Der Nachtwandler [Rezension]

29 Mrz

1 Buch - 2 MeinungenDer Nachtwandler

Autor: Sebastian Fitzek
Titel: Der Nachtwandler
Seitenzahl: 320
ISBN: 978-3-426-50374-4
Verlag: Knaur TB
Veröffentlichung: 14. März 2013
Leseprobe
 

Zum Inhalt:

In seiner Jugend litt Leon Nader an Schlafstörungen. Als Schlafwandler wurde er während seiner nächtlichen Ausflüge sogar gewalttätig und deswegen psychiatrisch behandelt. Eigentlich glaubte er geheilt zu sein – doch eines Tages, Jahre später, verschwindet Leons Frau unter unerklärlichen Umständen aus der gemeinsamen Wohnung. Ist seine Krankheit etwa wieder ausgebrochen? Um zu erfahren, wie er sich im Schlaf verhält, befestigt Leon eine bewegungsaktive Kamera an seiner Stirn – und als er am nächsten Morgen das Video ansieht, macht er eine Entdeckung, die die Grenzen seiner Vorstellungskraft sprengt: Sein nächtliches Ich steigt durch eine ihm völlig unbekannte Tür hinab in die Dunkelheit …

Meinung

SaCre

Ein neuer Fitzek! Juhuuu!

Ein paar Bücher habe ich bisher von ihm gelesen. Mit entsprechend hohen Erwartungen bin ich also an die Geschichte heran gegangen.

Was ich hier fand? Eine Story, die von Null auf Hundert startet. Mittendrin statt nur dabei. Das kann Herr Fitzek. Das weiß ich.

Als Leser begleiten wir Leon nun also durch sein Abenteuer – durch seine schlaflosen Nächte. So viel mag ich hier verraten ohne zu Spoilern. Was Leon hier erlebt ist unglaublich, verwirrend, unfassbar und eine ganze Menge.

Und genau hier liegt für mich der kleine Kritikpunkt: ich hätte mir an einigen Stellen gewünscht, dass nicht alles Schlag auf Schlag geht; wir dafür etwas mehr Emotionen von Leon und Einblick in sein Seelenleben bekommen. Hier und da wirkte der Verlauf der Geschichte für mich sehr konstruiert. Ich weiß, dass der Autor das besser kann!

Die Verdachtsmomente, die ich zwischendurch gehegt habe, wurden immer wieder bekräftet, entkräftet und über den Haufen geworfen. Als die Geschichte auf das furiose Finale zusteuerte, war ich erst einmal total verwirrt. Meine Thesen liefen wohl alle ins Leere. Aber war es wirklich so? Das bleibt erst mal mein Geheimnis 🙂
Aber auch noch nach Stunden des Lesens grübele ich über das Ende nach und frage ich, wie ich das wohl deuten soll?

Das Thema des Buches ist sehr interessant. Ich habe auch zwischendurch dazu ein bisschen im Internet recherchiert. Ich finde es super, dass der Autor es schafft, für das Thema so mein Interesse zu wecken.

Tja, und dann die Danksagung. Lieber Sebastian Fitzek, ohne dir zu nahe treten zu wollen… Aber das finde ich doch GRUSELIG!
Das schlimme daran ist: ich frage mich gerade tatsächlich, was ich wohl im Schlaf mache. Bin ich jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, überhaupt wach?

„Diesmal hatte er es ohne Strampeln und Schreien geschafft, sich aus dieser Umklammerung seines Alptraums zu reißen. Er wusste, fast jeder zweite Mensch hatte in seinem Leben ähnliche Erfahrungen erlitten wie er und war schon einmal in der Schattenwelt zwischen Schlafen und Wachen gefangen gewesen. Eine Schattenwelt, umstellt von Torwächtern, die sich nur mit äußerster Willenskraft vertreiben ließen. Oder durch eine paradoxe Störung von außen. Wenn zum Beispiel jemand mitten in der Nacht grelles Licht anschaltete, laute Musik spielte, eine Alarmanlage ansprang oder wenn … wenn jemand weinte?“ (Seite 17)

SaFi

Was war das denn bitte? Das meine ich nun nicht negativ – ganz im Gegenteil. Ich bin immer noch völlig wuschig im Kopf. Und verwirrt. Und sprachlos. Und…

Ich habe schon viele, sehr viele Thriller gelesen. Kunststück – Bücher dieses Genres gehren ja seit jeher zu meinem bevorzugten Lesestoff. Somit habe ich auch schon einige Psychothriller gelesen. Viele gute, ein paar schlechte. Aber… kein Psychothriller hat diese Bezeichnung, für meinen Geschmack, jemals mehr verdient als „Der Nachtwandler“.

Sebastian Fitzek hat dafür gesorgt, dass es mir während des Lesens schlichtweg nicht möglich war, das Buch aus den Händen zu legen. Nach dem Lesen wollte es mir lange Zeit nicht gelingen einzuschlafen. In diesem Sinne: Vielen Dank für die „lieben Wünsche“ am Ende des Buches, Herr Fitzek – bei mir hat es funktioniert. 😉

Ich habe fast ein wenig Schiss, diese Rezension zu schreiben. Denn ich möchte eigentlich so wenig wie möglich verraten, damit ich mir im Nachhinein nicht irgendwelche Vorwürfe machen (lassen) muss. Zum Glück verrät der Buchrücken nicht zu viel. Ich wollte möglichst unvorbereitet in diese Geschichte eintauchen. Mich von ihr packen lassen. Dies ist der Geschichte auch zweifelsohne gelungen. Mehr noch: Sie hat mich nicht mehr losgelassen.

Zusammen mit Leon Nader erwacht man als Leser und spürt sofort, dass dieser Tag kein guter werden kann. Und die folgenden wahrscheinlich auch nicht. Die Geschichte, die Sebastian Fitzek hier zu Papier gebracht hat, ist rasant, schonungslos und vor allem eines: Angsteinflößend. Zumindest empfand ich es so. Quasi „Paranormal Activity“ im eigenen Schlafzimmer. Während des Lesens befand ich mich in einem Sog. Gemeinsam mit Leon habe ich irgendwie versucht zu verstehen, was da vor sich geht. Gelungen ist es mir nicht. Zumindest so lange nicht, bis die Auflösung des Ganzen mich sprachlos, verstörend und fast noch ängstlicher zurückgelassen hat, als die gelesenen Seiten zuvor.

Das zugrunde liegende Thema des Buches ist mir so zuvor noch nie über den Weg gelaufen. Aber auch hier möchte ich nicht zu viel verraten. Nur so viel noch: Am Ende des Buches, in der Danksagung des Autors, bekam das Ganze noch mal eine ganz andere Dimension für mich. Und jedem, der sich sonst eben diese Danksagungen spart, möchte ich dringend dazu raten, sie bei diesem Buch zu lesen.

„Leon kannte das Gefühl, das er nun nicht mehr zu ignorieren vermochte. Wie eine Grippe hatte es mit Symptomen begonnen, die man anfangs verdrängen kann, die sich aber schon bald nicht mehr unterdrücken lassen und irgendwann den gesamten Körper im Klammergriff halten: Er hatte Angst. Und das vor einer konkreten Person, die sich hier unten aufhielt und der er noch nie zuvor in seinem Leben begegnet war, obwohl sie sich immer in seiner Nähe befand: Er hatte Angst vor sich selbst. Vor seinem zweiten, schlafenden Ich.“ (Seite 110/111)

Bewertung

SaCre

Für mich nicht das beste Buch von Herrn Fitzek, aber die Bewertung wird wirklich nur minimal geschmälert. Und selbst ein Fitzek in Nicht-Höchstform (nur meine persönliche, bescheidene Meinung!) ist ganz klar mit das Beste, was Deutschland in diesem Genre zu bieten hat. Auch so bereitet er schlaflose Nächte und führt einem bildhaft das Grauen vor Augen.

LESEEMPFEHLUNG!

4 Herzen

SaFi

Ich ziehe meinen imaginären Hut vor Sebastian Fitzek und muss zugeben, dass ich mich fast ein wenig schäme, weil ich bislang noch kein Buch des Autors gelesen habe. Obwohl schon seit längerem zwei seiner Werke im meinem Regal stehen. Vielleicht habe ich mir durch das Lesen des aktuellen Buches nun auch ein Eigentor geschossen. Denn viel besser können seine früheren Bücher nicht sein. 🙂

Abschließend möchte ich nur noch eines sagen: LESEN! LESEN! LESEN!

5 Herzen

Eine Antwort to “Der Nachtwandler [Rezension]”

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