{Im Gespräch mit…} Tanya Stewner

17 Apr

Mit „Der Sommer, in dem die Zeit stehenblieb“ konnte Tanya Stewner mich total begeistern. Zu meiner Rezension gelangt ihr mit einem Klick auf das Cover. (Das Buch könnt ihr übrigens gerade über unsere Facebook-Seite gewinnen >>klick<<.)

Der Sommer in dem die Zeit stehenblieb

Eigentlich hätten Shou und ich die Autorin auf der Leipziger Buchmesse zu einem Interview treffen sollen. Doch leider hat das nicht geklappt. Umso schöner, dass Tanya sich die Zeit genommen hat, die Fragen per eMail zu beantworten.

(c) Heike Steinweg

(c) Heike Steinweg

Bitte stelle dich unseren Lesern kurz vor.
Ich heiße Tanya Stewner, komme aus Wuppertal und bin von Beruf Schriftstellerin und Träumerin.

Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Der Einstieg war keineswegs leicht für mich. Ich habe meine erste Liliane Susewind Geschichte an eine Vielzahl von Agenturen geschickt und nur Absagen erhalten. Trotzdem kam es für mich nicht in Frage mit dem Schreiben aufzuhören. Ich habe gedacht, wenn es mit dieser Geschichte nicht funktioniert, muss ich eben eine andere schreiben. Schließlich habe ich es noch einmal versucht und meine Lilli-Geschichte an 25 Verlage geschickt – und 24 Absagen mit den unterschiedlichsten und widersprüchlichsten Begründungen bekommen. Der Fischer Verlag wollte mein Buch schließlich aber haben. Ich erinnere mich noch sehr gut an die Zusage. Das war 2006. Da bin ich mit dem Telefonhörer im Wohnzimmer vor Freude auf und ab gehüpft. 2007 wurde die erste Lilli-Geschichte veröffentlicht, die auch super ankam. So entstand schnell die Idee zu einer Fortsetzung. Mittlerweile gibt es elf Liliane Susewind-Bücher.

Tanya schreibt im Garten

Tanya schreibt im Garten

Wie sieht dein Schreib-Alltag aus? Hast du einen Lieblings-Ort bzw. feste Rituale?
Ich gebe viele Lesungen und bin deshalb oft unterwegs. Wenn ich dann mal einen richtigen Schreibtag habe, freue ich mich immer schon vorher darauf und fange morgens auch früh an. Ich habe eine kleine Schreibecke unterm Dach. Da sitze ich in einem alten Sessel mit meinem Laptop auf dem Schoß und kann zwischendurch durch das Dachfenster in den Himmel gucken, um die Gedanken fliegen zu lassen. Im Sommer sitze ich auch gern in meiner Beach Lounge im Garten. Draußen schreibt es sich am besten.

Dein aktuelles Buch heißt „Der Sommer, in dem die Zeit stehenblieb“. Um was geht es dabei? Welche Aussage möchtest du damit machen? Wie kam dir die Idee zu dieser Geschichte?
In erster Linie ist das Buch ein Liebesroman. In zweiter Linie ist es der Traum von einer besseren Welt. Ich war es einfach leid, dass sich in der Jugendliteratur so viele Dystopien finden – beängstigende Schreckensszenarien, die ein düsteres Bild von Morgen malen. Mit diesem Roman möchte ich bewusst einen Gegenakzent gegen diesen Trend setzen, weil ich finde, dass es Bücher geben sollte, in denen man davon träumt, eine Welt zu kreieren, in der es sich für alle Menschen zu leben lohnt. Dass das aber nicht so leicht ist, finden Juli und Anjano im Roman bald heraus.
Neben diesen Gedanken hatte ich aber auch einfach Lust auf eine große Liebesgeschichte, auf etwas Leichtes, Romantisches, das „so nebenher“ philosophische Gedanken und Gesellschaftskritik mit sich bringt.

Hast du eine Lieblingsstelle im Buch?
Vielleicht die, in der Juli ihre gefühlskalten Eltern anbellt. Ihr ganzer Frust kommt heraus und sie kläfft die beiden wie ein Köter an. 🙂

Wie findest du Namen für die Personen im Buch? Der männliche Hauptcharakter heißt hier Anjano – wie findet man diesen?
Ich habe lange nach dem richtigen Namen für die männliche Hauptfigur gesucht. Der Name für die weibliche Hauptfigur war ganz schnell da – Juli -, aber bei Anjano hatte ich von „Milo“ bis „Tamino“ alles Mögliche ausprobiert, bis ich dachte „Dann muss ich mir eben selbst einen Namen ausdenken“. Ich habe dann ein bisschen mit Silben und Lauten gespielt, und heraus kam „Anjano“, der mir immer noch gut gefällt.

Wieviel Juli steckt in dir?
Juli ist mir teilweise sehr ähnlich. Z.B. dahingehend, dass sie viel über alles nachdenkt – das tue ich auch -, dass sie ein wenig die Außenseiterposition in der Schule einnimmt – das war bei mir auch so – und dass sie Star Trek mag. Ich liebe Star Trek und bin ein richtiger Trekkie. 🙂

Wie kamst du auf Teelöffelchen-Hügel?
*lach* Ich hatte überlegt, wie man einen Busen, der kaum vorhanden ist, beschreiben könnte, und dabei rührte ich in meinem Kaffee …

Magst du Serien? Im Buch gibt es zum Beispiel eine Anspielung auf „The Big Bang Theory“.
Ich mag Serien sehr, mehr als Filme. Bei Serien kann man die Figuren viel besser kennen lernen, und da ich vor allem Figurenentwicklung spannend finde, kommen mir Serien da sehr entgegen. Ich lache aber auch gern und „Big Bang Theory“ ist einfach wahnsinnig komisch.

Wie stehst du zu Esoterik?
Ehrlich gesagt, weiß ich mit dem Wort nicht viel anzufangen. Was heißt das eigentlich? Viele Leute verstehen darunter „abgehoben sein“ oder „an verrückte Sachen glauben“, eigentlich bedeutet das Wort aber „Geheimlehre“. Ich selbst bin ein spiritueller Mensch. Ich glaube daran, dass es etwas gibt, das größer ist als wir. Außerdem arbeite ich seit über zehn Jahren mit Reiki, einer alternativen Heilmethode, die Handauflegen beinhaltet. Da ich die positiven Resultate dieser Methode viele Male beobachten konnte, kommt mir Reiki sehr bodenständig vor.

Könntest du dir vorstellen, mal in eine ganz andere Richtung zu gehen? Einen Thriller oder ein Gedichtband veröffentlichen, beispielsweise?
Mit Anfang zwanzig habe ich viele Gedichte geschrieben, heute lebe ich meine lyrische Seite aber eher in Songtexten aus. Mit meinem Mann mache ich Musik. Momentan schreiben wir Songs für den Soundtrack des Liliane-Susewind-Kinofilms. Einen Thriller wird es wahrscheinlich eher nicht von mir geben. Ich bin kein großer Krimi-Fan und schreibe am liebsten, was ich auch selbst gern lesen würde.

Mit welcher Person aus deinen Büchern würdest du gerne mal einen Tag verbringen und warum? Was würdet ihr dann tun?
Ich würde gern mal einen Tag mit Hummelbi verbringen, der kleinen Hummel-Elfe aus meiner Elfentrilogie. Ich glaube, da gäbe es eine Menge zu lachen.

Tanya und ihr Mann Guido machen Musik

Tanya und ihr Mann Guido machen Musik (c) Sonja Blietschau

Hast du aktuell neue Projekte, an denen du arbeitest?
Ja, viele! Ich schreibe an weiteren Liliane-Büchern und außerdem an Songs für ein Liliane-Musik-Album (für jedes Haupttier aus den Lilli-Bänden gibt es auf diesem Album ein Lied). Ich denke momentan auch über einen weiteren Jugendroman nach. Der Erfolg von „Der Sommer, in dem die Zeit stehenblieb“ hat mich da ein wenig beflügelt. Ich bin außerdem am Bau eines Reiki-Retreats in Indien beteiligt und engagiere mich sowohl für soziale Projekte als auch für Umwelt-Themen. Im Juli erscheint außerdem der erste Band einer neuen Buchserie von mir, für Kinder ab zehn Jahren. Ich bin deswegen schon ganz aufgeregt, denn ich habe viel Herzblut hineingelegt. Den Namen darf ich aber noch nicht verraten, der ist noch streng geheim. 😉

Was liest du selber gerne?
Ich lese enorm gern die bisher leider noch unveröffentlichten Manuskripte einer jungen angehenden Schriftstellerin namens Anne Tonks, für die ich mich schon länger aktiv einsetze. Sie schreibt einfach brillant und muss unbedingt veröffentlicht werden. Aber, mein Gott, ist das schwer! Jedes Mal, wenn ich sie empfehle, merke ich wieder, wie es ist, vor verschlossenen Türen zu stehen – Türen, die sich nicht öffnen wollen, obwohl man etwas richtig Gutes anzubieten hat. Aber irgendwann wird es klappen. Wir geben noch lange nicht auf. Dafür ist sie einfach zu gut.

Wie sieht für dich ein perfektes Wochenende aus?
Mit meiner kleinen Tochter und meinem Mann auf den Bauernhof gehen oder den Tag im Garten verbringen – und dann noch etwas schreiben …

Womit kann man dir eine Freude machen?
Mit guten Rezensionen. 😉

Was ist dein Lieblingsessen?
Ich mag Mangos.

Welcher berühmten Persönlichkeit ähnelst du?
Hmm. Das ist schwierig. Während des Studiums habe ich mich Virginia Woolf irgendwie verbunden gefühlt. Die hat sich allerdings das Leben genommen, also vielleicht eher doch nicht. 🙂 Ich finde außerdem Russell Brand sehr interessant, der inzwischen kaum noch schauspielert, sondern sich für eine bessere Welt einsetzt.

Welchen Film könntest du dir immer wieder anschauen?
„West Side Story“. Ich liebe diesen Film. Und „Club der toten Dichter“.

Was ist die sinnloseste Sache, die du jemals gekauft hast?
Offenbar war sie so sinnlos, dass ich mich noch nicht mal an sie erinnern kann.

Wie sieht ein Eintrag in einem Poesie-Album von dir aus?
Super. 🙂

Du hast das letzte Wort.
Ahoi!

 

Lieben Dank, Tanya, dass du dir für meine Fragen Zeit genommen hast! ❤

Sabrina

Eine Antwort to “{Im Gespräch mit…} Tanya Stewner”

Trackbacks/Pingbacks

  1. Mein Wort zum Sonntag #7 | Kielfeder - 19. April 2015

    […] von Bookwives hat ein lesenswertes “Interview mit Tanya Stewner” geführt. Solltet ihr reinlesen. Ich hänge ihrem aktuelen Buch ja total hinterher, weil es […]

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