Sei lieb und büße {Rezension}

Janet Clark - Sei lieb und büßeAutor: Janet Clark
Titel: Sei lieb und büße
Seitenzahl:
 336
ISBN: 978-3785575734
Verlag:
 Loewe
Empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Veröffentlichung: 18. März 2013
Leseprobe

Zum Inhalt:

„Der Krieg ist eröffnet. David gegen Goliath. Und jeder weitere Schachzug wird Sina weiter in unsere Ecke drängen. Sie wird uns glauben und sie wird uns vertrauen und all das tun, was wir von ihr verlangen.“ (Seite 71)

Sina ist 17 Jahre alt und kürzlich von Berlin in das kleine Kranbach gezogen. Ihr Vater ist nur am Wochenende zuhause, so dass sie sich um ihren kleinen Bruder Ben und ihre manisch-depressive Mutter kümmert – neben der Schule natürlich. In der Schule spielt sie im Basketball-Team. Und hier beginnen die Probleme: sie mag Frederick, ihren Trainer und von allen nur Rik genannt, sehr. Das ruft natürlich Neider auf den Plan. Und die Clique in der Mannschaft um Celine, Kathi und Gabriele macht ihr das Leben schwer. Und Sina weiß auch nicht so richtig, wie sie Riks Verhalten und seine Gefühle einschätzen soll. Ist das alles echt?
Doch auch außerhalb der Sportmannschaft gibt es eine Clique, die sie anfangs nicht besonders gut behandelt: Tabea, Laureen und Bessy – die Pradazicken! Sie mobben Sina heimlich. Doch irgendwann ändert sich das und sie freunden sich an. Aber ist diese Freundschaft wirklich? Es scheint, als hätten beide Cliquen größere Geheimnisse.
Eines Tages möchte Rik sich mit Sina treffen, um ihr was zu erzählen, was ihm auf dem Herzen liegt. Doch zu diesem Treffen kommt es gar nicht erst, da er einen folgenschweren Unfall hat.
Mit der Hilfe von Max (Riks Mitbewohner) und der Clique um Tabea versucht Sina, den Geheimnissen auf die Spur zu kommen. Dabei begibt sie sich in einen mehr als gefährlichen Strudel aus Mobbing und alten Geschichten, die besser unter Verschluss bleiben würden. Und wem kann sie überhaupt trauen?

„Mit zitternden Fingern knickt Sina den Zettel in der Mitte und steckt ihn eine. Sie sieht sich im Krankenzimmer um, so hektisch, als könne der Verfasser der Nachricht sich irgendwo versteckt haben. Ein getippter Brief. An sie adressiert. Ohne Unterschrift. Eine Warnung. Nein. Eine Drohung. Von wem? Celine? Gabriele?“ (Seite 122)

Janet Clark - Sei lieb und büße_2

Meine Meinung:

Die Autorin begibt sich mit ihrem neuen Jugendthriller in einen Themenbereich, wie er aktueller nicht sein könnte: Mobbing – auch via Social Media. Wie grausam Jugendliche sein können, erlebt die Protagonistin Sina hier in voller Bandbreite. Und das ist so gut geschildert, dass ich wirklich Mitleid mit ihr hatte!

Die Story hat quasi drei verschiedene Sichten: zum einen aus der dritten Person über Sina erzählt, dann aus der Sicht einer Mädchenclique, und zwischendurch gibt es Tagebucheinträge, die eine eigene Geschichte erzählen.

„Mit einem Mal ist Sinas Mund staubtrocken. Sie schluckt, versucht Speichel zu produzieren, doch es wird nur schlimmer. Was will Rik von ihr? Ihre Bewunderung?  Sich einmal darin suhlen wie ein Schwein und sie dann wegwerfen, so wie Laureens Mutter ihre Kette entsorgt hat? Hat sie auch Glück gehabt, wie Tabea? Hat Frederiks Unfall sie vor größerem Kummer bewahrt? Vor einer lieblosen Entjungferung durch Kranbachs größten Herzensbrecher? Vor der Gewissheit, ausgenutzt zu werden?“ (Seite 171)

Die Geschichte ist spannend und so detailliert und gut erzählt, dass man sich in jeder Szene als Leser mittendrin wähnt. Bis kurz vor Schluss war mir wirklich nicht klar, wer hinter diesen schlimmen Dingen steckt. Und auch die Auflösung brachte die ein oder andere Überraschung für mich. Ich habe das Buch innerhalb eines Tages aufgesogen und nicht aus der Hand gelegt. Für mich ein eben solcher Pageturner wie beispielsweise „Rachekind„.

Ich finde es sehr gut, dass die Autorin sich mit dem Thema beschäftigt und es so zu Papier gebracht hat. Einige werden sich in der ein oder anderen Szene mit Sicherheit wiederfinden. Ich hoffe, dass viele Jugendliche dieses Buch lesen und sich danach Gedanken über das Thema machen – ich habe es auch. Denn wir gehen heutzutage einfach viel zu arglos mit diesen Dingen um. Und durch die Anonymität des Internes und einen Fake Account beispielsweise bei Facebook, ist es sehr einfach, andere Jugendliche zu mobben, und damit eine Lawine loszutreten. Und dass das auch zu Selbstmord führen kann, haben wir häufig genug in den Nachrichten gehört.

Ein Buch für spannende Lesestunden mit einem sehr aktuellen Thema. Eine uneingeschränkte EMPFEHLUNG! Aber nicht nur Jugendliche, auch Erwachsene werden von diesem Buch begeistert sein. Für mich ist auch klar, dass ich die anderen beiden Bücher der Autorin „Schweig still, süßer Mund“ und „Ich sehe dich“ lesen muss.

Vielen Dank an die Autorin Janet Clark und den Loewe Verlag, die mir das Buch zur Verfügung gestellt haben.

„Der schrille Tonfall ihres Ausbruchs klingt in meinen Gehörgängen nach wie das hohe C einer Stimmgabel.
 Ein Vulkanausbruch an Wut. Verständlicher Wut,  jedoch fehlgeleitet wie ein tödlicher Lavastrom, der alles vernichtet, was sich ihm in den Weg stellt und doch am Schluss verliert; erkaltet und starr brachliegt, während die geschundene Natur neu erblüht.“ (Seite 299)

5 Herzen

SaCre

One Comment on “Sei lieb und büße {Rezension}

  1. Pingback: Die Jugendbuch Top 100 – und eigene Gedanken dazu | Bookwives

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