[Rezension] Der Totschläger | Chris Carter

1 Jul

Der Totschläger

 Titel: Der Totschläger
Reihe: Hunter und Garcia #5 (OT: One by one)
Autor: Chris Carter
Seitenzahl: 464 Seiten
Verlag: Ullstein
Genre: Thriller
ISBN: 978-3-548-28576-4
Veröffentlichung: 16. Juni 2014
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Er sagt, du hast keine Wahl.
Er sagt, du kannst nur zusehen.
Es liegt nicht in deiner Macht, die Morde zu verhindern. (Buchrücken)

Zum Inhalt:

Robert Hunter – Detective bei einer Sondereinheit des LAPD – erhält einen merkwürdigen Anruf. Er befolgt die Anweisungen des anonymen Anrufers und landet auf einer Website, auf der er, zur Hilflosigkeit verdammt, die brutale Ermordung eines Menschen ansehen muss.
Ohne konkrete Hinweise oder Anhaltspunkte gehen die Ermittlungen in diesem Fall nur sehr langsam voran. Doch für den Täter ist es noch nicht vorbei und Robert Hunter und sein Partner Carlos Garcia erhalten einen zweiten Anruf. Wieder eine Website. Wieder ein brutaler Mord. Doch diesmal geht der Anrufer noch einen Schritt weiter: Hunter soll entscheiden, wie das Opfer sterben soll.
Für Robert Hunter und Carlos Garcia beginnt die Jagd auf ein Internet-Phantom, das ihnen immer einen Schritt voraus zu seien scheint…

Meine Meinung:

Chris Carter ist für mich mittlerweile ein absoluter Qualitätsgarant in Sachen Thriller. Ich musste also nicht lange überlegen, ob ich sein neustes Werk lesen will – den 5. Band der Reihe um Robert Hunter und Carlos Garcia: „Der Totschläger“.

Hunter wusste, dass der Anrufer noch in der Leitung war. »Ich tue, was ich kann, um Ihnen zu helfen. Sagen Sie mir nur, wie.«
»Nun …«, erwiderte der Anrufer. »Sie können entscheiden, wie er sterben soll.« (Seite 12)

Kaum dass ich mit dem Lesen begonnen hatte, stockte – zum Glück – auch das erste Mal mein Atem, denn der aus Brasilien stammende Autor hat sich gerade Mal eine Seite lang mit ein kleiner Einführung beschäftigt. Es hieß also direkt: mittendrin statt nur dabei.

Recht schnell wird klar, dass Chris Carter diesmal ein wenig von seinem bisherigen Schema abweicht. Statt gemeinsam mit Hunter und Garcia die einzelnen Puzzleteilchen zusammenzusetzen, muss man in „Der Totschläger“ erst mal etwas finden, was zu einem Puzzleteilchen taugt. So tappt also nicht nur der Leser im Dunkeln, auch die Detectives haben wenig bis keine Ahnung, wer warum und wieso. Für eigene Spekulationen bleibt so zwar kein Spielraum, die Spannung bleibt aber die ganze Zeit über auf einem hohen Niveau und bricht zu keinem Zeitpunk ein, denn die Jagd nach den Antworten ist ungemein spannend und der Weg des Suchens natürlich mit einigen Toten gepflastert, von denen einer brutaler umgebracht wurde als der vorherige.

„Hunter und Garcia wussten beide, dass dies die schlimmste Art von Killer war, mit der es ein Detective zu tun bekommen konnte. Ein Killer, dem scheinbar alles egal war. Für den Töten nichts weiter war als ein Spiel.“ (Seite 80)

Einer Sache war ich mir während der ganzen Zeit, die ich zusammen mit den Protagonisten im Dunkeln tappte, aber sicher: Es wird ja wohl einen Grund haben, dass der Unbekannte ausgerechnet Robert Hunter für seine Anrufe ausgewählt hat, oder?

Die Antworten auf alle mit der Zeit aufkommenden Fragen beantwortet Carter gut durchdacht und behandelt in seinem gesamten Buch eine Thematik, wie sie aktueller fast sich sein könnte: Wie viel Wert legt die Menschheit auf Werte wie Moral, Ethik und Empathie? Zudem spielt auch unser Umgang mit dem Internet eine große Rolle.

Als mir das ganze Ausmaß bekannt war, als ich die Hintergründe und Motive des Täters kannte, ertappte ich mich sogar dabei, dass ich ihn vom Grundsatz her verstehen konnte – mir spukte die ganze Zeit der Satz „Die falschen Taten aus den richtigen Gründen“ im Kopf rum. Chris Carter hat seinem neuesten Thriller eine sehr menschliche Note gegeben, wie ich finde.

UHR – 1:58, 1:57, 1:56 …
BEGRABEN – 923.
GEFRESSEN – 999. (Seite 104)

Robert Hunter trägt (natürlich) einmal mehr das Buch. Ohne ihn wären es einfach nicht dieselben Bücher und wahrscheinlich wären sie auch nicht so gut. Chris Carter schickt mit ihm Buch um Buch einen der außergewöhnlichsten und besten Ermittler ins Rennen, der mir je in einer Thriller-Reihe begegnet ist. Doch auch der beste Profiler und Detective ist ohne seinen Partner nur die Hälfte wert, und die beiden Detectives Hunter und Garcia ergänzen sich mal wieder hervorragend.

Mein einziger Kritikpunkt ist nicht besonders schwerwiegend und hat auch nichts mit dem Buch an sich zu tun. „Der Totschläger“ ist vom Titel her mal wieder ein gutes Beispiel dafür, dass man manchmal vielleicht mit lieb gewonnen Traditionen brechen sollte, denn totgeschlagen wird in diesem Thriller nun wirklich keiner. Im Original fällt der Titel mit „One by one“ auch ein wenig aus dem bisherigen Rahmen, ist dafür aber perfekt auf den Punkt gebracht. Um die Reihe der bisherigen Carter-Titel fortzuführen ist der aktuelle zwar geeignet, für mehr aber auch nicht.

„Der nunmehr armlose Mann zappelte und zuckte noch einige Male, jedes Mal weniger heftig als das Mal zuvor, bis er schließlich reglos dalag.
Drei Sekunden später war die Website offline.“ (Seite 301)

„Der Totschläger“ ist eine rundherum gelungene Fortführung der Reihe rund um die Detectives Robert Hunter und Carlos Garcia und nicht bloß für die Fans von Chris Carter eine absolute Empfehlung im Bereich Thriller.

5SaFi

2 Antworten to “[Rezension] Der Totschläger | Chris Carter”

  1. Anne 9. Juli 2014 um 15:51 #

    Mit der „menschlichen Note“ kann ich dir nur Recht geben! Habe das Buch ebenfalls vor Kurzem gelesen und war begeistert und schockiert zugleich. Die Beweggründe des Täters sind absolut nachvollziehbar und Chris Carter hat echt eine hammermäßige Hintergrundgeschichte gestrickt!

    LG
    Anne

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    • bookwives 11. Juli 2014 um 16:51 #

      Hallo Anne. 🙂

      Ja, Chris Carter hat sich mal wieder selbst übertroffen. Eigentlich öden mich Thriller-Reihen recht schnell an – doch bei ihm ist es anders. (y)

      LG
      SaFi

      Gefällt mir

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