Der geheime Name [Rezension]

11 Mrz

Der geheime Name

Autor: Daniela Winterfeld
Titel: Der geheime Name
Seitenzahl:
528
ISBN: 978-3-426-51127-5
Verlag:
Knaur
Veröffentlichung: 04. Januar 2013
Leseprobe
 
 
 

Zum Inhalt:

Rumpelstilzchen wollte das Kind der Königin. Er bekam es nicht. Jahrhunderte später schließt ein anderes Wesen seiner Art einen neuen Pakt – und wird ebenfalls betrogen. Seitdem sucht es unablässig nach dem Kind…

Fina ist 19 Jahre jung und führt mit ihrer Mutter ein Leben auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Vater. Immer auf dem Sprung, wenn neue Gefahr droht, reisen die beiden Frauen von Land zu Land. Doch irgendwann hat Fina genug davon. Ihr einziger Wunsch: ein richtiges Zuhause, ein Studium, ein normales Leben. Dafür scheint es nur einen geeigneten Ort zu geben: ein kleines Dorf in der Lüneburger Heide, in dem ihre Oma lebt. In direkter Nähe zu einem düsteren Moor.

Dieses Moor zieht Fina magisch an. Sie wagt sich immer weiter in das Moor hinein. Nur mit dem, was sie dort findet, hätte sie nie gerechnet…

>>Er wird sich ihre Tochter schon noch holen – und wenn es das Letzte ist, was er tut! Das schwört er der garstigen Menschenhure! Bei dem Geheimnis seines Namens!<< (S. 16)

Meine Meinung:

Fantasy-Bücher zählten bislang nicht zu meinen Favoriten. Aber selbst einem Fantasy-Muffel wie mir hat dieses Buch große Freude bereitet. Wobei es für mich aber auch kein 100%iges Fantasy-Buch ist. Eher ein schaurig-schönes Fantasy-Märchen für Erwachsene.

Daniela Winterfeld ist es gelungen, das altbekannte Märchen von Rumpelstilzchen in ein neues, perfekt sitzendes Gewand zu kleiden. Die bekannten Elemente kommen, soweit ich mich erinnern kann, alle vor, und ergeben zusammen mit neuen Einflüssen eine tolle Mischung aus Spannung, Fantasy und Romantik. Die Grundidee dahinter: „Rumpelstilzchen, in unserer Zeit, und zwar aus der Sicht der versprochenen Tochter“, wie es in den Anmerkungen der Autorin am Ende des Buches heißt.

„Ein seltsames Gefühl befiel sie, während sie über die Pferdewiese hinwegblickte, auf den dunklen Wald, der sich darüber neigte. Fast schien es ihr, als gäbe es etwas in der Dunkelheit des Waldes, das sie anlockte, das sie zu sich rief, das auf sie gewartet hatte.“ (S. 82)

Es dauert nicht lange und man ist mittendrin in der Welt des Moores, die die Heimat des Geheimen und von Mora ist. Zugegeben, es hat mich am Anfang doch ein wenig Überwindung gekostet, mich auf Nebelschwaden im Moor und Tarnkreise einzulassen. Als ich diese Hemmungen für mich aber überwunden hatte, war ich fasziniert von dieser Welt, die Daniela Winterfeld mitten in die Lüneburger Heide integriert hat. Wahrscheinlich hat mir das auch dabei geholfen, meine Hemmungen über Bord zu werfen. Die Geschichte spielt zwar zum Großteil in einer fantastischen Welt, ist dabei aber so nah an unserer und nur ein Salztor weit entfernt.

„Fina biss sich auf die Unterlippe, musste sich konzentrieren, um so zu sprechen, dass er sie sicher verstand: >>Es meint, es kennt diese Worte nicht?<<
Er sah überrascht auf. >>Ja.<<
>>Dann hat noch nie jemand >du< zu ihm gesagt?<<
>>Nein.<< Er flüsterte. >>So wie sie sprach noch niemand mit ihm.<< Fina starrte ihn an. In welcher Welt war er aufgewachsen? In welcher Zeit? Bei welchen Leuten? Ihre ganze Phantasie wollte auf einmal über sie herfallen und hinterließ dennoch nichts, mit dem sich die Fragen beantworten ließen.“ (S. 153/154)

Die Charaktere sind alle ganz wunderbar gezeichnet. Man bekommt während des Lesens ein gutes Gefühl dafür, warum es Fina immer wieder in das Moor, und vor allem zu Mora hinzieht. Fina war mir gleich von Anfang an sympathisch. Dieser Eindruck hat sich durch ihre Art sich Mora anzunähern, sein Vertrauen zu gewinnen und ihm ihre Welt näher zu bringen, noch verstärkt. Mit Mora habe ich gelitten, seine Schmerzen geteilt und hätte ihm am liebsten seine Verwirrung über das plötzliche, für ihn völlig unerklärliche Auftauchen von Fina, genommen.

„Nur manchmal blickte sie zu Mora und wurde sich klar darüber, warum sie trotz aller Angst wieder zu ihm zurückgekehrt war: Er war der einzige Mensch, der noch einsamer sein musste als sie. Der Einzige, der sie vielleicht irgendwann verstehen würde. Falls er jemals lernte, ihre Sprechweise zu durchschauen.“ (S. 185)

Nach und nach habe ich mich immer mehr in der Geschichte, die sich rund um Fina, Mora und dem Geheimen entspinnt, verloren. Ich vergaß die wirkliche Welt um mich herum, und habe zusammen mit Fina versucht, mich in dieser neuen Welt zurechtzufinden. Und obwohl ich als Leserin ja schon vor Fina wusste, wer Mora ist, warum er in einer Erdhöhle lebt und worauf das Ganze am Ende wahrscheinlich hinauslaufen würde, so konnte mich die Story doch auch immer wieder überraschen.

Die Geschichte ist eine schöne, runde, gut durchdachte Mischung aus Märchen und realen Abschnitten. Das Buch ist ein echter Schmöker, wie ich finde, und hätte auch gerne noch ein paar Seiten länger sein können.

5 HerzenSaFi

Eine Antwort to “Der geheime Name [Rezension]”

  1. aleshanee75 12. Juni 2016 um 09:09 #

    Guten Morgen!

    Ich hab das Buch jetzt auch endlich gelesen und die Atmosphäre fand ich auch sehr faszinierend! Allerdings fand ich schon, dass es zwischendurch ein paar kleine Längen gab.
    Ich hab dich in meiner Rezension verlinkt 😉

    Liebste Grüße, Aleshanee

    Gefällt mir

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