Der Junge mit dem Herz aus Holz {Rezension}

John Boyne - Der Junge mit dem Herz aus Holz

Autor: John Boyne
Titel: Der Junge mit dem Herz aus Holz
Seitenzahl:
 240
ISBN: 978-3-596-85477-6
Verlag:
 Fischer
Leseprobe
Empfohlenes Lesealter: ab 10 Jahren

Zum Inhalt:

„Ich muss immer stur nach vorne schauen, als wollte ich mich mit jemandem treffen, den ich kenne, sagte er sich. Ich muss mich benehmen, als hätte ich ein klares Ziel vor Augen, dann ist es weniger wahrscheinlich, dass mich jemand anhält und wissen will, was ich vorhabe. Ich muss ziemlich schnell laufen, als wäre ich wahnsinnig in Eile und hätte Angst, dass man mich grün und blau prügelt, falls ich nicht superpünktlich zur vorgeschriebenen Zeit da bin, wo ich hinmuss.“ (Seite 10/11)

Noah Barleywater ist 8 Jahre alt. Und wegen bzw. trotz seines Alters hat er das Gefühl, dass er noch nicht wirklich große Leistungen in seinem Leben erbracht hat. Er beschließt, von zuhause wegzulaufen.
Auf seinem Weg durch die Dörfer begegnet er allerlei seltsamen Dingen: sprechende Tiere, Bäume und Gegenstände, die sich bewegen und ihre Positionen tauschen und so weiter. Schließlich findet er im nächsten Dort einen Spielzeugladen. Dieser Laden ist ganz besonders: hier ist alles ausschließlich aus Holz. Und auch hier können alle Figuren und Gegenstände mit Noah reden. Er verbringt einige Zeit mit dem alten Mann, dem der Laden gehört. Die beiden kommen ins Gespräch. Noah erzählt, was ihn bewegt. Und der alte Mann erzählt aus seiner Kindheit und Jugend. Auch er ist damals vom rechten Weg abgekommen. Und mit seinen Erzählungen, so hofft er, bringt er Noah wieder in die richtige Spur…

Meine Meinung:

Direkt auf den ersten beiden Seiten fiel mir eins auf: die wundervolle Sprache, die vom Autor (und Übersetzer) hier benutzt wurde. Die Geschichte ist ein Märchen. Ein Märchen nicht nur für Jugendliche, auch für Erwachsene. Und genauso ist die Sprache: märchenhaft. Bildlich. Eine Geschichte, die ans Herz geht und auch den Leser zum Nachdenken anregt. Eine Geschichte, die Mut macht.

Im Leben läuft nicht immer alles gut. Es gibt Probleme, man verliert Menschen, die man liebt, und so manches läuft gewiss nicht so, wie man es sich wünscht. Genau darum geht es in diesem Buch. Und mit leisen Tönen, sensiblen und rücksichtsvollen Worten versucht der alte Mann, Noah die Augen zu öffnen. Für das, was zählt. Und das schafft John Boyne auch mit dem Leser.

„>>Man hat nicht richtig gelebt, ehe man nicht gesehen hat, wie im Wald die Dämmerung anbricht<<, sagte seine Mama und zog ihn an sich. >>Mein Vater hat mich hier rausgebracht, um das zu sehen, kurz bevor… kurz bevor er uns verlassen hat. Und ich habe es nie vergessen. Es ist eine meiner glücklichsten Erinnerungen mit ihm. Deshalb wolle ich, dass wir es auch zusammen sehen, nur du und ich, Noah. Was sagst du? War das nicht wunderschön?<<“ (Seite 182/182)

Das Buch präsentiert sich in passender Aufmachung. Die Titel und Kapitel sind in anderer Schrift etwas abgesetzt. Erzählt der alte Mann, ist das jeweilige Kapitel in blau statt schwarz geschrieben. Außerdem enthält das Buch sehr schöne Illustrationen in einigen Kapiteln.
Der Autor John Boyne wurde 1971 in Dublin geboren. Weltweite Beachtung erhielt er mit seinem Roman „Der Junge im gestreiften Pyjama„.

Ein Buch für glücklich machende Lesestunden. Mit Textstellen, die hier und da philosophisch anmuten. Und mit einer Geschichte, die in einer märchenhaften Welt spielt. Hier kommt für mich nur die volle Punktzahl in Frage!

Vielen Dank an das Team vom Fischer Verlag für das Buch.

„>>Du darfst niemals den Wunsch haben, etwas anderes zu sein als das, was du bist<<, sagte der alte Mann leise. >>Vergiss das nie. Du sollst nicht mehr haben wollen als das, was dir gegeben wurde. Es könnte der größte Fehler deines Lebens sein.<<
Noah verstand nicht ganz, was diese Worte bedeuteten, aber er speicherte sie in seinem Kopf, gleich über dem rechten Ohr. Er war fest davon überzeugt, dass ein Teil von ihm diese Worte eines Tages wieder hervorholen würde, um über sie nachzudenken, und da wollte er sie gleich griffbereit haben.“ (Seite 203)

5 Herzen

SaCre

2 Comments on “Der Junge mit dem Herz aus Holz {Rezension}

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