühling und Sommer. Gute Gespräche. Humor. Italienisches Essen. Meer. Schreiben. Zu sehen, wie meine Schwester stolpert (und sich natürlich nicht verletzt!!!) Meine Katze. Die frische Luft nach einem Sommergewitter. Blicke mit Freunden auszutauschen, die viel klarer sind als jedes Wort.
Es gibt so vieles …

Arbeitest du gerade an weiteren Projekten?
🙂 Mein Kopf ist voller Geschichten, die erzählt werden möchten.

Du hast das letzte Wort. 🙂
Das letzte Wort habe ich erst, wenn mir die Ideen ausgehen 😉

 

Liebe Julie, danke, dass du dir die Zeit genommen hast!

Ich hoffe, ich konnte euch alle neugierig auf das Buch machen! Zur Leseprobe gelangt ihr >>hier<<.
Meine Rezension dazu gibt es Ende dieser Woche.

Sabrina

5 Antworten to “{Im Gespräch mit…} Julie Heiland”

  1. Sabine K. 19. Mai 2015 um 09:32 #

    Ein einfach tolles Interview! Vielen Dank für den Blick auf die Autorin hinter dem Buch 🙂 Und wieder ein Katzenmensch 🙂

    Liebste Grüße
    Bine

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  2. Nicole W./LilStar 19. Mai 2015 um 23:33 #

    Haha! Die Story mit der Oma, die in die Steckdose gefasst hat nach den Papilloten kommt mir sehr bekannt vor 😀

    Ansonsten ein echt tolles Interview! Ich bin auch schon auf „Bannwald“ gespannt 🙂

    GlG,
    Nicole

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    • bookwives 25. Mai 2015 um 15:05 #

      Hi Nicole,
      ja – auch ich habe schlechte Erfahrung mit den Dingern gemacht. Und ich dachte, ich wäre die Einzige, bei der sie nicht funktionieren. 😀
      LG

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  1. {Rezension} Bannwald | Julie Heiland | Bookwives - 26. Mai 2015

    […] Zum meinem Interview mit Julie Heiland geht es >>hier<<. […]

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