{Rezension} Kleiner Stoff ganz groß: Mit wenig Stoff tolle Modelle nähen | Karin Roser

21 Nov

Kleiner Stoff ganz groß

Titel: Kleiner Stoff ganz groß: Mit wenig Stoff tolle Modelle nähen
(Top 6422)
Autor: Karin Roser
Seitenzahl: 112 Seiten
Verlag: Topp/Frechverlag
ISBN: 9783772464225
Veröffentlichung: 10. August 2015
Leseprobe
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Da wir Bookwives uns nicht nur den Büchern verschrieben haben, sondern außerdem bisweilen gerne nähen, liegt es nahe, dass wir auch einen interessierten Blick auf alles werfen, was diese beiden Hobbys verbindet: Nähbücher.

Und so war ich hocherfreut, als ich das vorliegende Buch in den Händen hielt, denn es versprach neue Inspirationen zur Bekämpfung des stetig anwachsenden Stoffberges.
Mehr noch: Es versprach, sinnvolle Dinge aus kleineren Stoffstücken herstellen zu können.

Aufbau/Gestaltung:
Das Buch hat 112 Seiten. Nach einem Vorwort gibt es einen recht ausführlichen Einleitungsteil. Über 21 Seiten werden die wichtigsten Grundbegriffe und Nähutensilien, sowie Nähtechniken erläutert.
Allerdings wage ich zu bezweifeln, dass die Erklärungen zu den Nähtechniken ausreichen, sofern man tatsächlich noch nie damit konfrontiert wurde. Sprich: Sollte jemand ein derartiger Anfänger sein, dass er wirklich die Erläuterungen der einzelnen Nadeltypen noch benötigt, so wird der kurz darauf folgende Teil über Leiternähte oder die Technik des Applizierens viel zu knapp für denjenigen sein.
Da das Buch jedoch auch nicht den Anspruch erhebt, ein Lehrbuch zu sein, reichen die Angaben für den groben Überblick in jedem Fall.
Zusammengefasst erhält man im ersten Teil einen Einblick in alles, was für die Näherei wichtig ist. Echte Anfänger sollten sich jedoch darauf einstellen, einige Dinge mit anderen Büchern oder Tutorials vertiefen zu müssen.

Dem Einleitungsteil folgt dann das Wichtigste: die Nähprojekte.

Diese sind aufgeteilt nach kleinen, mittleren und großen Stoffstücken, wobei die genaue Aufteilung wie folgt aussieht:

Kleine Stoffstücke: 8 Projekte
Mittlere Stoffstücke: 14 Projekte
Große Stoffstücke: 5 Projekte

Die vorgeschlagenen Projekte kommen vielfach aus dem Bereich Dekoration, aber auch praktische Dinge, wie Taschen, Hefthüllen und diverse Kissen sind dabei.
Die Projekte selbst sind nach Schwierigkeitsstufen von eins bis drei unterteilt.

Im hinteren Teil des Buches befindet sich ein großer, herausnehmbarer, Schnittmusterbogen.
Hier sind alle Schnittmuster enthalten und erfreulicherweise – soweit ich das überblicken konnte – alle in Originalgröße (Angabe ohne Gewähr, da ich nicht jedes einzelne Projekt genäht habe ;))

Übersichtlichkeit/Verständlichkeit der Nähprojekte:
Ich habe vor der Rezension drei unterschiedliche Nähprojekte ausgesucht und getestet.

Einmal handelte es sich um ein einfaches Projekt für Anfänger (Schwierigkeitsstufe 1) und zwei Projekte waren mittelschwer.

Jedes Nähprojekt wird mit mindestens einem großen Farbfoto so gezeigt, wie es am Ende aussehen sollte. Zudem werden einige wichtige Nähschritte in Form von Skizzen dargestellt.
Ein farbig abgesetzter Kasten gibt einen schnellen Überblick über Materialbedarf, Schwierigkeitsgrad und ggf. zusätzliche Informationen über Zuschnitt, Größe, etc.

Die farbliche Gestaltung ist dabei sehr gelungen. Alle Seiten sind ansprechend und laden dazu ein, das Buch durchzublättern.
Die Stoffe, die für die Nähprojekte ausgewählt wurden, sind wunderschön und machen direkt Lust darauf, die Stücke nachzunähen.

Kissen 1

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Die Erklärungen habe ich größtenteils schnell verstanden und als eingängig empfunden.
Ich leide allerdings unter einem bedauerlichen Mangel an räumlichem Vorstellungsvermögen… ich nenne es liebevoll meine »Wendeschwäche«. Sprich: Sobald mehr als eine Stofflage r-a-r auf einer anderen liegt, weiß ich nicht mehr, wie das Stück nach dem Wenden aussehen wird. Das gilt auch schon für den Zuschnitt, wenn ich nur eine vage Ahnung davon habe, dass eventuell etwas spiegelverkehrt zugeschnitten werden müsste, damit es am Ende dann auch passt.
Irgendwo in den Anleitungen findet sich dann auch ein Hinweis darauf, aber diese derartig wichtigen Stellen hätte ich gerne in Fettdruck oder sonstwie hervorgehoben gehabt.
Diese Infos verschwinden im Fließtext und ich habe sie zweimal nicht wahrgenommen. (Aber um mir selbst auf die Schultern zu klopfen: ich habe es jedes Mal rechtzeitig gemerkt, dass hier irgendetwas nicht stimmt :D)

Insgesamt lässt sich aber sagen, dass die drei Anleitungen, mit denen ich mich für meine Rezension intensiv beschäftigt habe, allesamt gut verständlich waren. Vorausgesetzt, man liest wirklich genau und konzentriert.

Die Schnittmusterbögen sind gut handhabbar. Die Projekte haben unterschiedliche Farben, was ich sehr begrüßt habe. Lediglich bei den helleren Farben war es bei den für mich üblichen Verfahren schwierig, das Schnittmuster zu kopieren. Bei kleineren Schnittmustern, die auf A4 passen, kopiere ich gerne auf unserem S/W Kopierer und schneide das Kopierpapier dann zurecht. Da musste ich schon sehr mit der Kontrasttaste spielen, um ein brauchbares Ergebnis zu erzielen. Und auch manuelles durchpausen auf dünneres Papier war nicht so schön, wie bei den gut sichtbaren dunklen Linien.
Aber auch das lies sich irgendwie lösen und war kein allzu großes Hindernis.

Im Ergebnis hat mir das Buch ausgezeichnet gefallen. Es ist nicht mein erstes Nähbuch aus diesem Verlag und ich bin mit diesem wieder zufrieden.
Auch Anfänger können sich an dieses Buch herantrauen, sobald sie aus der Phase des Loop- oder Hotelkissenbezug- Nähens heraus sind.

Eine Anmerkung: eines meiner Nähprojekte waren die Fuchsschuhe. Das Schnittmuster ist für Babyschuhe. Wer sich von den hier gezeigten Fotos inspirieren lässt und die Schuhe in Erwachsenengröße nachnähen möchte: bitte denkt daran, dass eine einfache 200% Vergrößerung nicht ausreicht, sondern diese angepasst werden muss … Füße wachsen deutlich mehr in der Länge, als in der Breite. Ihr müsst das Schnittmuster also für Erwachsene etwas schmaler machen.

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(Für alle Bilder gilt: © Claudia Wenzel-Hering)

Rana

6 Antworten to “{Rezension} Kleiner Stoff ganz groß: Mit wenig Stoff tolle Modelle nähen | Karin Roser”

  1. Isa 21. November 2015 um 13:33 #

    Ohhh ein Leseknochen 😀 die macht meine Mama auch immer^^

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    • bookwives 24. November 2015 um 07:33 #

      Ich liebe Leseknochen! 🙂 Habe auch zwei zuhause. Die habe ich von einer lieben Leserin bekommen. ❤
      Sabrina

      Gefällt 1 Person

      • Isa 24. November 2015 um 07:36 #

        Meine Mutter macht davon auch immer ganz fleißig welche für Freunde und Bekannte 😀

        Gefällt 1 Person

        • bookwives 24. November 2015 um 07:41 #

          Sehr schön. 🙂 Ich muss endlich mal selber wieder nähen. Habe keine eigene Maschine… Und ich will Rana ja nicht immer nerven. 😀

          Gefällt 1 Person

          • Isa 24. November 2015 um 07:50 #

            Haha 😀 die Maschine meiner Mutter ist leider ein bisschen kaputt :/ aber die „Knochis“ klappen trotzdem super^^

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          • Rana 24. November 2015 um 12:13 #

            Da die Rana noch immer über zwei Nähmaschinen verfügt, iässt die sich durch Nähbesuch gar nicht aus der Ruhe bringen 😉

            Der ‚Leseknochen‘ wird etwas anders genäht, als der klassische dreiteilige Leseknochen. Im Buch heißt das SM ‚orientalisches Relaxkissen‘, besteht aus vier Seitenteilen und ist deshalb im Ergebnis auch voluminöser als der normale Leseknochen.

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