[Rezension] Weil ich Layken liebe | Colleen Hoover

Weil ich Layken liebeTitel: Weil ich Layken liebe
Autor: Colleen Hoover
Seitenzahl: 352 Seiten
Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-71562-1
Veröffentlichung: 01. November 2013
Empfohlenes Lesealter: Ab 14 Jahren
Leseprobe

Zum Inhalt:

Layken Cohen – der ungewöhnliche Name ist eine Mischung der ersten drei Buchstaben von Layla und Kennedy – ist 18 Jahre jung und zieht zusammen mit ihrer Mutter Julia und ihrem kleinen Bruder Kel nach dem Tod des Vaters von Texas in die Kleinstadt Ypsilanti, Michigan. Bereits am ersten Tag in der neuen Heimat, vor der Layken sich nicht vorstellen kann, dass sie genau das jemals für sie sein kann, lernt sie den Nachbarn Will Cooper kennen. Auf Anhieb verstehen sich nicht bloß Kel und Wills kleiner Bruder Caulder, sondern auch Layken und Will. Er ist 21 Jahre alt, nett, witzig, gutaussehend und sofort scheint da etwas zwischen den beiden zu sein. Bei ihrem ersten Date, sie gehen zu einem Poetry Slam, kommen die beiden sich näher. Drei Tage lang schwebt Layken zusammen mit Will im siebten Himmel. Doch das Leben, mit all seinen Tücken, hat andere Pläne mit ihnen…

Weil ich Layken liebe_Artikelbild

Meine Meinung:

Lasst euch nicht von dem ersten Eindruck abschrecken, der vielleicht suggeriert, dass es sich hierbei um das typische Unerfüllte-Liebe-Jugendbuch handelt. Ja, die Liebe spielt eine wichtige Rolle. Und auch der Einstieg in das Buch läuft ein wenig nach Schema F ab, doch es steckt noch so viel mehr in diesem Buch. So viel, dass es mich nicht mehr losgelassen hat. So viel, dass ich es kaum in Worte fassen kann…

„Ich würde zu gern wissen, was Will von mir denkt. Falls er überhaupt etwas über mich denkt. Ich jedenfalls denke – aus Gründen, die ich selbst nicht verstehe – mehr über ihn nach, als mir lieb ist.“ (Seite 28/29)

Colleen Hoover deckt in ihrem Jugendbuch unglaublich viele Facetten ab. Liebe und Wut, Freude und Trauer, Richtig oder Falsch, Herz oder Kopf. Das alles bringt sie in einem Stil zu Papier, der zwar schlicht aber einfühlend, schnörkellos aber tiefgründig ist. Sie verzichtet auf Kitsch und hat sich ohne unnötigen Firlefanz, dafür aber mit umso mehr Gefühl, direkt in mein Herz geschrieben.

Bevor ich das Buch aufschlug, habe ich mir natürlich Gedanken darüber gemacht, wie sich das Leben den beiden denn wohl in den Weg stellen könnte. Von ähnlichen Büchern teils negativ beeinflusst, habe ich schon fast mit dem schlimmsten gerechnet. Zum Glück blieben meine Befürchtungen aber unbegründet. Ja, sie mutet vor allem Layken, aber auch Will, eine ganze Menge zu und lässt sie schwere Lasten mit sich herumtragen. Aber auch hier holt sie nicht unnötig aus und lässt keine an den Haaren herbeigezogenen Gründe einfließen. So ist das Leben halt manchmal… Mit all seiner Härte, mit all seinen Tücken…

„Unsere Blicke versinken ineinander, als wir gleichzeitig die Augen öffnen. Und das ist der Moment, in dem ich verstehe, warum meine Mutter mit gerade mal achtzehn wusste, dass sie und mein Vater füreinander bestimmt waren.“ (Seite 65)

Für ein Jugendbuch wirkt „Weil ich Layken liebe“ ziemlich erwachsen. Das liegt u. a. daran, dass Layken und Will ziemlich früh und auch viel zu schnell erwachsener werden mussten, als sie in Wirklichkeit sind. Mir blieb gar nichts anderes übrig, als Layken und Will – und auch all die anderen Personen in diesem Buch – zu mögen. Colleen Hoover hat zwar keine detaillierte Charakterstudie geschrieben, dennoch erfährt man viel über die Hauptcharaktere. Dafür muss man allerdings ab und zu auch mal zwischen den Zeilen lesen. Alles andere als der Wunsch nach einem Happy End für Layken und Will war mir schlicht nicht möglich. Ob mein Wunsch in Erfüllung gegangen ist, werde ich natürlich nicht verraten.

Ein Punkt ist mir bei diesem Buch noch besonders wichtig: Poetry Slams. Gehört habe ich davon schon mal und ich weiß auch grob, was es damit auf sich hat. In einem Buch sind mir allerdings noch nicht über den Weg gelaufen. Bis jetzt. Geschickt verbindet Colleen Hoover diese Kunstform mit dem Geschehen im Buch und verleiht ihm dadurch noch mehr Tiefe und Emotionalität. Ich für meinen Teil musste gerade bei diesen Passagen mehr als einmal heftig schlucken und habe einen Moment gebraucht, bis ich das Gelesene aufgenommen und verstanden hatte. (Als ich auf der Suche nach einem Buchtrailer war, habe ich das unten eingefügte Video gefunden, in dem ein Poetry Slammer einen Text aus dem Buch wiedergibt. Vor dem Lesen macht dieses Video wahrscheinlich nicht sonderlich viel Sinn. Aber ihr solltet es euch nach Beenden des Buches auf jeden Fall mal anschauen.)

„Man kann an einen anderen Ort flüchten, in eine andere Stadt, sogar in einen anderen Bundesstaat, aber das, wovor man flieht – ganz egal, was es ist -, wird einen immer begleiten. Und zwar so lange, bis man einen Weg findet, damit umzugehen.“ (Seite 287)

Ich habe „Weil ich Layken liebe“ an einem Tag quasi inhaliert, weil ich es schlicht und einfach nicht aus der Hand legen konnte. Nun ärgere ich mich ein wenig über mein zügelloses Leseverhalten, denn viel zu schnell war die Zeit mit Layken und Will wieder vorbei. Im Nachhinein hätte ich am liebsten dreimal langsamer gelesen. So bleibt mir nur die Vorfreude darauf, dass die Geschichte bald weiter erzählt wird. Dann aus der Sicht von Will…

5SaFi

Interview mit Colleen Hoover

17 Comments on “[Rezension] Weil ich Layken liebe | Colleen Hoover

  1. Hach,… alle schwärmen nur und ich habe das Buch noch immer nicht zuhause!! Warte bereits wie auf Nadeln darauf und ich hoffe, dass es bald eintrudelt. Habe ja die Hopeless Reihe von Hoover gelesen und ich weiß, was sie kann – sie ist einfach brilliant!

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