{Rezension} Drowning – Tödliches Element| Rachel Ward

26 Nov

Artikelbild_Drowning

Autor: Rachel Ward
Titel: Drowning – Tödliches Element
Seitenzahl: 336
ISBN: 978-3-551-52052-4
Verlag: Chicken House
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Carl Adams ist 15 Jahre alt, als sein älterer Bruder Rob ertrinkt. Während er sich an nichts erinnern kann, wird der Alkoholkonsum seiner abhängigen Mutter schlimmer. Carl nimmt Kontakt zu Neisha auf, die mit ihm und Rob befreundet war. Doch Neisha möchte mit ihm nichts zu tun haben. Sie hat sogar regelrecht Angst vor Carl.
Nach und nach tauchen bruchstückhafte Erinnerungen – doch sie verheißen nichts Gutes, ganz im Gegenteil…

„Die Erinnerungen, die in diesen Wänden lauern, sind genauso vergiftet wie die Luft. Kein Wunder, dass Mum alles mit Bier auszulöschen versucht.“ (Seite 40)

Autorin Rachel Ward hatte es schon mit ihrem Vorwort geschafft, mich gleichermaßen neugierig zu machen und mir einen ersten kalten Schauern über den Rücken zu jagen. Und jedem, der in irgendeiner Weise bereits schlechte Erfahrungen mit Wasser gemacht hat, rate ich, nicht zum Buch zu greifen.

Nüchtern und schnörkellos schreibt die Autorin in Carls Ich-Perspektive. Als er aus dem Krankenhaus entlassen wird, muss er zu „dieser Frau“, seiner Mutter. Sofort bekam ich Mitleid mit Carl. Er hat Schlimmes erlebt, kann sich an nichts erinnern, und dann ist da auch noch seine alkoholabhängige Mutter, die nicht davor scheut, ihn zu schlagen. Die Stimmung ist also von Anfang an düster und wird hervorragend an den Leser übermittelt. Die Autorin setzt geschickt kurze Sätze ein, die einem buchstäblich den Atem rauben.

Carl hat immer wieder Flashbacks, die ihn genauso überraschen, wie mich als Leserin. Ohne Vorwarnung wurden diese von der Autorin eingebaut, und haben mich in dem Moment genauso geschockt, wie den Protagonisten selber.
Diese Erscheinungen von Rob werden immer schlimmer, bis dieser ihm sogar droht. Carl hat das Gefühl, zu verzweifeln. Er wird regelrecht paranoid. Ich konnte ihn nur allzu gut verstehen.
Doch auch als nach und nach seine Erinnerungen stückchenweise zurück kehren, ist die Situation für ihn nicht unbedingt besser. Er hat schlimme Dinge in der Vergangenheit getan, gemeinsam mit seinem großen Bruder.
Die Angst, die Carl vor dem Wasser hat, diese Panik, die ihn überkommt… das hat sich fast komplett auf mich übertragen. Hier konnte Rachel Ward mich stellenweise richtig packen.

„Diesmal höre ich ihn nicht atmen, während ich einschlafe. Und ich höre auch nicht, dass er mich auffordert, Gute Nacht zu sagen, doch im letzten Moment macht etwas Klick in meinem Kopf, und kurz bevor ich ganz weg bin, flüstere ich: >>Nacht, Rob<<. Und das ist das Letzte, was ich höre, meine eigene Stimme… und das Tropf, Tropf, Tropf des Wasserhahns im Badezimmer.“ (Seite 55)

Zu den anderen Charakteren würde ich gerne auch etwas schreiben. Kann ich aber nicht. Ich habe Angst, dann einfach viel mehr zu verraten, als ich will. Und damit euch möglicherweise die Spannung und den „Aha“-Effekt zu nehmen.

In der Mitte der Geschichte gab es für mich, obwohl Carl immer wieder neue Sachen herausgefunden hat, einige Längen. Da waren mir die Flashbacks ein bisschen zu viel des Guten. Hier wäre für mich weniger mehr gewesen.
Der Showdown war dann wahrlich heftig. Hier überschlug sich quasi alles und ich hätte bis zur letzten Seite nicht sagen können, wie es tatsächlich aus geht.

„Drowning“ ist definitiv anders, als ich es erwartet hätte. Und auch anders, als die Bücher, die ich bisher so gelesen haben. Wer gerne mystische und thrillige Geschichten liest, wird an diesem Buch Spaß haben!
Hierzu wird es wohl auch noch einen zweiten Band geben – genauere Informationen liegen mir aber leider bisher noch nicht vor.

„Inzwischen hat es wieder angefangen zu regnen und eine weitere Welle der Panik bricht über mich herein – diese neuerdings automatische Reaktion auf Wasser.“ (Seite 90)

3,5

Eine Antwort to “{Rezension} Drowning – Tödliches Element| Rachel Ward”

Trackbacks/Pingbacks

  1. {Buchmesse} Leipziger Buchmesse 2015 | Teil 2 Samstag und Sonntag | Bookwives - 19. März 2015

    […] Ward, der im August erscheint. Ein Standalone, der aber anscheinend an irgendeiner Stelle an “Drowning. Tödliches Element” anknüpft. Mehr wurde nicht verraten. Ich bin neugierig. “Kill Order” von James […]

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