{Rezension} Ich vermisse dich | Harlan Coben

5 Jun

Autor: Harlan Coben
Titel: Ich vermisse dich
(OT: Missing you)
Übersetzung: Gunnar Kwisinski
Seitenzahl: 512 Seiten
ISBN: 978-3-442-20440-3
Verlag: Page & Turner
Veröffentlichung: 23. März 2015
Leseprobe
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»Wenn man jung ist, glaubt man, auf alles eine Antwort zu haben. Man ist rechts oder links und die Gegenseite ist nichts als ein Haufen Idioten. Wenn man älter wird, erkennt man immer mehr Grautöne. Jetzt weiß ich, dass die echten Idioten diejenigen sind, die davon überzeugt sind, auf alles eine Antwort zu haben. So einfach ist das nie.« (Seite 293)

Kat Donovan ist Ermittlerin beim NYPD. Sie muss im Rahmen ihrer Ermittlungen, die Gegenstand dieses Thrillers sind, erkennen, dass sie immer nur Fassaden von Menschen sieht und niemand so ist, wie er vorgibt, zu sein.

18 Jahre vor den Geschehnissen in diesem Buch ist Kat Donovans Vater getötet worden. Dieses Ereignis hat ihr nicht nur den Vater genommen, sondern darüber hinaus ihr gesamtes Leben auf den Kopf gestellt: Sie hat den Vater verloren, ihr bester Freund hat sich verändert und ihr Verlobter hat sie verlassen. All dies hat sie in den vergangenen 18 Jahren nicht verwunden.
Die Handlung dieses Thrillers setzt zu einem Zeitpunkt ein, in dem der geständige Mörder des Vaters kurz vor seinem Tod äußert, er habe den Mord nicht begangen und diesen nur gestanden, weil er ohnehin wegen anderer Verbrachen eine lebenslängliche Haftstrafe zu erwarten hatte. Das Geheimnis um den wirklichen Täter nimmt er mit ins Grab. Kat versucht nun gegen den Widerstand ihrer Mutter und ihrer Vorgesetzten, den damaligen Fall selbst aufzuklären.
Nahezu zeitgleich wird sie mit einem weiteren Dämon ihrer Vergangenheit konfrontiert: ihr damaliger Verlobter Jeff erscheint im Internet auf einer Dating Seite. Kats Versuche, den Kontakt zu Jeff wiederzubeleben, schlagen fehl. Dennoch führt dieser Kontakt zu einer Kette von Ereignissen. Jeff gerät nämlich alsbald in Verdacht, mit dem Verschwinden von einer Frau in Zusammenhang zu stehen.

Parallel dazu erfährt der Leser kapitelweise von einem Mann namens Titus, der Menschen auf einer abgelegenen Farm gefangen hält und bisweilen auch foltert und tötet.

»Sie war ein lebloser Gegenstand, so etwas wie dieser Fels, ein Objekt, das man entfernte, zerschlug oder dem Erdboden gleichmachte, ganz wie es gerade ihren Wünschen oder Bedürfnissen entsprach. Doch sie waren nicht nur einfach grausam oder sadistisch.Es war viel schlimmer.
Sie waren vollkommen pragmatisch.«(Seite 463)

Titus und seine Helfer verfolgen einen grausamen Plan. Stückweise werden die Leser in diesen und in die Gedankenwelt des Titus eingeführt, der mit erschreckender Präzision und Mitleidlosigkeit seine Ziele verfolgt.
Welche das sind, kann hier natürlich nicht verraten werden.

Meine Meinung:

Harlan Coben hat einen spannenden Thriller geschaffen.
Dass sich die beiden Handlungsstränge um die Hauptpersonen Kat und Titus irgendwann kreuzen, dürfte keine Überraschung sein. Spätestens ab diesem Augenblick spitzt sich die Geschichte weiter zu, die Gefahr für alle Beteiligten wächst und aus diesem Thriller wird ein echter Pageturner. Ich habe die letzten hundert Seiten mit der nahezu doppelten Lesegeschwindigkeit absolviert, die ich sonst üblicherweise habe.

Die Charaktere sind mehrdimensional gezeichnet. Wie oben bereits erwähnt, muss Kat erkennen, dass niemand wirklich so ist, wie er nach außen wirken möchte.
Selbst einer der brutalsten Helfer des Titus hängt mit ergreifender Liebe an seinem Hund Bo. Er achtet darauf, dass Bo nicht mit ansehen muss, was er den Gefangenen antut, weil er sich um Bo sorgt. Augenblicke später, sobald Bo es nicht mehr mitbekommt, beginnt er, die Gefangenen kalt und mitleidlos zu quälen.
Interessant ist es auch, die Dinge aus der Sicht des Titus dargelegt zu bekommen.
Präzise und zielorientiert arbeitet der Kopf dieser Gruppierung. Sein Vorgehen entspringt klugen Überlegungen und Strategien, die einem erfolgreichen Geschäftsmann würdig wären – wenn sein Geschäft nicht das Foltern und Töten von Menschen umfassen würde.

Aber auch außerhalb der Unterwelt sind die Menschen dieser Geschichte vielschichtig. So scheint der alte Freund von Kats Vater und heutige Vorgesetzte von Kat ebenfalls in dubiose Machenschaften verwickelt zu sein. Kats große Liebe, der Ex-Verlobte Jeff, gibt vom Anfang bis zum Ende der Geschichte Rätsel auf und generell ergibt sich die eine oder andere unerwartete Wendung.

Das alles macht ›Ich vermisse Dich‹ von Harlan Coben zu einem spannenden Thriller, der auf jeden Fall einen Blick für alle Liebhaber des Crime & Thrill Genres Wert ist.

 Rana

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